Was ist VALORANT?

VALORANT ist ein frischer Ansatz für das Shooter-Genre. Das von RIOT entwickelte Spiel hebt sich eindeutig von anderen Titeln wie Counter-Strike oder Overwatch ab und schafft es dennoch, Fans dieser Games zu begeistern. Wir schauen uns VALORANT einmal genauer an und erklären, wie das Spiel funktioniert.

PUNKTEKAMPF IM RUNDENFORMAT

Ähnlich wie bei Counter-Strike geht es in einen rundenbasierten Kampf. Die Teams, die jeweils aus 5 Spielern bestehen, treten auf unterschiedlichen Seiten gegeneinander an. Die Verteidiger haben die Aufgabe, eine ausgewählte Anzahl an Spots zu beschützen. Die Aufgabe der Angreifer ist es, an einem dieser Orte einen sogenannten “Spike” zu platzieren. Sollten die Angreifer es schaffen, diesen Spike zu legen und die 45 Sekunden bis zur Detonation durchzuhalten, so haben sie die Runde gewonnen. Sollten die Verteidiger es jedoch schaffen, sie auszuschalten bevor der Spike platziert wird, die Rundenzeit vorher abläuft, oder sie den gelegten Spike innerhalb der 45 Sekunden entschärfen können, so kriegen die Verteidiger eine Runde für sich.

Dieses Format wird 12 Runden lang durchgespielt und danach wechseln die Teams die Seiten. Entweder werden erneut 12 Runden ausgespielt, oder eines der Teams erreicht 13 Punkte. An diesem Punkt ist es dem Gegnerteam offensichtlich nicht mehr möglich, eine höhere Punktzahl zu erreichen. Für den speziellen Fall dass die Teams ein glattes 12-12 erreichen, gibt es eine Overtime. Es wird jeweils eine Runde auf jeder Seite ausgespielt und wenn der Score danach auf 1-1 steht, geht der Spaß weiter. Erst wenn ein Team auf beiden Seiten gewinnt, ist das Spiel entschieden.

Damit hat das Spiel große Ähnlichkeiten zu Counter-Strike und offensichtlich ist es auch durch den ikonischen Titel inspiriert. In CS werden aber 15-Runden-Hälften gespielt. Der wichtigste Unterschied zu VALORANT kommt jedoch mit den Charakteren.

VERSCHIEDENE CHARAKTERE, VERSCHIEDENE FÄHIGKEITEN

Die Charaktere, auch Agenten genannt, bringen einiges an Dynamik in das Spiel. In Counter-Strike sind alle Spieler grundsätzlich gleich. Sie starten mit der exakt gleichen Menge an Geld und können sich die gleichen Waffen und Ausrüstung kaufen. Selbstverständlich existieren unterschiedliche Rollen, aber die sind nicht vordefiniert und werden durch den Spieler in der Runde selber entschieden. Wenn du in einer Runde als Scharfschütze spielen willst, dann kaufst du dir eine AWP und begibst dich in Position.

Das kannst du in VALORANT prinzipiell auch machen. Aber jeder Agent hat spezielle Fähigkeiten, die ihn grunsätzlich von den anderen entscheiden. Daher eigenen sich manche Angenten besser für bestimmte Aufgaben als andere. Phoenix, zum Beispiel, besitzt Fähigkeiten, die das Einnehmen von Positionen leichter machen. Mit seiner Flash kann er Gegner um Ecken herum blenden und er kann Wände hochziehen, die bestimmte Positionen abschirmen. Es wäre schlicht unpraktisch, ihn für etwas anderes einzusetzen oder einen anderen Agenten mit diesem Job zu betrauen, dessen Fähigkeiten dafür weniger geeignet sind.

Vor dem Start eines Matches treffen die Spieler also eine bewusste Entscheidung darüber, welche Aufgabe sie später übernehmen wollen. Das macht die Pick-Phase natürlich unglaublich wichtig. Ein Team sollte nicht aus 5 Entry-Agenten bestehen oder aus 5 Supports.

Wie konstruiert man also ein Team in VALORANT? Wichtig hierbei ist zu beachten, dass die Komposition auf beiden Seiten funktionieren muss. Eine Gruppe voller brutaler Angreifer bringt in der Defensive herzlich wenig. Also muss ein perfekter Mix ran. Wir stellen euch ein Beispiel dafür vor.

DIE TEAMKOMPOSITION MACHT DEN UNTERSCHIED

Sage ist momentan (noch) ein Kernbestandteil von praktisch jedem Team. Ihre Heilfähigkeiten sind unglaublich wertvoll und mit ihrer Ultimate-Fähigkeit kann sie einen Teamkollegen wiederbeleben. In der Verteidigung kann sie mit ihrer Mauer schnell Wege abschneiden und mit ihrem Orb die Rotation der Gegner verlangsamen.

Cypher sichert mit seinen Trip-Wires Spots und Flanken ab.

Cypher kann im Angriff die Flanken absichern. Mit seiner Kamera und seinen Trip-Wires kann er sicherstellen, dass sich keine Gegner von hinten anschleichen. Für die Verteidigung ist er aber genauso wichtig. Auf Haven, beispielsweise, müssen die Spieler sich oftmals stark ausdünnen um alle drei Spots zu beschützen. Mit einem Cypher an Bord kann jedoch der C-Spot so abgesichert werden, dass kein Spieler sich aktiv dort aufhalten muss. Sobald Cypher einen Gegner auf der Kamera erblickt oder ein Trip-Wire ausgelöst wird, kann das Team reagieren.

Breach sorgt für den notwendigen Raum. Er kann Gegner blenden und von Orten wegzwingen. Seine Ultimate-Fähigkeit kann nach dem Legen des Spikes aus großer Entfernung benutzt werden um den Entschärfungsprozess zu unterbinden. Damit ist Breach in der Defensive und in der Offensive wertvoll.

Brimstone kann seine Rauchgranaten fast wie ein Counter-Strike-Spieler verwenden. Gegner überlegen es sich zweimal, ob sie durch den Rauch durchlaufen wollen – denn auf der anderen Seite könnte bereits ein Fadenkreuz auf sie warten. Damit können also Vorstöße der Angreifer angehalten werden, oder die Rückeroberung eines Spots durch die Verteidiger.

So kann Brimstone mit seinen Smokes einen ganzen Spot abschirmen und den Angreifern einen freien Weg bescheren.

Raze, zu guter letzt, verteilt den großen Schaden. Mit ihren Fähigkeiten kann sie zwar auch Gegner aus dem Versteck locken, sie eignet sich aber dennoch am besten als Duelist, also im direkten Kampf mit anderen Spielern.

VALORANT IM ESPORT-VERGLEICH

Das Spiel ist noch jung, trotzdem gibt es schon eine lebendige Esport-Szene. Mit Team Liquid, FunPlus Phoenix, G2 Esports, TSM, SK Telecom T1 und zahllosen anderen Organisationen haben sich schon einige wohlhabende Sponsoren gefunden. Es wurden bereits mehr als ein Dutzend große Turniere abgehalten. Im regionalen Vergleich zeichnen sich auch schon einige Teams als Top-Favoriten ab. G2 Esports haben beispielsweise alle von RIOT sanktionierten VALORANT-Events Europas gewonnen. Selbstverständlich kann VALORANT nicht mit den großen Esport-Szenen konkurrieren. Aber wenn wir eine Sache von RIOT und League of Legends gelernt haben, dann ist es, dass sie wissen wie man einen großen Esport hochzieht.

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