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ZA/UM entlässt bis zu 32 Mitarbeiter nach Zero Parades

Armin Schwarz
Armin Schwarz Redakteur & Themenexperte

ZA/UM ist vielen Spielern vor allem durch Disco Elysium bekannt. Dieses Rollenspiel erschien 2019 und begeisterte damals die gesamte Branche. Fachpublikationen lobten es als eines der besten Rollenspiele überhaupt. Doch seit 2024 kämpft das Studio mit ernsthaften internen Problemen.

Im Februar 2024 entließ ZA/UM bis zu 32 Mitarbeiter auf einen Schlag. Das entsprach rund einem Viertel der gesamten Belegschaft. Gleichzeitig strich das Management das Projekt Zero Parades vollständig. Dieser Schritt erschütterte die gesamte Community rund um das Studio.

Wie viele Mitarbeiter ZA/UM wirklich entließ

Die genaue Zahl der Entlassungen schwankt je nach Bericht leicht. Branchenbeobachter sprechen von 24 bis 32 betroffenen Personen. Fest steht jedoch, dass das Studio vor den Einschnitten weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigte. Damit traf es ein unverhältnismäßig großen Teil der Belegschaft. Der Zeitpunkt war eindeutig: Am 15. Februar 2024 erfuhr die Belegschaft offiziell von den geplanten Stellenstreichungen.

Vor allem das Team hinter Zero Parades trug die Hauptlast. Viele dieser Entwickler arbeiteten seit über einem Jahr intensiv an dem Projekt. Durch den Wegfall des Projekts verloren sie nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern auch die Früchte ihrer langen Arbeit. Das Management erklärte die Entlassungen mit einer notwendigen Umstrukturierung. Langfristige Stabilität sei das Ziel, so die offizielle Begründung.

Was die Zahlen konkret bedeuten

KennzahlWert
Betroffene Mitarbeiter24 bis 32 Personen
Anteil an der Belegschaftca. 25 %
Gesamtbelegschaft vor Entlassungenunter 100 Personen
Datum der Ankündigung15. Februar 2024
Entwicklungsdauer Zero Paradesüber 1 Jahr
Monatliche Einsparung (geschätzt)sechsstelliger Betrag

Diese Zahlen zeigen deutlich, wie gravierend die Situation für ZA/UM tatsächlich war. Für ein Studio dieser Größe bedeutet der Verlust von einem Viertel des Teams einen echten Einschnitt.

Zero Parades: Das Projekt, das nie erschien

Zero Parades trug intern den Codenamen X7. Das Spiel sollte als eigenständige Erweiterung im Universum von Disco Elysium erscheinen. Ursprünglich plante ZA/UM damit, den Erfolg des Vorgängers fortzuschreiben. Intern gab es dabei jedoch erhebliche Zweifel an der kommerziellen Tragfähigkeit des Projekts.

Die Entwicklung lief über ein Jahr lang. Trotzdem zog das Management schließlich die Reißleine. Als Begründung nannten Verantwortliche mangelnde kommerzielle Aussichten. Das Spiel hätte demnach nicht genug Umsatz gebracht, um die Entwicklungskosten zu rechtfertigen. Fachleute der Branche beobachteten diesen Schritt mit Skepsis, da Disco Elysium selbst ein ähnlich nischiges Produkt gewesen war.

Was mit den anderen Projekten passierte

Neben Zero Parades existierte laut internen Berichten noch ein weiteres Projekt mit dem Codenamen P1. Dieses wurde ebenfalls pausiert oder vorerst zurückgestellt. Bestätigt ist das jedoch nicht offiziell. Fragster weist ausdrücklich darauf hin: Informationen zu P1 stammen aus nicht verifizierten internen Quellen.

Laut Branchenberichten befinden sich aktuell noch zwei Projekte in aktiver Entwicklung bei ZA/UM. Welche das genau sind, teilte das Studio bislang nicht öffentlich mit.

Interne Spannungen und Streit im Management

Die Entlassungswelle kam nicht aus dem Nichts. Schon vor Februar 2024 brodelte es intern bei ZA/UM erheblich. Mitarbeiter berichteten anonym von einer toxischen Arbeitskultur und schlechtem Management. Besonders die Kommunikation zwischen Führungsebene und Teams soll massiv gelitten haben.

Hinzu kam ein schwerwiegender Rechtsstreit. Die ursprünglichen Schöpfer von Disco Elysium stritten mit der aktuellen Führung des Studios. Dieser Konflikt belastete das gesamte Studio über einen langen Zeitraum. Produktivität und Stimmung im Team litten darunter spürbar.

Geschäftsführer Edouard Kurvitz war in diese internen und rechtlichen Auseinandersetzungen direkt verwickelt. Wie genau sich das auf Entscheidungen auswirkte, ließ das Studio offiziell offen.

Wie Mitarbeiter die Situation beschrieben

Berichten aus dem Umfeld des Studios zufolge herrschte vor den Entlassungen große Unsicherheit. Viele Angestellte sollen nicht gewusst haben, wie es mit ihren Projekten weitergehen würde. Die plötzliche Ankündigung der Stellenstreichungen traf viele trotzdem unvorbereitet.

Öffentlich äußerten sich nur wenige Betroffene namentlich. Anonyme Schilderungen zeichneten jedoch ein klares Bild: Das Arbeitsklima bei ZA/UM verschlechterte sich über Monate hinweg deutlich, bevor die Entlassungen offiziell wurden.

Was ZA/UM als Studio noch hat

Trotz allem ist ZA/UM nicht am Ende. Das Studio besitzt weiterhin die Rechte an der Welt von Disco Elysium. Dieses geistige Eigentum hat einen enormen Wert. Fachpublikationen bezeichnen Disco Elysium bis heute als eines der kreativsten Rollenspiele der vergangenen Jahrzehnte.

Außerdem befinden sich laut Branchenberichten noch zwei Projekte in aktiver Entwicklung. Ob diese im Disco-Elysium-Universum angesiedelt sind, ist unklar. ZA/UM hat dazu bislang keine offiziellen Aussagen gemacht.

Projektstatus bei ZA/UMAktueller Stand
Zero Parades (X7)Vollständig gestrichen
Projekt P1Pausiert (nicht offiziell bestätigt)
Weitere aktive ProjekteZwei sollen in Entwicklung sein
Disco Elysium (Original)Weiterhin verfügbar
Neue AnkündigungenKeine offizielle Kommunikation

Für Fans bleibt die Situation unbefriedigend. Klare Kommunikation fehlt weiterhin. Trotzdem hält ein Teil der Community an der Hoffnung fest, dass ZA/UM irgendwann wieder ein neues Spiel ankündigt.

Disco Elysium als Fundament und Last zugleich

Disco Elysium erschien 2019 und schlug wie eine Bombe ein. Reviews aus der Community und internationalen Redaktionen überschlugen sich mit Lob. Das Spiel gewann zahlreiche Auszeichnungen und setzte neue Maßstäbe im Genre. Für ZA/UM war dieser Erfolg ein Segen und zugleich eine Last.

Jedes neue Projekt musste sich seither an diesem Maßstab messen. Gleichzeitig erwarteten Investoren und das Management schnelle kommerzielle Ergebnisse. Dieser Druck führte offenbar dazu, dass Zero Parades unter sehr hohen Erwartungen entwickelt wurde. Als die kommerziellen Aussichten nicht stimmten, fiel die Entscheidung schnell.

Dabei zeigte bereits Disco Elysium, dass sich künstlerisch ambitionierte Spiele nicht immer nach klassischen Geschäftsmodellen bewerten lassen. Das Studio schien diese Lektion intern jedoch nicht vollständig verinnerlicht zu haben.

Was diese Entwicklung für die gesamte Branche bedeutet

Der Fall ZA/UM steht nicht allein. Viele Studios weltweit kämpfen mit ähnlichen Problemen. Steigende Produktionskosten und sinkende Risikobereitschaft der Geldgeber treffen besonders kreative Nischenprojekte hart.

Folgende Punkte zeigen, warum der Fall ZA/UM symptomatisch ist:

  • Kreative Nischenprojekte haben es schwerer, Finanzierung zu sichern
  • Interne Konflikte und Rechtstreitigkeiten kosten Studios viel Energie und Ressourcen
  • Der Druck nach kommerziellen Soforterfolgen verdrängt künstlerische Risikobereitschaft

Branchenbeobachter sehen in diesem Fall ein warnendes Beispiel. Erfolg mit einem einzigen Spiel sichert einem Studio keine dauerhafte Stabilität. Besonders dann nicht, wenn interne Probleme und externe Erwartungen aufeinanderprallen.

Darüber hinaus zeigt der Fall, wie fragil selbst bekannte und gelobte Studios sein können. Trotz eines weltbekannten Spiels im Portfolio kämpft ZA/UM mit ernsthaften Problemen.

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Drei wichtige Fakten zu den Entlassungen im Überblick

Für alle, die sich schnell einen Überblick verschaffen wollen, hier die wichtigsten gesicherten Informationen:

  1. Bis zu 32 Mitarbeiter verloren im Februar 2024 ihren Job bei ZA/UM
  2. Zero Parades wurde vollständig gestrichen, weil die kommerziellen Aussichten fehlten
  3. Interne Konflikte und ein laufender Rechtsstreit belasteten das Studio zusätzlich

Diese drei Punkte bilden den Kern des Geschehens. Alles andere, etwa die Zukunft weiterer Projekte, ist derzeit nicht offiziell bestätigt.

ZA/UM steht vor einem schwierigen Neuanfang

ZA/UM befindet sich in einer echten Zäsur. Das Studio hat sein bislang größtes Projekt gestrichen und ein Viertel seiner Belegschaft entlassen. Gleichzeitig kämpft es mit internen Konflikten und einem laufenden Rechtsstreit. Dennoch ist das Studio nicht handlungsunfähig. Zwei Projekte sollen laut Berichten noch aktiv in Entwicklung sein.

Ob ZA/UM an frühere Erfolge anknüpfen kann, bleibt offen. Der Weg dorthin wird lang und steinig sein. Vor allem das Vertrauen der Community muss das Studio erst wieder aufbauen. Bis dahin beobachten Fans und Branchenkenner die Entwicklungen aufmerksam. Klare Worte vom Studio selbst fehlen bislang vollständig.

 

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Über den Autor

Armin Schwarz

Armin Schwarz schreibt für Fragster über Gaming und Esports.

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