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fabio | Dezember 7, 2020

Wieso Astralis die DreamHack Masters Winter EU gewonnen haben

Astralis sind die Sieger der DreamHack Masters Winter EU, nachdem sie mousesports in einem spannenden Best-of-Five schlagen konnten. Doch ihre Performance war alles andere als überzeugend und der Einsatz von Lucas “Bubzkji” Andersen bewies sich nicht als Upgrade für das Team.

Die Dänen begannen das Turnier mit einer Niederlage gegen GODSENT. In den darauffolgenden Spielen konnten sie sich jedoch stabilisieren und Siege gegen Liquid und G2 einfahren. In den Playoffs folgten dann Auseinandersetzungen mit Gambit und FURIA.

Im Match mit den Brasilianern offenbarten sie endlich ihren Plan für den Six-Man Roster. Auf Nuke wechselten sie Bubzkji an Stelle von Andreas “Xyp9x” Højsleth ein, der auf der Map eine Pause bekam. Sein Ersatz erspielte sich ein 1.16er Rating, was bei dem 16-6 Sieg jedoch nichts außergewöhnliches war. Die Dänen spielten sich schnell an FURIA vorbei und landeten damit neben mousesports im Großen Finale.

Astralis starteten mit einem 16-5 Sieg auf Train, doch mousesports antworteten mit einem ebenso dominanten 16-3 auf Inferno. Damit hatten die beiden Teams ihre Map-Picks äußerst einseitig verloren. Im Finale fand Bubzkji erneut Verwendung, als Astralis sich wieder auf Nuke begaben. Dort wurde er jedoch zur Achilles-Ferse des Teams. In dem knappen 16-13 lieferte er nur 15 Kills ab und mit seinem 0.86er Rating war er ganz unten auf dem Scoreboard.

Auf Vertigo fand also die Entscheidungsschlacht statt. Astralis bekamen die Möglichkeit, hier den Abschluss zu finden und sich eine fünfte Map zu ersparen. Es sah zunächst auch so aus, als würden sie genau das schaffen. Doch ein Comeback von mousesports brachte sie in die Overtime. Lukas “gla1ve” Rossander und Finn “karrigan” Andersen wichen keinen Zentimeter zurück und zogen bald in eine zweite Overtime. Doch ein technisches Problem zwang die beiden Teams zu einer verlängerten Pause, nach der Astralis schnell reagieren und das Match mit einem 22-19 beenden konnten.

Somit sind Astralis die Sieger der DreamHack Masters Winter EU, aber das Best-of-Five deckte einige gravierende Schwächen bei den Dänen auf. Sie verloren ihren eigenen Map-Pick, Inferno, mit einem 16-3 Score. Doch viel wichtiger ist, dass sie noch keine ausgereifte Strategie für ihren sechsten Mann haben.

WARUM BUBZKJI NICHT WIE NIVERA IST

Ohne die beiden nach individuellem Talent vergleichen zu wollen, lassen sich eine wichtige Unterschiede zwischen den Funktionen der zwei Spieler festmachen. Nivera fühlt sich wie eine Erweiterung des Rosters an, als sei er auf derselben Ebene wie die restlichen Spieler. Team Vitality macht den Eindruck, wirklich aus sechs Spielern zu bestehen. Astralis, hingegen, haben weiterhin einen massiven Einschnitt zwischen dem Kern-Roster und Bubzkji. Dieses Problem beginnt damit, dass er nur an Stelle von Xyp9x eingewechselt wird, dann oftmals dessen Rollen spielen muss, und endet damit, dass sie ihn scheinbar nur auf Nuke verwenden wollen.

Dazu kommt erschwerend hinzu, dass er nicht ansatzweise den gleichen Schockfaktor besitzt wie Nivera. Der junge Belgier konnten in seinen ersten Paar Einsätzen bereits das Scoreboard toppen und sogar Spieler wie Mathieu “ZywOo” Herbaut übertreffen. Teams müssen Angst davor haben, ihn auf dem Server zu treffen. Doch Bubzkji fühlt sich im besten Fall wie ein 1-zu-1-Ersatz an – und im schlimmsten Fall wie ein Downgrade. Vielleicht müssen die Dänen ihm mehr Möglichkeiten bieten und ein System entwickeln, in dem er nicht nur der Schatten von Xyp9x ist.

SIND ASTRALIS NUN FAVORITEN FÜR DIE KOMMENDEN TURNIERE?

Auf den BLAST Premier: Fall Finals treffen sie bereits früh im Bracket auf Natus Vincere und Team Vitality – vorausgesetzt, dass sie ihre Matches auch tatsächlich gewinnen. Denn diese beiden Teams haben während der IEM Beijing bewiesen, dass sie momentan eine Stufe über den anderen Rostern stehen. Der sechste Mann von Astralis wird nicht viel daran ändern können. Obendrauf haben Vitality und NaVi nun eine Ruhepause gehabt, wogegen Astralis und mousesports vor knapp 24 Stunden noch inmitten eines harten Kampfes waren. Wie gut können sich diese beiden Teams wirklich auf die kommenden Fall Finals vorbereitet haben?

Astralis konnten die DreamHack Masters Winter in erster Linie gewinnen, weil Natus Vincere und Team Vitality nicht von der Partie waren. Hätten die zwei an dem Turnier teilgenommen, dann wären die Dänen vermutlich nicht einmal in das Finale gekommen. Sie haben sich stark präsentiert und besonders gegen Liquid, G2, Gambit und FURIA großartige Siege eingefahren. Doch auf dem höchsten Counter-Strike-Level straucheln sie weiterhin. Können sie binnen weniger Tage wirklich das Niveau erreichen, das sie gegen Vitality und Natus Vincere benötigen?