Riot Games arbeitet offenbar daran, die Map-Auswahl in VALORANT Ranked angenehmer zu gestalten. In einem aktuellen Reddit-AMA reagierten die Entwickler auf Beschwerden über wiederholte Karten und unbeliebte Rotationen. Das bestehende System soll eigentlich verhindern, dass Spieler ständig dieselben Maps bekommen – in der Praxis funktioniert das aber nicht immer zuverlässig. Riot untersucht deshalb mögliche Verbesserungen. Auch ein Map-Ban-System oder andere Möglichkeiten, Spielern mehr Einfluss auf die Kartenauswahl zu geben, werden weiterhin diskutiert.
Eine konkrete Einführung von Map-Bans ist allerdings noch nicht beschlossen. Riot betont ausdrücklich, dass es dazu derzeit noch nichts anzukündigen gibt.
Damit bleibt das aktuelle Matchmaking-System vorerst unverändert.
Riot versucht schon jetzt, Map-Wiederholungen zu verhindern
Ausgangspunkt der Diskussion war die Frage mehrerer Spieler, warum im Ranked-Modus teilweise dieselben Maps kurz hintereinander auftauchen.
Besonders häufig wird innerhalb der Community darüber diskutiert, wenn eine ohnehin unbeliebte Karte mehrfach in kurzer Folge ausgewählt wird.
Ein Spieler fragte beispielsweise, ob Riot nach der Kritik an Abyss möglicherweise sogar bewusst die Wahrscheinlichkeit erhöht habe, auf dieser Map zu landen.
Das weist Riot zurück.
Derek, Product Manager für Competitive Systems, erklärte, dass das System eigentlich genau das Gegenteil erreichen soll.
Bei der Auswahl einer Map versucht VALORANT demnach, die innerhalb einer Lobby zuletzt am wenigsten gespielten Karten zu bevorzugen. Gleichzeitig sollen Wiederholungen und längere Serien derselben wenigen Maps vermieden werden.
Das System berücksichtigt also nicht nur einen einzelnen Spieler, sondern die komplette Lobby.
Manche Spieler haben trotzdem einfach Pech
Ganz verhindern kann der Algorithmus Wiederholungen offenbar nicht.
Riot räumt selbst ein, dass einzelne Nutzer sehr ungünstige Kombinationen bekommen können.
In manchen Fällen taucht dieselbe Karte häufiger hintereinander auf, als es den Entwicklern eigentlich lieb ist.
Genau diese Situationen möchte Riot nun genauer untersuchen.
Das Problem liegt dabei vermutlich in der Zusammensetzung einer kompletten Lobby: Eine Map, die für einen Spieler gerade mehrfach aufgetaucht ist, kann für andere Teilnehmer gleichzeitig die am wenigsten gespielte Karte sein.
Das Matchmaking muss deshalb unterschiedliche Spielhistorien miteinander kombinieren.
Am Ende kann daraus eine Auswahl entstehen, die sich für einzelne Spieler deutlich schlechter anfühlt als für den Rest der Lobby.
Map-Bans für Ranked sind weiterhin ein Thema
Neben Verbesserungen am bestehenden Auswahlverfahren wurde im AMA auch direkt nach Map-Bans gefragt.
Ein solches System würde Spielern ermöglichen, bestimmte Karten vor einem Ranked-Match auszuschließen.
Andere kompetitive Shooter nutzen ähnliche Mechaniken bereits seit Jahren.
VALORANT Game Director Andy Ho bestätigte, dass Riot weiterhin darüber nachdenkt, wie das Map-System langfristig aussehen soll.
Das Team wolle Möglichkeiten prüfen, Spielern künftig möglicherweise mehr Kontrolle über ihre Ranked-Erfahrung zu geben.
Eine klassische Ban-Phase ist damit allerdings nicht bestätigt.
Riot könnte beispielsweise auch ein alternatives System entwickeln, bei dem Spieler bevorzugte und unerwünschte Maps angeben oder nur eingeschränkten Einfluss auf die Auswahl bekommen.
Riot will die Map-Vielfalt nicht opfern
Der Grund für die vorsichtige Haltung liegt in einem grundlegenden Ziel von VALORANT.
Riot möchte vermeiden, dass Ranked-Spieler dauerhaft nur einen kleinen Teil des Map-Pools verwenden.
Wenn jeder Spieler beispielsweise zwei oder drei unbeliebte Karten permanent sperren könnte, würden diese Maps unter Umständen kaum noch gespielt.
Das hätte wiederum Auswirkungen auf die Lernkurve und möglicherweise auch auf den Esport.
Professionelle Spieler müssen schließlich mit dem vollständigen kompetitiven Map-Pool umgehen können.
Riot betrachtet eine möglichst große Kartenvielfalt deshalb weiterhin als wichtigen Bestandteil von VALORANT.
Mehr Freiheit für Spieler muss entsprechend mit diesem Ziel vereinbar sein.
Abyss zeigt das Problem besonders deutlich
Gerade kontrovers diskutierte Maps machen die Schwäche des bisherigen Systems sichtbar.
Wenn ein Spieler eine bestimmte Karte nicht mag und sie anschließend innerhalb kurzer Zeit mehrfach erhält, fühlt sich die Auswahl schnell manipuliert oder unfair an.
Der Algorithmus selbst bewertet allerdings nicht, welche Maps beliebt sind.
Er versucht lediglich, innerhalb der jeweiligen Lobby Wiederholungen zu vermeiden und weniger häufig gespielte Karten stärker zu berücksichtigen.
Das kann paradoxerweise dazu führen, dass eine unbeliebte Map häufiger erscheint, wenn sie von mehreren Spielern der Lobby zuvor länger nicht gespielt wurde.
Dass Riot die Beschwerden inzwischen öffentlich adressiert, zeigt zumindest, dass die aktuelle Lösung noch nicht als endgültig betrachtet wird.
Kurzfristig geht es erst einmal um weniger Wiederholungen
Bevor ein umfangreiches Map-Ban-System kommt, dürfte Riot zunächst das bestehende Auswahlverfahren verbessern.
Die Entwickler untersuchen bereits Situationen, in denen Spieler dieselben Maps mehrfach direkt hintereinander erhalten.
Das dürfte der einfachere Ansatz sein, weil dabei die grundlegende Struktur des Ranked-Modus erhalten bleibt.
Ein optimierter Algorithmus könnte beispielsweise stärker berücksichtigen, wenn einzelne Spieler eine Karte erst unmittelbar zuvor gespielt haben.
Wie genau Riot das technisch umsetzen möchte, wurde allerdings nicht erklärt.
Map-Bans bleiben vorerst Zukunftsmusik
Für Spieler, die bestimmte Karten am liebsten komplett aus ihrer Ranked-Queue entfernen würden, gibt es deshalb noch keine konkrete Lösung.
Riot zeigt sich offen für mehr Einfluss der Community, möchte gleichzeitig aber die Vielfalt des Map-Pools erhalten.
Damit stehen aktuell zwei mögliche Veränderungen im Raum: Kurzfristig soll die bestehende Map-Auswahl weniger frustrierende Wiederholungen produzieren. Langfristig könnte Riot Spielern möglicherweise mehr Kontrolle darüber geben, welche Karten sie spielen müssen.
Ob daraus tatsächlich klassische Map-Bans entstehen, ist noch offen. Die Diskussion innerhalb des Entwicklerteams läuft aber offenbar weiter.

