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leni | August 9, 2022

Warum spielt eigentlich niemand die Spiele von Netflix?

Netflix hat sich schon seit langem zu einem Kultbegriff etabliert und viele Leute (fast 200 Millionen!) nutzen den Service. Aber Netflix ist nicht nur Serien schauen – seit letztem Jahr bietet Netflix seinen Abonnenten auch noch Videospiele an – und zwar kostenlos.

Trotzdem sieht es so aus, als würden nur weniger als ein Prozent der User tatsächlich eines dieser Spiele spielen. Dennoch soll es noch mehr Spiele geben – es fragt sich allerdings wie erfolgreich das Konzept sein wird, wenn es jetzt auch schon kaum Beachtung findet.

Netflix Spiele – ein Flop?

Im November fing Netflix an, Spiele als Teil seines Abonnementdienstes anzubieten und startete mit fünf Titeln: Stranger Things: The Game, Card Blast, Shooting Hoops und Teeter Up. Inzwischen sind noch weitere hinzugekommen. Außerdem gibt es über 25 Handyspiele, die man über die Netflix-App auf Android- oder iOS-Geräte herunterladen kann. Einige dieser Spiele sind auch wirklich gut und nerven die User nicht mit Werbung o.ä.

Die Spiele von Netflix wurden knapp über 23 Millionen Mal heruntergeladen und werden täglich 1,7 Millionen gespielt. Das klingt erst nach viel, aber im Vergleich zu den 221 Millionen Abonnenten von Netflix ist das im Grunde nichts. Diese Daten scheinen zu zeigen, dass etwa 200 Millionen Menschen, die Zugang zur Netflix-Spielebibliothek haben, diese derzeit nicht spielen oder vielleicht nicht einmal wissen, dass sie existieren.

Netflix will auch Spiele produzieren

Trotzdem nimmt Netflix immer mehr Spiele auf, obwohl sie es bisher nicht schaffen, wirklich viele Leute dafür zu interessieren. Vor allem wenn man das mit Daten von einem x-beliebigen Handyspiel vergleicht, die pro Tag allein das Doppelte an Aufrufen haben.

Letztes Jahr erklärte Netflix, dass sie nicht nur Serien machen wollen, sondern sich auch noch auf andere Projekte konzentrieren wollen. Gleichzeitig erklärte er, dass sich das Unternehmen auf den “langfristigen Preis” konzentrieren will, Spiele zu entwickeln, die mit erfolgreichen Netflix-Serien und -Filmen zu tun haben.

Fragt sich allerdings ob sich das für Netflix wirklich rechnet, denn bisher ist die Begeisterung in Bezug auf die Spiele nicht sehr groß. Wenn das Projekt nicht bald fruchtet, kann es gut sein, dass Netflix es irgendwann einstellen wird.

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Wird sich das Projekt halten?

Und für Netflix läuft es generell nicht ganz so blendend, denn sie haben seit Anfang dieses Jahres schon 1,2 Millionen Abonnenten verloren. Das heißt weniger Geld für das Unternehmen. Netflix hat wiederum einige Leute gehen lassen müssen, Ausgaben gekürzt und Sendungen gestrichen. Der Aufbau und die Unterstützung einer Spielebibliothek, die mit Game Pass oder Apple Arcade mithalten kann, ist nicht billig. Und obwohl Netflix hammermäßige Einnahmen macht, sind auch die Ausgaben des Giganten sehr hoch. Von daher muss sich das Unternehmen gut überlegen, ob es sich wirklich lohnt, weiter in die Spiele-Richtung zu gehen.