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Valve und Perfect World sperren 12 Dota-2-Profis 

Autoren-Bild Andrea Mertens Mai 18, 2025

Die Dota-2-Community wurde gestern von einem erneuten Skandal erschüttert: Valve, der Entwickler von Dota 2, und der chinesische Turnierveranstalter Perfect World haben 12 professionelle Spieler wegen schwerwiegender „Integritätsverstöße“ von ihren Wettbewerben ausgeschlossen. Dabei handelt es sich um eine der härtesten Wellen an Sanktionen seit dem massiven Match-Fixing-Eklat von 2023 – und sie wirft erneut ein grelles Licht auf systematische Probleme im chinesischen und südostasiatischen Esport.

Die Sperren im Detail

Von den zwölf gesperrten Spielern wurden fünf dauerhaft – also lebenslang – aus allen von Valve oder Perfect World organisierten Turnieren ausgeschlossen. Die anderen sieben wurden für zwei Jahre gesperrt. Besonders brisant: Einige der betroffenen Profis hatten noch wenige Tage zuvor an großen LAN-Qualifikationsturnieren für das Esports World Cup (EWC) in Riyadh oder das Riyadh Masters teilgenommen – eines der prestigeträchtigsten Dota-2-Events des Jahres.

Ein Skandal in Echtzeit – der Fall „mmmm“

Besonders auffällig ist der Fall von Liu „mmmm“ Junhui, auch bekannt unter dem Nickname Manic. Nur einen Tag vor der Bekanntgabe der Sperre hatte er noch mit seinem Team Excel bei der Asian Champions League gegen Xtreme Gaming auf der Bühne gestanden – ein Turnier, das direkt zur Qualifikation für das EWC zählt. Dass seine Sperre praktisch über Nacht erfolgte, legt nahe, dass die Untersuchungen im Hintergrund bereits länger liefen und nun punktgenau zur Durchsetzung kamen.

Die vollständige Liste der gesperrten Spieler:

Lebenslange Sperren:

  • Lu „L’enfer, c’est les autres“ Yubin (ehemals ToLight)
  • Chen „Small.kk“ Zhichao
  • Jun „Eren“ Jie (Malaysia)
  • Hu „molasses“ Jiaxing
  • Li „X1aOyU“ Qian Yu (Myth Avenue Gaming, Malaysia)

Zwei Jahre Sperre:

  • Zhu „V“ Lianfa (ToLight)
  • Feng „killa“ Bonian
  • Li „RanFuDao“ Xinyuan
  • Liu „mmmm“ Junhui (Excel)
  • Wang „三无marblue“ Heng
  • Yu „Tz“ Chengwei
  • Wan „59“ Tao

Wiederholungstäter und systemische Probleme

Einige dieser Namen sind bereits in der Vergangenheit aufgefallen. So wurde Li „X1aOyU“ Qian Yu bereits 2023 wegen Match-Fixing für ein Jahr gesperrt. Dass er nun lebenslang gesperrt wurde, spricht für einen erneuten Verstoß – und damit eine klare Null-Toleranz-Haltung der Organisatoren.

Die aktuelle Sperrwelle erinnert stark an die Geschehnisse aus dem Frühjahr 2023, als Valve gemeinsam mit Perfect World gleich 46 Spieler aus der chinesischen Dota-2-Szene sanktionierte. Damals traf es unter anderem Mitglieder der Organisationen Knights und EHOME, zwei traditionelle Namen im chinesischen Dota. Auch diese Sperren basierten auf umfassenden Untersuchungen zu Spielmanipulation und Wetten auf eigene Matches.

Konsequenzen für die Szene und internationale Events

Die Sperren sind nicht nur für die betroffenen Spieler und ihre Teams ein harter Schlag, sondern auch für Turnierveranstalter, die sich nun kurzfristig nach Ersatz umsehen müssen. Mit dem Riyadh Masters 2025 und dem The International 2025 in greifbarer Nähe könnten Teams aus China und Südostasien in Schwierigkeiten geraten, ihre Qualifikationsplätze zu halten.

Hinzu kommt ein Imageschaden für die Region, die historisch zu den stärksten Dota-2-Szenen weltweit zählt. Chinesische Teams wie LGD, Xtreme Gaming oder Azure Ray gehören regelmäßig zur Weltspitze – doch solche Skandale werfen dunkle Schatten auf ihre Wettbewerbsintegrität.

Ein offizielles Statement von Valve liegt bislang nicht in ausführlicher Form vor, die Bekanntgabe erfolgte wie üblich in Form einer kurzen Mitteilung über Perfect World. Auch seitens der Spieler gab es bislang kaum öffentliche Reaktionen – viele Betroffene haben sich in sozialen Medien zurückgezogen oder ihre Accounts deaktiviert.

Die neue Sperrwelle zeigt, dass Valve und Perfect World nach wie vor bereit sind, hart durchzugreifen, wenn es um die Integrität des Esports geht. Doch sie zeigt auch, wie tief das Problem in Teilen der Szene verwurzelt ist – und wie dringend transparente Maßnahmen, bessere Aufklärung und stärkere unabhängige Kontrollorgane gebraucht werden. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um langfristig für sauberen Wettbewerb zu sorgen, bleibt offen. Für den Moment ist klar: Dota 2 befindet sich in einem weiteren Reinigungsprozess – mit dramatischen Konsequenzen für viele Karrieren.

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Über Andrea Mertens |

Andrea Mertens ist seit über 15 Jahren als Sportjournalistin tätig und berichtet seit fünf Jahren intensiv über die Welt des Esports. Mit ihrer langjährigen Erfahrung im klassischen Sportjournalismus bringt sie fundiertes Fachwissen, analytische Kompetenz und ein tiefes Verständnis für Wettkampfstrukturen in ihre Berichterstattung ein.Ihr Fokus liegt auf der Schnittstelle zwischen traditionellem Sport und kompetitivem Gaming. Ob große Turniere, Team-Analysen oder Entwicklungen in der Esports-Szene - Andrea verbindet journalistische Präzision mit Leidenschaft für Gaming-Kultur. Besonders gerne schreibt sie über Titel wie Counter-Strike, League of Legends und Valorant, behält aber auch branchenübergreifende Trends stets im Blick.Durch ihre klare, zugängliche Schreibe macht sie komplexe Themen für ein breites Publikum verständlich und liefert sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Fans wertvolle Einblicke. Bei Fragster.de berichtet Andrea über aktuelle News, Hintergründe und die spannendsten Geschichten aus Sport und Esports.

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