Der nächste Inhaltspatch für World of Warcraft: Midnight wird bereits getestet. Blizzard hat den öffentlichen Testrealm am 3. September geöffnet und dazu die ersten Entwicklernotizen veröffentlicht. Seither läuft das Datamining auf Hochtouren, und der Umfang ist beachtlich für einen Zwischenpatch.
Patch 12.1.5 beendet die Handlung um Quel’Thalas und Zul’Aman, führt mit den Labyrinthen ein komplett neues Aktivitätsformat ein und stellt ein Reittier in den Handel, das mit sämtlichen Erweiterungen sieben Millionen Gold kostet. Wir haben zusammengetragen, was bislang bekannt ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Status: seit 3. September auf dem PTR, aktueller Build 69594
- Termin: nicht angekündigt, laut Fahrplan Herbst 2026
- Kampagne: The Promise of Tomorrow, Abschluss des Quel’Thalas-Bogens
- Raid: The Unbinding of Kith’ix, ein einzelner Boss, vier Schwierigkeitsgrade
- Neues Format: Labyrinthe als großformatige Weiterentwicklung der Tiefen
- Neue Weltaktivität: Aqir-Invasionen mit eigenem Ruf
- Gold-Sink: Reittier für fünf Millionen Gold, nur bis zum Ende von Midnight erhältlich
Wann erscheint Patch 12.1.5?
Ein Datum gibt es nicht. Blizzards veröffentlichter Jahresplan verortet 12.1.5 im Herbst 2026 und damit vor Patch 12.1.7, mehr ist bislang nicht bekannt.
Als grobe Orientierung taugt der bisherige Rhythmus: Patch 12.1 ging am 11. August live, Midnight Season 2 startete eine Woche später am 18. August. Der PTR läuft seit Anfang September, was bei Patches dieser Größenordnung erfahrungsgemäß auf einen Zeitraum von vier bis acht Wochen bis zur Veröffentlichung hindeutet.
Wahrscheinlich wissen wir schon am Wochenende mehr. Auf der BlizzCon 2026 stehen allein am Samstag zwei What’s-Next-Panels zu World of Warcraft auf dem Programm, dazu am Sonntag ein Deep Dive und ein Design-Panel. Ein Termin für 12.1.5 wäre dort der naheliegendste Programmpunkt.
Die Kampagne beendet den Quel’Thalas-Bogen
Die neue Kampagne trägt den Titel The Promise of Tomorrow und schließt die Handlung ab, die mit Curse of Ula’tek begann. Der Ausgangspunkt: Die Amani haben Kith’ix, einen C’Thraxxi-General, seinerzeit nicht getötet, sondern unter ihren eigenen Gewölben eingesperrt. Ula’teks Niederlage hat diese Fesseln gelockert.
Erzählerisch geht es diesmal nach unten statt in die Breite. Die Questreihe führt in die tiefsten Bereiche von The Coiled Isle und zu den Vaults of Atal’Utek, während die Spielerfiguren gleichzeitig einen brüchigen Frieden zwischen Quel’Thalas und Zul’Aman zusammenhalten müssen. Wer die Kampagne abschließt, erhält den Titel „Getreue des Lichts“.
Angedeutet wurde das übrigens schon länger. Seit dem Start von Patch 12.1 taucht auf der Insel ein Elitegegner namens Grasp of Kith’ix auf, dessen Bedeutung sich erst jetzt erschließt.
Der Raid: Ein Boss, alle Schwierigkeitsgrade
The Unbinding of Kith’ix ist ein Raid mit einem einzigen Encounter, den Spieler an der Seite von Lady Liadrin bestreiten. Verfügbar sind alle vier Schwierigkeitsgrade inklusive Schlachtzugsbrowser, mit getrennten Erfolgen für Heroisch und Mythisch.
Neu ist dieses Format nicht. Bereits in Patch 12.0.7 setzte Blizzard mit Sporefall in Harandar und dem Pilzriesen Rotmire auf einen einzelnen Boss mitten in der Saison. Für Gilden bedeutet das einen kurzen Zusatztermin am Reset-Abend, für alle anderen einen sichtbaren Abschluss der Geschichte.
Zehn Ausrüstungsgegenstände fallen bei Kith’ix, darunter je ein Stück für jede Rüstungsart, zwei Schwerter, ein Ring und gleich drei Schmuckstücke. Ein Name führt dabei in die Irre: Lightbearer’s Shield Fragment ist trotz der Bezeichnung ein Schmuckstück, keine Nebenhand. Dazu kommen ein Spielzeug und ein Dekorationsgegenstand fürs Spielerhaus.
Labyrinthe: Tiefen im Mega-Dungeon-Format
Die auffälligste Neuerung ist ein komplett neues Aktivitätsformat. Labyrinthe beschreibt Blizzard als weitläufige Erlebnisse in der Größenordnung eines Mega-Dungeons, mit eigenem Fortschrittssystem, eigenen Freischaltungen und entsprechend dimensionierten Belohnungen.
Technisch bauen sie auf den Tiefen auf. Ein vollständiger Durchgang besteht aus neun Kammern, die Stufenleiter reicht von Stufe 1 bis Stufe 11, und als Begleiterin steht Valeera Sanguinar zur Seite, die auch die Tiefen der zweiten Saison betreut. Wichtig für den Alltag: Ein Labyrinth lässt sich in einer langen Sitzung durchspielen oder über mehrere Abende in Etappen abarbeiten. Wer früher aufhört, verliert nichts, bekommt aber entsprechend weniger.
Beide Leitern greifen ineinander. Wer eine Labyrinth-Stufe abschließt, schaltet damit auch die entsprechende Stufe der Tiefen für die laufende Saison frei.
Das erste Labyrinth heißt Kindo’jan und ist eine jahrhundertelang versiegelte Grabanlage der Amani. Darin treffen drei Parteien aufeinander: Plünderer auf Reliquienjagd, die Dunkelspeer-Trolle mit demselben Ziel und die dort bestatteten Geister, die beide Gruppen bekämpfen.
Als Hauptbelohnung winkt das Reittier Loa-Blessed Wayfarer für einen Alleingang gegen Kindo’jan auf Stufe 11 während Season 2. Eine zweite Fassung desselben Erfolgs verlangt denselben Solo-Kill vor dem ersten wöchentlichen Reset nach Veröffentlichung des Patches und schließt sich damit binnen weniger Tage.
Aqir-Invasionen mit eigenem Ruf
Als neue Weltaktivität kommen Aqir-Invasionen in die Immersangwälder und nach Zul’Aman. Zehn Minuten pro Stunde läuft eine Kette öffentlicher Ereignisse quer durch die jeweilige Zone, an deren Ende ein Bosskampf steht.
Die Belohnungen richten sich danach, wie viele Ziele die gesamte Zone innerhalb des Zeitfensters abschließt. Das Event belohnt also Gruppen, die sich verteilen, statt sich auf denselben Gegnerhaufen zu stapeln.
Insgesamt gibt es sechs Szenariotypen, drei kampfbetonte und drei mit anderen Aufgaben. Die kampfbetonten Varianten laufen mit einem von acht rotierenden Affixen, die teils die Zusammensetzung der Gegner verändern statt nur deren Werte. Zwei davon sind besonders unangenehm: Void Protection schirmt sämtliche Aqir ab, bis der verantwortliche Voidweaver stirbt, und Web Weavers verlangt eine Unterbrechung in einem Event, in dem niemand feste Aufgaben verteilt.
Dazu kommt mit dem Aqir Research Enclave eine eigene Fraktion samt Ruf und mehreren Erfolgen der Stärke.
Das Reittier für fünf Millionen Gold
Harandar bekommt einen Gold-Sink. Der Sporebearer Fungal Strider kostet fünf Millionen Gold und ist das erste Reittier, dessen Passagiere Spieler selbst bestimmen. Zwei NPCs reisen gleichzeitig mit, beim Kauf sind ein Briefkasten und ein Reparaturhändler enthalten.
| Bestandteil | Kosten |
|---|---|
| Reittier inklusive Briefkasten und Reparaturhändler | 5.000.000 Gold |
| Auktionator | 1.500.000 Gold |
| Transmogrifikator | 500.000 Gold |
| Gesamtpaket | 7.000.000 Gold |
Getauscht wird bei einem NPC in der Den in Harandar, beliebig oft. Entscheidend ist die Frist: Das Reittier selbst verschwindet mit dem Ende von Midnight aus dem Angebot, so wie seinerzeit der Mächtige Karawanenbrutosaurus zum Abschluss von Battle for Azeroth. Die NPCs bleiben dagegen dauerhaft käuflich, auch nach dem Erweiterungsende.
Ascendant Venomstones werten jetzt auch Halsketten auf
Die Aufwertungssteine der ersten Saison kehren unter neuem Namen zurück. Freigeschaltet werden sie über die Quest „Ancient Depths, Ancient Venom“ bei Orin Straylight, der in Silbermond in der Nähe des Katalysators steht. Nach Abschluss der Quest benötigt er allerdings Zeit für seine Forschung, bevor Steine überhaupt zu fallen beginnen. Wer sie zeitnah nutzen will, sollte die Quest also in der Patch-Woche erledigen, nicht erst dann, wenn die Steine gebraucht werden.
Zehn Steine ergeben eine Aufwertung, und der betreffende Gegenstand muss bereits vollständig aufgewertet sein. Halbfertige Stücke sind ausdrücklich nicht zulässig.
| Quelle | Voraussetzung |
|---|---|
| Raid-Bosse | jeder heroische oder mythische Kill |
| Mythisch-Plus | Schlüsselsteinstufe 10 und höher |
| Ergiebige Tiefen | Stufe 11 |
| Prey-Jagden | Schwierigkeitsgrad Nightmare, aus der Championtruhe |
Die wichtigste Änderung gegenüber der ersten Saison betrifft die Ausrüstungsplätze. Neben Waffen und Schmuckstücken sind nun auch Halsketten zulässig. Da eine Halskette bei passenden Werten selten ersetzt wird, ist sie der sicherste Ort für eine Aufwertung, die sich nicht wiederholen lässt.
Kriegsmeute, Prey und Komfortverbesserungen
Zwei Änderungen dürften über den Patch hinaus wirken. Der Ruf aus Legion und Battle for Azeroth wird kriegsmeutenweit geteilt, was das Nachholen alter Rufstufen auf Zweitcharakteren deutlich entschärft.
Beim Beutesystem Prey senkt Blizzard die Einstiegshürde. Charaktere unterhalb von Rang 3 erhalten pro Jagd 4.000 Fortschrittspunkte und steigen damit jedes Mal einen vollen Rang auf. Zwischen Rang 3 und 8 bringen die ersten vier Jagden der Woche jeweils 2.000 Punkte. Erklärtes Ziel ist, dass auch Spieler, die Prey in Season 2 übersprungen haben, die Reise noch abschließen können.
Bei der Benutzeroberfläche fällt vor allem eine Neuerung auf: Schlachtzugsfenster können künftig einen animierten Rahmen um Einheiten zeichnen, auf denen etwas zu entzaubern ist, wahlweise mit pulsierendem Effekt. Das war bislang klassisches Addon-Terrain. Dazu kommen Koordinaten unter der Minikarte samt Abschaltoption, Tastenbelegungen für den Etagenwechsel im Grundriss-Bearbeitungsmodus und Makro-Pings, die Informationen aus #showtooltip mitliefern.
Klassenänderungen im ersten Testbuild
Drei Klassen tragen im ersten PTR-Build Änderungen, der Umfang ist ungleich verteilt.
Der Dämonenjäger bekommt die größte Überarbeitung, konzentriert auf Collapsing Star und den zugehörigen Heldentalentbaum. Die Reichweite wächst künftig ab Beginn des Zaubers, ein abgebrochener Zauber sperrt die Fähigkeit nicht mehr für fünf Sekunden, und die Verlangsamung der Wutregeneration ist auf etwa anderthalb Zauber begrenzt.
Beim Jäger tauscht Treffsicherheit ein Talent: Unload weicht Blood Fletching, das kritische Treffer von Zielschuss in eine Blutung überführt und für vier Sekunden ein Zeitfenster für zusätzliche Blutungen öffnet.
Der Schutz-Krieger bekommt die pragmatischste Änderung. Hinrichten verbraucht keine zusätzliche Wut mehr für zusätzlichen Schaden, dafür steigt der Grundschaden um 100 Prozent. Die Fähigkeit trifft also immer so hart, als hätte man maximal Wut investiert. Blizzard nennt die hohen Wutkosten ausdrücklich als Grund, warum Hinrichten bislang kaum in die Rotation passte.
Warum sich das Wochenende lohnt
Was auf dem PTR steht, ist ein Zwischenstand. Beim Datamining tauchten unter anderem 239 neue Dekorationsobjekte, ein neues Hausäußeres und mehrere Reittiermodelle auf, von denen nicht alles zwangsläufig mit 12.1.5 erscheinen muss.
Genau deshalb ist die BlizzCon der eigentliche Termin. Mit vier WoW-Panels an zwei Tagen und einer auffällig großen, bislang unkommentierten Demofläche auf dem Showfloor spricht einiges dafür, dass Blizzard nicht nur den Termin für 12.1.5 nennt, sondern den Blick bereits weiter nach vorn richtet. Wer wissen will, wohin Midnight läuft, sollte am Samstagabend ab 21 Uhr MESZ einschalten.
Quellen:
- https://www.wowhead.com/guide/midnight/patch-12-1-5-overview-features-activities-rewards
- https://conquestcapped.com/guides/wow/wow-patch-12-1-5/
- https://overgear.com/guides/wow/midnight-patch-12-1-5-overview/
- https://bolverkgames.com/wow/wow-patch-12-1-5-datamined-maps-confirm-kindojan-labyrinth-kithix-raid/
- https://warcraft.wiki.gg/wiki/Patch_12.1.5/API_changes

