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nieraus | September 9, 2021

WoW – Blizzard entfernt anzügliche Anspielungen

Mittlerweile wurden bereits Charaktere und Namen aus dem Spiel entfernt, die auf Serienbelästiger und Ex-Executive Alex Afrasiabi und “Cosby Suite”-Mitglied Jesse McCree anspielten. Jetzt sind die Entwickler von Blizzard dabei noch andere, ebenfalls eher unangemessene Inhalte aus dem Spiel zu entfernen, in der Hoffnung irgendwann mal den schlechten Ruf loszuwerden.

Wie in dem WoW- Forum von Icy Veins bekannt gegeben wurde, wird eine Errungenschaft / ein Achievement mit dem Titel “Mein Sack ist gigantisch” in “Mein Lager ist gigantisch” umbenannt. Spieler verdienten sich die Errungenschaft, indem sie eine “Gigantische”-Tasche von einem NPC namens “Haris Pilton”, einer Anspielung auf die berühmte Hotelerbin Paris Hilton, ausrüsteten. “Pilton” fragte den Spieler in der Taverne World’s End in Shattrath City, einer großen Stadt, die in der Erweiterung Burning Crusade eingeführt wurde, “ist dein Sack gigantisch? “.

Blizzards Reaktion auf den Shitstorm

Wenn der Blizzard Shitstorm nicht gewesen wäre, wäre der Sack wahrscheinlich nur ein “Sack”, aber so bleiben eben 2 Arten der Interpretation offen und es wäre nicht das erste Mal, dass man sexistische Anspielungen in dem Spiel auffindet. Eine andere Errungenschaft mit dem Titel “Bros before Ho Ho Ho’s” wird in “Holiday Bromance” umbenannt. Spieler verdienten sich diese Errungenschaft, indem sie Mistelzweige auf acht NPCs der Allianz mit dem Wort “Brother” in ihrem Namen verwendeten.

“Bros before Ho’s” war wahrscheinlich auch das Motto bei der in Blizzard vorherrschenden “Fratboy-Culture” und deshalb verschwand der Slogan plötzlich ganz schnell aus dem Spiel. Die Änderungen werden Teil des World of Warcraft-Updates 9.1.5 sein, das sich bereits auf dem PTR befindet, aber erst im Herbst richtig veröffentlicht wird.
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Im Vergleich zu den anderen Änderungen, die Blizzard bereits angekündigt hatte sind die “Bros before Hoes”-Änderungen definitiv sehr viel kleiner, aber nach all dem was mit und bei Blizzard alles schreckliches passiert ist, versucht das Unternehmen jetzt auch auf die kleinsten Dinge zu achten. World of Warcraft wurde ursprünglich im Jahr 2004 veröffentlicht. Das war eine Zeit, lange bevor der Shitstorm um Blizzard ausgelöst wurde. Damals war die gesamte Tonalität in der Popkultur und auch in der Gesellschaft an sich eine ganz andere.

Aber inzwischen sind 17 Jahre vergangen und einige Spieler verstehen in Bezug auf diese “Witze” im Moment keinen Spaß mehr, vor allem wenn man bedenkt was für ein massives Sexismus-Problem dieses Unternehmen hat bzw hatte. Ob sich wirklich was bei Blizzard geändert hat, können wahrscheinlich nur die Angestellten beurteilen, denn keiner weiß ob sich in dem Unternehmen selbst tatsächlich so viel getan hat.

Ansatz an der falschen Stelle

Auf jeden Fall betreibt Activision ein ausführliches Green-Washing seiner Produkte bzw seines Rufs. Deshalb stürzt sich das Unternehmen gerade auch noch auf den kleinsten oder gigantischsten “Sack” um dort zu zeigen wie “nicht sexistisch” sie sind. Obwohl das natürlich auch nicht ganz unwichtig ist, wäre es viel bedeutender den Kampf gegen den Sexismus im echten Leben bzw intern bei Blizzard anzugehen. Das ist es was die Spieler und der Rest der Welt letztendlich sehen wollen.

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Ein Blizzard-Sprecher hat vor kurzem bestätigt, dass Verweise auf den ehemaligen WoW-Level-Designer Jesse McCree, den Ex- WoW-Lead-Designer und Diablo 4-Director Luis Barriga sowie den ehemaligen WoW-Senior-Designer Jonathan LeCraft aus den Blizzard-Spielen entfernt werden. Alle drei Männer wurden bereits von Blizzard entlassen, nachdem ihnen mehrmals sexuelle Belästigung und Diskriminierung vorgeworfen wurde. Der ehemalige Blizzard-Präsident J. Allen Brack wurde ebenfalls gefeuert, nachdem er namentlich in der kalifornischen Klage genannt wurde.