CD Projekt Red hat für den Remaster von The Witcher 3 an Roachs Bewegungsverhalten gearbeitet. Geralts Pferd, seit 2015 verlässliche Quelle unfreiwilliger Komik, soll künftig sauberer steuern, klarer beschleunigen und seltener in Geländekanten hängen bleiben.
Wer darauf keinen Wert legt, kann die Änderung abschalten. Das bestätigten Karolina Kuzia von Fool’s Theory und Miles Tost von CD Projekt Red in einem Interview.
Der Remaster erscheint am 29. September 2026 und ist für Besitzer des Hauptspiels oder der Complete Edition auf den infrage kommenden Plattformen kostenlos.
Was mit Roach passiert
Die Frage nach den berüchtigten Roach-Fehlern beantwortete Kuzia sinngemäß mit der Gegenfrage, warum man etwas reparieren solle, das die Spieler mögen. Tost ergänzte, ihm sei kein einziger Roach-Fehler bekannt, das Pferd sei perfekt.
Danach folgte die eigentliche Auskunft: Der Remaster bringe Verbesserungen am Bewegungsverhalten mit, was für manche enttäuschend sein dürfte. Man habe aber vorgesorgt, die Änderung lasse sich abschalten und die alte Fassung des Pferdes beibehalten.
Konkret betrifft die Überarbeitung ein reaktionsschnelleres Lenkverhalten, eine klarere Geschwindigkeitssteuerung und weniger Kollisionsfehler. Wer schon einmal versucht hat, mit Roach an einem Zaun vorbeizukommen, weiß, worum es geht.
Der Remaster im Überblick
Angekündigt wurde die Fassung am 25. August bei Gamescom Opening Night Live. CD Projekt Red bezeichnet sie als bedeutendste Überarbeitung des Spiels seit dem Next-Gen-Patch von 2022.
| Angabe | Details |
|---|---|
| Erscheinungstermin | 29. September 2026 |
| Preis für Besitzer | kostenloses Upgrade |
| Umfang | über 30 Einzeländerungen |
| Mitentwickler | Yigsoft, zuvor an Complete Edition und Phantom Liberty beteiligt |
| Begleitende Erweiterung | Songs of the Past, mitentwickelt von Fool’s Theory |
| PC-Technik | nativer DirectX-12-Renderer, Path Tracing, DLSS 4.5, FSR 4, XeSS 2.0 |
Am Ankündigungstag schaltete CD Projekt Red zudem die Erweiterungen Hearts of Stone und Blood and Wine für alle bisherigen Käufer des Hauptspiels kostenlos frei.
Was sich am Spielgefühl ändert
Über die Technik hinaus betrifft die Überarbeitung fast jeden Bereich:
- Kampf: neue Finisher, flüssigere Animationen, überarbeitete Zeichen-Effekte
- Fortbewegung: angepasste Traversal- und Bewegungssteuerung, dazu das erwähnte Roach-Handling
- Fertigkeiten: komplett neu aufgebauter Fertigkeitenbaum mit drei Hauptzweigen, neuen Perks und überarbeiteten Synergien
- Komfort: Transmogrifikation, erweiterter Fotomodus, verbessertes Plündern und Questverfolgung
- Gegner: überarbeitete Monster-KI
Der neue Fertigkeitenbaum dürfte der folgenreichste Punkt sein. Er soll klarere Wege für schwertlastige, zeichenlastige und gemischte Spielweisen bieten und greift damit direkt in eine Struktur ein, die seit 2015 unverändert war. In Kombination mit dem überarbeiteten Kampfsystem verstärken sich beide Änderungen gegenseitig.
Ein Modder wird offiziell
Bemerkenswert ist eine Personalie. Der Modder HalkHogan, bekannt für das HD Reworked Project, arbeitet offiziell mit CD Projekt Red zusammen. Seine Arbeit ist ab dem 29. September auf PC und Konsolen Teil des Spiels, die separate Modifikation wird damit überflüssig.
Nach eigener Aussage wurden nahezu alle Figuren, Monster, Tiere, Vegetation, Rüstungen und Ausrüstungsteile für Geralt und Roach überarbeitet, dazu ein großer Teil der Umgebung.
Es ist nicht die erste Zusammenarbeit dieser Art. Bereits beim Next-Gen-Update von 2022 übernahm CD Projekt Red eine ältere Fassung seiner Arbeit ins Spiel.
Wer nichts ändern will, kann zurück
Für alle, denen der Remaster zu weit geht, gibt es einen Ausweg. PC-Spieler können über Steam und GOG auf die alte Fassung zurückwechseln. Bei Steam läuft das über die Beta-Auswahl in den Spieleigenschaften, bei GOG über die Beta-Kanäle in der Installationsverwaltung.
Eine Einschränkung gilt allerdings: Im Epic Games Store ist ein Rückgriff auf ältere Versionen nicht vorgesehen.
Warum der Roach-Fix mehr über den Remaster verrät als er wirkt
Die Sache mit dem Pferd klingt nach einer Randnotiz, steht aber exemplarisch für die Haltung dahinter. Ein Studio, das ein elf Jahre altes Spiel überarbeitet, bewegt sich zwischen zwei Ansprüchen: Es soll technisch auf der Höhe sein, aber sich weiterhin anfühlen wie das Spiel, an das sich Millionen erinnern.
Dass CD Projekt Red für eine reparierte Wegfindung einen Abschalter einbaut, ist die aufwendige Variante dieser Abwägung. Dieselbe Logik zeigt sich beim Rückwechsel auf die alte Fassung: Man liefert die Änderungen, macht sie aber nicht verbindlich.
Der Preis dafür ist ein Spiel mit zwei Gesichtern, dessen Fehlerverhalten künftig eine Einstellungssache ist. Für die Community, die Roachs Auftritte auf Hausdächern zu einem eigenen Genre gemacht hat, dürfte das die richtige Entscheidung sein.

