Trotz Bauteilknappheit und drastisch gestiegener Komponentenpreise hält Valve an seinem Zeitplan fest: Steam Machine und Steam Frame sollen weiterhin noch in diesem Sommer auf den Markt kommen. Das bekräftigte das Unternehmen im Zuge der Ankündigung, sein Verified-Programm auf die neue Hardware auszuweiten – obwohl bis heute weder ein konkretes Erscheinungsdatum noch ein Preis für die beiden Geräte feststeht.
Verified-Programm wird auf die neue Hardware ausgeweitet
Das Verified-System von Valve stuft Steam-Spiele danach ein, wie gut sie auf der hauseigenen Hardware laufen und wie kompatibel sie mit Proton sind – jener Software, die das Ausführen von Windows-Spielen unter Linux ermöglicht. Eingeführt wurde das Programm mit dem Steam Deck, nun erweitert Valve es um Steam Machine und Steam Frame. Für Anwender ist die Faustregel simpel: Läuft ein Titel gut auf dem Steam Deck, läuft er auch auf der Steam Machine gut.
Bemerkenswert ist ein Detail aus der Steamworks-Dokumentation. Entwickler sollen ihre Spiele mangels verfügbarer Steam-Machine-Dev-Kits am Steam Deck auf Kompatibilität prüfen. Dev-Kit-Einheiten der Steam Machine seien derzeit nicht verfügbar, heißt es; die beste Methode zur Sicherstellung der Kompatibilität sei die Arbeit am Steam Deck. Beim Steam Deck waren die Entwickler-Kits vor dem Verkaufsstart im Februar 2022 noch rechtzeitig an die Studios verteilt worden, und auch Steam-Frame-Dev-Kits sind bereits im Umlauf. Das Fehlen der Steam-Machine-Kits könnte ein Hinweis darauf sein, wie streng Valve den Zugang zu knappen Komponenten derzeit rationiert.
Der schwierige Markt: Speicherknappheit treibt die Preise
Dass Valve überhaupt am Marktstart festhält, dürfte all jene erleichtern, die bereit sind, für die voraussichtlich kostspielige Hardware tief in die Tasche zu greifen. Der Hunger der KI-Industrie nach DRAM- und NAND-Speicher hat eine breite Verknappung und massive Preissteigerungen ausgelöst. Selbst etablierte Geräte wie die Nintendo Switch 2 und die PlayStation 5 erhielten 2026 deutliche Preiserhöhungen, und auch Valve hob den Preis des Steam Deck um bis zu 300 US-Dollar an. Angesichts dieser Lage hätte es kaum überrascht, wenn der Hersteller die neuen Produkte vorerst auf Eis gelegt hätte.
Einen Anhaltspunkt für die Preisgestaltung liefert immerhin der bereits erschienene neue Steam Controller: Die zweite Generation kam am 4. Mai 2026 für 99 Euro auf den Markt – ein gut verarbeitetes Eingabegerät mit Touchpads, das preislich im vertretbaren Rahmen blieb. Bei Steam Machine und Steam Frame dürfte das angesichts der verbauten Speicherchips schwieriger werden.
Was die Geräte kosten könnten
Einen offiziellen Preis hat Valve für die Steam Machine bislang nicht genannt, ein günstiges Gerät zeichnet sich aber zunehmend nicht ab. PC Gamers Hardware-Redakteur Jacob Ridley prognostizierte Ende 2025 zunächst einen Preis von 529 US-Dollar für eine 512-GB-Variante, korrigierte diese Schätzung im Februar dann aber auf rund 899 US-Dollar nach oben – und seither hat sich die Marktlage weiter verschärft. Andere Schätzungen siedeln die Steam Machine sogar zwischen 1.000 und 1.500 US-Dollar an. Sämtliche dieser Zahlen sind allerdings Prognosen Dritter, keine offiziellen Angaben von Valve.
Als Orientierung für den eigenen Preisrahmen nannte Valve bei der Vorstellung lediglich: Wer sich aus Einzelteilen einen PC mit vergleichbarer Leistung baue, lande ungefähr in dem Preisfenster, das man anstrebe. Wie schwierig die Lage ist, machte Valve-Mitarbeiter Lawrence Yang im Mai gegenüber PC Gamer deutlich. Die Bauteilknappheit treffe unweigerlich alles, was solche Komponenten enthalte, und man tue sein Bestes, das Produkt dennoch zu einem möglichst guten und konkurrenzfähigen Preis anbieten zu können – einfach sei das aber gewiss nicht.
Ein knappes Zeitfenster bis zum Sommer
Mit der Eingrenzung von einem vagen „2026″ auf „diesen Sommer“ rückt der Marktstart näher, doch das Zeitfenster ist eng. Valve bleiben damit nur noch wenige Monate, um die Preisfrage zu klären sowie Handel und Distribution aufzustellen – und das in einem Marktumfeld, in dem ein zu früh genannter Preis bei weiter steigenden Speicherkosten schnell zum Problem werden könnte. Für den deutschen Markt bedeutet das vor allem: Wer mit einer Steam Machine im heimischen Wohnzimmer liebäugelt, sollte sich auf eine spürbare Investition einstellen und konkrete Euro-Preise frühestens zum tatsächlichen Launch erwarten.
