Riot Games bereitet offenbar eine neue Primärwaffe für VALORANT vor. In einem offiziellen Teaser war bereits eine bislang unbekannte Rifle zu sehen, während Dataminer inzwischen deutlich mehr Details veröffentlicht haben. Die Waffe soll demnach „Warden“ heißen, vollautomatisch feuern, einen 2x-Zoom besitzen und genau wie Vandal und Phantom 2.900 Credits kosten. Sollte sich der Leak bestätigen, könnte Riot erstmals seit Jahren die etablierte Rifle-Meta ernsthaft aufbrechen.
Offiziell bestätigt hat Riot bislang weder den Namen Warden noch die vollständigen technischen Werte. Die Existenz einer neuen Waffe gilt nach dem eigenen Teaser allerdings als sehr wahrscheinlich. Die konkreten Stats stammen weiterhin aus Datamining und sollten entsprechend noch nicht als endgültig betrachtet werden.
Riot zeigt die neue Waffe selbst
Ausgangspunkt der aktuellen Spekulationen ist ein kurzer Clip vom offiziellen VALORANT-Account.
Darin ist eine bislang unbekannte Schusswaffe zu sehen, die sich deutlich von den bestehenden Rifles unterscheidet. Vor allem der große optische Visieraufsatz fiel der Community sofort auf.
Auf r/ValorantCompetitive erreichten Threads zum Teaser innerhalb weniger Stunden mehrere Hundert Upvotes. Viele Spieler zogen unmittelbar Vergleiche mit der SG 553 beziehungsweise Krieg aus Counter-Strike, da auch dort ein vollautomatisches Gewehr mit stärkerem Zoom zum Einsatz kommt.
Dass eine neue Waffe kommt, ist damit wesentlich besser abgesichert als die Frage, wie sie am Ende genau funktioniert.
Leak nennt die neue Rifle „Warden“
Kurz nach Riots Teaser veröffentlichten mehrere bekannte Dataminer angebliche Spieldaten der Waffe.
Demnach trägt sie intern beziehungsweise aktuell den Namen Warden.
Die bislang geleakten Werte sehen folgendermaßen aus:
| Eigenschaft | Warden laut Leak |
|---|---|
| Preis | 2.900 Credits |
| Feuermodus | Vollautomatisch |
| Magazin | 18 Schuss |
| Reserve | 90 Schuss |
| Feuerrate | 6,55 Schuss/Sek. |
| Zoom | 2x |
| Nachladezeit | 2,5 Sek. |
| Durchschlagskraft | Mittel |
Gerade der Preis ist interessant.
Mit 2.900 Credits würde Warden exakt in derselben Preisklasse wie Vandal und Phantom liegen. Spieler müssten sich damit in Full-Buy-Runden künftig möglicherweise zwischen drei statt zwei primären Rifles entscheiden.
Deutlich langsamer als Vandal und Phantom
Die Feuerrate zeigt allerdings, dass Warden offenbar nicht einfach eine dritte Variante derselben Idee werden soll.
Mit rund 6,55 Schuss pro Sekunde würde sie deutlich langsamer feuern als Vandal und Phantom. Gleichzeitig besitzt sie laut Leak ein 2x-Visier, während die beiden etablierten Rifles lediglich einen wesentlich kleineren ADS-Zoom bieten.
Das deutet auf eine klare Rolle hin:
Warden könnte die präzisere Rifle für mittlere und lange Distanzen werden.
Gerade Spieler, die gerne lange Winkel halten, könnten damit eine Alternative zur Guardian bekommen, ohne auf vollautomatisches Feuer verzichten zu müssen.
Zwischen Guardian und Vandal
Genau diese Nische diskutiert die Community derzeit am stärksten.
Die Guardian ist ebenfalls auf Präzision und längere Distanzen ausgelegt, feuert allerdings nur halbautomatisch. Vandal und Phantom dominieren dagegen nahezu sämtliche klassischen Full-Buy-Runden.
Warden könnte genau dazwischen liegen.
Sie wäre langsamer als Vandal und Phantom, aber flexibler als Guardian – zumindest dann, wenn ihre Präzision und ihr Schaden entsprechend hoch ausfallen.
Und hier liegt noch die größte Unbekannte.
Der wichtigste Wert fehlt noch: Schaden
Bislang gibt es keine belastbar bestätigten Schadenswerte.
Genau davon hängt aber ab, ob die Waffe tatsächlich eine neue Meta-Option wird oder lediglich eine Nischenwaffe bleibt.
Die entscheidende Frage lautet:
Kann Warden Gegner mit voller Rüstung mit einem Kopfschuss töten?
Vandal schafft das auf jede Distanz. Phantom verliert diese Fähigkeit außerhalb ihrer maximalen Damage Range.
Sollte Warden ebenfalls einen garantierten One-Tap über sämtliche Distanzen ermöglichen und gleichzeitig über 2x-Zoom verfügen, könnte die Waffe auf Maps mit langen Sichtlinien extrem stark werden.
Die Community spekuliert aktuell über einen hohen Einzelschussschaden und eine entsprechend langsamere Time-to-Kill über Bodyshots. Belastbare Zahlen gibt es dafür aber noch nicht.
18 Schuss zwingen zu mehr Kontrolle
Auch das kleine Magazin fällt auf.
Während Phantom und Vandal größere Magazine besitzen, soll Warden lediglich 18 Schuss fassen.
Das würde Spray-and-Pray deutlich stärker bestrafen.
Wer mit der Waffe länger durchschießt oder mehrere Gegner hintereinander bekämpfen muss, müsste wesentlich bewusster mit seinen Kugeln umgehen.
Das passt wiederum zur vermuteten Rolle als präzise Rifle für Spieler, die eher einzelne Winkel kontrollieren als aggressiv durch mehrere Gegner zu sprayen.
Riot verändert das Waffenarsenal 2026 deutlich stärker
Interessant ist auch der größere Kontext.
Über Jahre blieb das Waffenarsenal von VALORANT praktisch unverändert. Mit der Outlaw kam 2024 erstmals seit Release überhaupt eine neue Waffe hinzu.
2026 folgte bereits die Bandit, eine neue Sidearm zwischen Ghost und Sheriff. Riot erklärte damals ausdrücklich, mehr Lücken im bestehenden Waffensystem schließen zu wollen. (playvalorant.com)
Warden wäre damit bereits die nächste Erweiterung des Arsenals.
Und anders als Bandit oder Outlaw würde sie direkt in den wichtigsten Bereich des Spiels eingreifen: die Full-Buy-Rifle-Runden.
Vandal und Phantom dominieren VALORANT seit Jahren
Seit dem Release von VALORANT läuft die wichtigste Kaufentscheidung für viele Spieler praktisch immer gleich:
Vandal oder Phantom?
Vandal bietet den zuverlässigen One-Tap auf jede Distanz, Phantom dafür höhere Feuerrate, Schalldämpfer und Vorteile auf kürzeren Entfernungen.
Alle anderen Rifles spielen im professionellen und hochrangigen Bereich deutlich kleinere Rollen.
Genau deshalb wäre eine dritte Waffe für denselben Preis so spannend.
Riot müsste Warden stark genug machen, damit Spieler tatsächlich auf Vandal oder Phantom verzichten – gleichzeitig aber schwach genug, um die bisherigen Rifles nicht vollständig zu verdrängen.
Das ist eine extrem schmale Balance.
Counter-Strike-Spieler denken sofort an die Krieg-Meta
Nicht zufällig erinnert die Diskussion viele Veteranen an Counter-Strike.
Die SG 553 – meist einfach Krieg genannt – war dort lange eine Nischenwaffe, bevor Spieler realisierten, wie stark die Kombination aus Visier, hoher Präzision und Schaden tatsächlich war.
Es folgte eine Phase, in der die Waffe plötzlich einen massiven Teil der professionellen Meta bestimmte.
Genau davor beziehungsweise darauf scherzt die VALORANT-Community aktuell.
Mehrere der populärsten Reddit-Kommentare sprechen bereits von einer kommenden „Krieg Meta“.
Ob Warden überhaupt ähnlich stark wird, lässt sich natürlich noch nicht sagen.
Der Vergleich zeigt aber, warum Riot bei der Balance einer scoped Full-Auto-Rifle besonders vorsichtig sein muss.
Release möglicherweise schon mit einem der nächsten Patches
Auch beim Veröffentlichungszeitpunkt gibt es noch keine offizielle Bestätigung.
Ein Leak spricht davon, dass Warden bereits mit einem kommenden Patch erscheinen könnte. Andere Berichte erwarten die Waffe erst nach den VALORANT Champions 2026 beziehungsweise zum nächsten größeren Akt.
Riot hat für Patch 13.06 bereits ein größeres Update angekündigt, bislang aber keine neue Waffe in den offiziellen Patchnotes bestätigt. (playvalorant.com)
Deshalb gilt aktuell:
Die Waffe selbst wurde angeteasert. Name, Werte und Release bleiben teilweise Leak-Territorium.
Warden könnte die wichtigste neue Waffe seit VALORANT-Launch werden
Outlaw und Bandit haben das Arsenal sinnvoll erweitert, ohne die zentrale Kaufentscheidung jeder Full-Buy-Runde grundsätzlich zu verändern.
Warden könnte genau das tun.
Wenn eine vollautomatische 2x-Rifle tatsächlich zum gleichen Preis wie Vandal und Phantom erscheint, muss sich künftig jeder Spieler fragen, welche der drei Optionen am besten zur Map, Position und eigenen Spielweise passt.
Gerade auf langen Winkeln könnte das Auswirkungen auf Agenten, defensive Positionen und sogar professionelle Teamkompositionen haben.
Noch fehlen dafür die entscheidenden Details – vor allem der Schaden und das genaue Recoil-Verhalten.
Aber schon jetzt ist klar: Wenn Riot die geleakten Werte tatsächlich so veröffentlicht, bekommt die seit Jahren stabile VALORANT-Rifle-Meta erstmals ernsthafte neue Konkurrenz.

