Microsoft dreht beim Xbox Game Pass überraschend zurück. Nach den massiven Preiserhöhungen aus dem Herbst 2025 werden nun ausgerechnet die teuersten und für viele Spieler wichtigsten Stufen wieder günstiger. Der Haken ist allerdings gravierend: Künftige Call-of-Duty-Spiele erscheinen nicht mehr direkt zum Release im Abo, sondern erst ungefähr ein Jahr später. Damit verändert Microsoft nicht nur die Preisstruktur, sondern auch das zentrale Wertversprechen des Dienstes.
Microsoft senkt die Preise für Ultimate und PC Game Pass
Die neue Preisrunde betrifft vor allem PC Game Pass und Game Pass Ultimate. Laut Microsoft sinkt Ultimate ab sofort von 29,99 US-Dollar auf 22,99 US-Dollar pro Monat, während PC Game Pass von 16,49 US-Dollar auf 13,99 US-Dollar fällt. Für Deutschland nennt ComputerBase auf Basis der neuen regionalen Struktur 20,99 Euro für Ultimate und 12,99 Euro für PC Game Pass. Essential und Premium bleiben dagegen laut der neuen Übersicht unverändert.
Das ist die eigentliche Botschaft hinter dem Preisrutsch
Die Preissenkung ist kein Geschenk, sondern eine strategische Korrektur. Microsoft reagiert damit auf Kritik an der bisherigen Preisstruktur. In einem internen Memo, über das The Verge berichtete, erklärte Microsoft-Gaming-Chefin Asha Sharma, Game Pass sei kurzfristig „zu teuer für Spieler“ geworden und brauche ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Genau diese Korrektur wird jetzt umgesetzt, allerdings nicht ohne Gegenleistung.
Call of Duty erscheint künftig später im Abo
Der größte Einschnitt betrifft Call of Duty. Microsoft hat offiziell bestätigt, dass zukünftige Serienteile nicht mehr zum Launch in Game Pass Ultimate oder PC Game Pass aufgenommen werden. Stattdessen sollen neue Call-of-Duty-Spiele erst in der darauffolgenden Weihnachtssaison, also ungefähr ein Jahr nach Release, im Abo landen. Bereits vorhandene Call-of-Duty-Titel bleiben hingegen Teil des Angebots.
Warum Microsoft diesen Schritt jetzt geht
Hinter der Kehrtwende steckt vor allem die Frage nach der Profitabilität. Mehrere Berichte verweisen darauf, dass die Day-One-Verfügbarkeit von Call of Duty wirtschaftlich deutlich teurer gewesen sein könnte als zunächst angenommen. Reuters berichtet unter Berufung auf interne Zusammenhänge und frühere Einordnungen, dass Microsoft seine Strategie nach sinkender Akzeptanz der hohen Preise, Führungswechseln und Diskussionen über verlorene Verkaufsumsätze neu ausrichtet. In Berichten aus dem vergangenen Herbst war zudem von rund 300 Millionen US-Dollar an entgangenem Umsatz die Rede, nachdem Call of Duty über Game Pass spielbar wurde. Diese Zahl ist kein aktuelles offizielles Microsoft-Statement, zeigt aber, warum das Unternehmen das Modell nun deutlich vorsichtiger aufzieht.
Xbox verändert den Kurs unter neuer Führung
Die Entscheidung passt zum größeren Umbau bei Microsoft Gaming. Asha Sharma wurde im Februar 2026 offiziell zur CEO von Microsoft Gaming ernannt, nachdem Phil Spencer seinen Rückzug vorbereitet hatte. In ihrer frühen Kommunikation machte Sharma deutlich, dass Game Pass zwar zentral für Xbox bleibe, das bisherige Modell aber nicht das Endstadium sei. Langfristig soll das Abo flexibler werden. Die nun gesenkten Preise und die spätere Call-of-Duty-Aufnahme wirken deshalb wie der erste sichtbare Schritt dieser neuen Strategie.
Aus Day One wird wieder ein selektiver Vorteil
Für Spieler ist vor allem wichtig, dass Day-One-Releases als Konzept nicht komplett verschwinden. Microsoft betont ausdrücklich, dass Game Pass Ultimate weiterhin große Veröffentlichungen ab Tag eins enthalten wird. Der Unterschied ist, dass Call of Duty als eine der wichtigsten und teuersten Marken künftig eine Sonderrolle bekommt. Genau das dürfte vielen Abonnenten zeigen, dass Microsoft bei Prestige-Releases künftig viel stärker zwischen Reichweite und Direktumsatz abwägen wird.
Trotz des Rückschritts bleibt das Angebot im April 2026 stark
Interessant ist, dass Microsoft die unangenehme Call-of-Duty-Nachricht fast zeitgleich mit einem auffällig breiten Game-Pass-Line-up kommuniziert. Erst wenige Tage vor der Preisänderung stellte Xbox weitere April-Neuzugänge vor, darunter Kiln, Aphelion, Final Fantasy V, Trepang2 sowie mehrere Day-One-Titel. Bereits Anfang des Monats waren außerdem neue Inhalte wie Hades II und Vampire Crawlers für das Programm angekündigt worden. Microsoft versucht also sichtbar, den wegfallenden Call-of-Duty-Launch-Bonus mit Breite und konstanter Nachlieferung anderer Spiele zu kompensieren.
Welche Rolle die Zusatzleistungen weiter spielen
Auch nach der Preissenkung bleibt Ultimate das umfangreichste Paket. Auf der deutschen Xbox-Seite bewirbt Microsoft weiterhin über 400 Spiele, Day-One-Releases, Cloud-Gaming sowie Zusatzleistungen wie Fortnite Crew, EA Play und Ubisoft+ Classics. Genau diese Extras waren Teil des teureren Gesamtpakets und dürften auch künftig eine wichtige Rolle dabei spielen, warum Ultimate trotz Preisrückgang nicht auf das frühere Niveau zurückfällt.
Was die Änderung für Xbox-Spieler wirklich bedeutet
Für klassische Game-Pass-Nutzer ist die Nachricht zweigeteilt. Einerseits wird das Abo wieder spürbar günstiger, was vor allem für PC-Spieler und Ultimate-Abonnenten eine echte Entlastung ist. Andererseits verliert der Dienst mit dem Day-One-Zugriff auf neue Call-of-Duty-Spiele genau jenen Marketing-Hebel, der das Angebot zuletzt besonders attraktiv gemacht hatte. Wer auf den nächsten großen CoD-Release sofort aufspringen will, wird sehr wahrscheinlich wieder zum Vollpreis greifen müssen. Wer dagegen vor allem auf Vielfalt, Cloud-Gaming und eine breite Bibliothek schaut, bekommt jetzt wieder ein etwas besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Weitere aktuelle Entwicklungen rund um Game Pass
Die jüngsten Meldungen zeigen, dass Microsoft den Dienst gerade an mehreren Stellen neu ausrichtet. Zum einen wächst der Katalog im April weiter mit mehreren Day-One-Neuzugängen und bekannten Marken. Zum anderen deutete Sharma bereits an, dass langfristig flexiblere Modelle getestet werden könnten. Zusammen mit der Call-of-Duty-Entscheidung ergibt sich ein klares Bild: Xbox hält am Abo fest, will aber große Blockbuster nicht mehr um jeden Preis direkt über Game Pass subventionieren.
Fragster-Einordnung
Aus Sicht von Xbox ist das ein verständlicher, aus Sicht vieler Fans aber heikler Schritt. Game Pass bleibt wichtig, nur nicht mehr um jeden Preis. Microsoft versucht gerade, das Gleichgewicht zwischen attraktivem Abo und klassischem Vollpreisspiel neu zu justieren. Dass ausgerechnet Call of Duty nun später ins Angebot wandert, zeigt, wie wertvoll einzelne Marken im neuen Xbox-Kurs geworden sind. Kurz gesagt: Der Preis sinkt, aber auch das Prestige des Abos bekommt einen Dämpfer.
