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Valve sagt ohnePixel ab: VACNet-Fälle dürfen nicht gestreamt werden

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Der deutsche CS2-Streamer ohnePixel wollte Valves neues VACNet Labeling Portal gemeinsam mit seinen Zuschauern ausprobieren und verdächtige Gameplay-Clips live bewerten. Daraus wird vorerst nichts. Nach einem veröffentlichten Nachrichtenaustausch hat Valve ihm mitgeteilt, dass Material aus dem Review-System nicht gestreamt werden soll. Eine persönliche Sperre gegen ohnePixel ist das allerdings nicht – Valve verweist lediglich auf eine Regel, die grundsätzlich für Teilnehmer des Programms gilt.

ohnePixel fragte Valve vor dem geplanten Stream

ohnePixel wollte das neue VACNet-System offenbar als eigenes Stream-Format nutzen. Statt einfach mit der Übertragung zu beginnen, wandte er sich zunächst an das Counter-Strike-Team und fragte nach, ob er die Fälle zusammen mit seiner Community bearbeiten dürfe.

In dem inzwischen verbreiteten Screenshot der Kommunikation antwortete Valve sinngemäß, dass bereits auf der VACNet-Seite darum gebeten werde, die Inhalte nicht zu streamen. Man bitte die Teilnehmer, diese Vorgabe einzuhalten. Eine Ausnahme für ohnePixel gibt es damit nicht.

Die ursprüngliche Meldung, Valve habe ohnePixel „gebannt“, greift deshalb deutlich zu weit. Weder sein Steam-Account noch sein Twitch-Kanal noch sein Zugang zu Counter-Strike 2 wurden aufgrund des Vorgangs gesperrt. Es geht ausschließlich darum, ob das Material des neuen VACNet-Review-Systems öffentlich übertragen werden darf.

VACNet-Clips sollen nicht aufgenommen oder geteilt werden

Das VACNet Labeling Portal ist seit dieser Woche über eine offizielle Counter-Strike-Domain erreichbar. Ohne Einladung erscheint dort lediglich der Hinweis, dass nur ausgewählte Teilnehmer Zugriff erhalten.

Im eigentlichen Review-Bereich werden den eingeladenen Spielern kurze Ausschnitte verdächtiger CS2-Partien gezeigt. Screenshots und Berichte aus dem Portal dokumentieren vier zentrale Kategorien, mit denen das Verhalten markiert werden kann:

  • Aim Assist
  • WallHack
  • AutoBHop
  • Farming Bot

Zusätzlich können unklare oder fehlerhafte Ausschnitte übersprungen beziehungsweise als ungeeignet markiert werden. Die abgegebenen Labels können anschließend zum Training künftiger VACNet-Systeme verwendet werden.

Valve bittet die Teilnehmer außerdem ausdrücklich darum, die gezeigten Clips nicht aufzunehmen, zu streamen oder öffentlich weiterzugeben. Genau an dieser Vorgabe scheitert ohnePixels geplantes Format.

Neues System ist kein klassisches Overwatch

Auf den ersten Blick erinnert das Portal stark an Overwatch aus CS. Damals konnten erfahrene Spieler Demos verdächtiger Accounts ansehen und anschließend beurteilen, ob offensichtliches Cheating vorlag.

Beim neuen VACNet-System liegt der Schwerpunkt jedoch offenbar anders. Die Bewertungen der Teilnehmer sollen nicht unmittelbar darüber entscheiden, ob der gezeigte Spieler gebannt wird. Stattdessen dienen die menschlichen Einschätzungen vor allem dazu, Gameplay-Muster zu kategorisieren und damit Daten für VACNet bereitzustellen.

Gerade die Kategorie „Farming Bot“ ist dabei interessant. Sie zeigt, dass Valve über klassische Aimbots und Wallhacks hinaus auch automatisierte Accounts systematisch erfassen will. Erst zuletzt gab es Berichte darüber, dass Betreiber chinesischer CS2-Bot-Farmen ihre Systeme aus Sorge vor den neuen VACNet-Maßnahmen zumindest vorübergehend heruntergefahren haben. Wie umfangreich diese Stilllegungen tatsächlich sind, ist allerdings weiterhin nicht unabhängig bestätigt.

Warum Valve die Clips geheim halten will, bleibt offen

Valve selbst hat öffentlich bislang keine ausführliche Erklärung veröffentlicht, warum Teilnehmer die Fälle nicht zeigen dürfen. Die frei zugängliche VACNet-Seite enthält derzeit lediglich den Login für eingeladene Nutzer.

Naheliegend ist allerdings, dass Valve verhindern möchte, dass Cheat-Entwickler detailliert nachvollziehen können, welche Verhaltensweisen derzeit zur Überprüfung ausgewählt und wie diese von menschlichen Reviewern bewertet werden. Das wäre eine plausible Erklärung für die restriktivere Handhabung gegenüber dem früheren Overwatch-System – offiziell bestätigt hat Valve diese Motivation bislang aber nicht.

Für Streamer ergibt sich damit eine klare Grenze: Über das VACNet Labeling Portal kann gesprochen werden, die tatsächlichen Review-Clips sollen nach Valves derzeitiger Vorgabe jedoch nicht Teil eines Livestreams oder Videos werden.

ohnePixel hat diese Grenze immerhin vorab abgeklärt. Anstatt die Fälle zunächst vor Tausenden Zuschauern zu zeigen und erst anschließend auf eine Reaktion von Valve zu warten, fragte er direkt beim Entwickler nach – und erhielt eine ziemlich eindeutige Antwort.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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