Die Xbox Series S gerät erneut unter Beschuss, diesmal durch Thomas Mahler, Mitgründer und Game Director von Moon Studios. Das Studio hinter der Action-RPG No Rest for the Wicked begründet die Verzögerung der Xbox-Fassung mit zusätzlichem Optimierungsaufwand – und Mahler sparte dabei nicht mit deutlichen Worten über Microsofts Einstiegskonsole.
PS5 zuerst, Xbox und Switch 2 später
No Rest for the Wicked ist seit 2024 im Early Access auf Steam verfügbar und erscheint laut der jüngsten State of Play im Oktober 2026 in der Version 1.0 für PlayStation 5 und PC. Eine Xbox-Version ließ in der Präsentation hingegen einen Termin vermissen, ebenso die angekündigte Switch-2-Fassung. Beide sollen erst zu einem späteren, bislang offenen Zeitpunkt folgen.
Auf die Frage, warum die Xbox-Umsetzung nicht zeitgleich erscheine, stellte Mahler auf dem offiziellen Discord-Server des Spiels klar: Es gehe nicht um einen Exklusivdeal mit Sony, sondern um technische Hürden. Die Series S erschwere die Arbeit erheblich, erklärte er sinngemäß; man werde das Spiel erst dann für Xbox und Switch 2 veröffentlichen, wenn es entsprechend gründlich optimiert sei.
Der Seitenhieb: „Nicht weit von Mobile-Hardware entfernt“
Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte Mahlers Reaktion auf einen scherzhaften Community-Kommentar. Auf die Bemerkung, das Spiel sei nach diesen Optimierungen ja fast schon für einen Mobile-Launch bereit, entgegnete er, die Spezifikationen der Series S und mobiler Geräte lägen mittlerweile nicht mehr allzu weit auseinander. Genau diese Aussage befeuerte die Debatte über die Rolle der günstigeren Einstiegskonsole innerhalb des Xbox-Ökosystems.
Es ist nicht das erste Mal, dass Mahler die Prioritätensetzung zugunsten von PlayStation begründet. Bereits 2025 verwies er neben dem höheren Optimierungsaufwand für Xbox Series X|S auch auf die größere installierte Basis der PlayStation-Plattform. Als kleines Indie-Studio müsse man seine Ressourcen gezielt einsetzen, und eine Portierung auf Xbox bedeute eben immer auch die Anpassung an die schwächere Series S – aufwendiger als die Umsetzung für PS5 und PS5 Pro. Im Juli 2025 hatte er sogar erwogen, das Spiel vorerst womöglich nur für PS5 und potenziell Switch 2 zu veröffentlichen.
Ein bekanntes Muster dieser Generation
Die Situation ist nicht neu. Der Kern des Problems liegt in Microsofts Vorgabe, dass jedes Spiel auf beiden Konsolen – Series X und Series S – laufen muss. Die schwächere Series S mit ihrem begrenzten Arbeitsspeicher zwingt Entwickler so regelmäßig zu zusätzlichem Optimierungsaufwand, um die geforderte Leistungsparität zu erreichen.
Frühere Releases liefen in ähnliche Schwierigkeiten. Die Xbox-Version von Baldur’s Gate 3 verzögerte sich aufgrund technischer Hürden rund um den Splitscreen-Koop auf der günstigeren Konsole, und Larian Studios zog seinerzeit sogar Microsoft zur Hilfe heran, um das Feature zum Laufen zu bringen. Auch Black Myth: Wukong erschien verspätet auf Xbox, wobei Entwickler Game Science die Optimierung für die Series S später als wesentlichen Faktor nannte. Mahlers Aussagen reihen sich damit in eine längere Liste von Studios ein, die die Einstiegskonsole als Bremsklotz dieser Konsolengeneration kritisieren.
Was bleibt offen
Für Xbox-Spieler bedeutet das vorerst Geduld: Während PS5- und PC-Nutzer ab Oktober loslegen können, steht ein Termin für die Series-X|S- und Switch-2-Fassungen weiter aus. Mahler hat wiederholt versichert, dass die Xbox-Version definitiv kommt – nur eben dann, wenn sie nach den Qualitätsvorstellungen des Studios ausreichend optimiert ist. Wie lange diese Wartezeit ausfällt, bleibt bislang unbeantwortet.
