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leni | September 23, 2022

Weiterer Skandal auf Twitch feat. Matt Gaetz

Der Kongressabgeordnete Matt Gaetz, gegen den wegen “Sexhandel” ermittelt wird, setzt Twitch’s Skandal-Woche jetzt noch eins oben drauf. Davor gab es bereits den Gambling-Skandal von Sliker, weniger Geld für die Streamer und ein Grooming-Problem auf der Platform wurde auch enthüllt.

Erst hatte Twitch den Sliker- Glücksspielskandal. Dann hat Twitch eine neue, schlechtere Aufteilung der Einnahmen für Streamer verkündet. Als Nächstes berichtete Bloomberg, dass die Plattform ein großes Problem hat, weil Predator Twitch nutzen würden, um mit Kindern Kontakt zu suchen. Und jetzt hat auch noch der Abgeordnete Matt Gaetz, gegen den wegen Menschenhandels und angeblichen Sex mit einer Minderjährigen ermittelt wird, angekündigt, die Plattform zu nutzen, um seine kontroversen Ideologien zu verbreiten.

Keine gute Woche für Twitch

Twitch-Streamer sind aktuell ziemlich sauer, dass Amazon mehr von ihrem Geld nimmt. Die Streamer haben sich auch über die Entscheidung von Twitch, ihnen weniger Geld zu zahlen, ganz schön aufgeregt und damit gedroht, die TwitchCon 2022 nächsten Monat zu boykottieren.

Dann war da noch der Glücksspiel Skandal von Sliker, der dazu geführt hat, dass überstürzt einige neue Regeln verkündet wurden, wobei mehrere Streamer jetzt ihre Einkommensquellen verloren haben. Sliker hatte auf Twitch gestanden, spielsüchtig zu sein und sich über 300.000 Dollar von Freunden und Bekannten geliehen zu haben, die er jetzt nicht mehr zurückzahlen könne. Dadurch kam Twitch unter Beschuss, weil sie so lax mit den Regeln rund um Glücksspiel sind.

Mitten in all dem berichtete Bloomberg, dass laut einer eigenen Studie insgesamt 1.976 User (aka Predator) über einen Zeitraum von zwei Jahren ca. 279.016 Kinder auf Twitch angesprochen haben, um sie zu groomen. Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, kam dann noch Matt Gaetz und hat dem ganzen Drama noch eins oben drauf gesetzt.

Matt Gaetz streamt auf Twitch

Der Abgeordnete, der gerne mal rassitische und sexistische Kommentare von sich gibt, erklärte: “Ich trete Twitch bei, um meine America-First-Botschaft einer neuen Generation von Zuschauern zu vermitteln”, verkündete er am Donnerstag auf Twitter. “Twitch wird sich zu den Plattformen gesellen, auf denen ich livestreame, darunter Rumble, GETTR, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube.”

Die Nachricht kommt weniger als eine Woche, nachdem die Washington Post berichtet hat, dass Matt Gaetz vor einiger Zeit Präsident Trump um eine Begnadigung im Zusammenhang mit einer Untersuchung wegen Sexhandel gebeten hat. Über die Hintergründe dieser Untersuchung schreibt die Washington Post:

“Die Ermittlungen des Justizministeriums zu der Frage, ob Gaetz für Sex bezahlt hat, ob er Frauen dafür bezahlt hat, über die Staatsgrenzen zu reisen, um Sex zu haben, und ob er eine sexuelle Beziehung zu einer 17-Jährigen hatte, wurden in den letzten Monaten der Trump-Administration mit Genehmigung von Generalstaatsanwalt William P. Barr eingeleitet. Die Untersuchung geht auf eine Bundesuntersuchung gegen einen Freund von Gaetz zurück, der jetzt als Sex-Trafficer verurteilt ist. Gaetz hat bestritten, für Sex zu bezahlen oder als Erwachsener Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben.”

Bei der Minderjährigen handelt es sich angeblich um ein 17-jähriges Mädchen.

Was wird Twitch gegen Gaetz unternehmen?

Gaetz hat sich mit seinen Ideologien schon einen Namen gemacht. Er hat sich u.a. rassistisch geäußert, hat darüber gesprochen, dass Frauen zu hässlich sind, um Abtreibungen zu brauchen und hat jede Menge transphobes Zeug getwittert, um nur einige seiner Fehltritte zu nennen. Ob und wie Twitch dagegen vorgehen wird ist noch nicht klar, allerdings sind sie mit den Streamern sehr streng, von daher kann man nur hoffen, dass sie Politiker genauso schnell bannen.