Nach den schwereren Balance-Eingriffen des Vorgängerpatches liefert Riot mit VALORANT 12.10 einen leichteren Patch – dafür mit einem lang geforderten Social-Feature: Ab sofort kann man die Replays seiner Freunde direkt im Client ansehen. Dazu kommen die Masters-London-Pick’Ems, zwei neue Skirmish-Maps und gezielte Bugfixes.
Das Highlight: Replay Friend Sharing
Statt sich durch einen komprimierten Discord-Stream zu quälen oder dem Duo-Partner zu glauben, der auf seinen angeblich perfekten Headshot schwört, kann man die Aufnahme jetzt selbst prüfen. Das neue Feature integriert sich direkt ins bestehende Dashboard: Über die Karriere-Seite eines Freundes lassen sich dessen Match-Replays abrufen – in praktisch allen Standard-Modi, darunter Competitive, Unrated, Swiftplay und Premier.
Auch Custom Games sind dabei, allerdings mit einer Einschränkung: Der Lobby-Besitzer muss die Aufnahme vor Matchbeginn manuell im Setup-Menü aktivieren, und zwar für jedes neue Spiel erneut. Ein kleiner Mehraufwand, der aber zwei Gruppen direkt nützt: Tier-2-Teams, die ihre Scrims auswerten wollen, und Casual-Gruppen, die ihre internen Ten-Mans archivieren möchten. Für die Wettkampf-Vorbereitung im Amateur- und Semi-Pro-Bereich ist das der eigentlich relevante Teil – kostenlose, integrierte VOD-Review ohne externe Tools.
Masters London: Pick’Ems sind zurück
Patch 12.10 legt zugleich die Client-Grundlage für das anstehende Masters London 2026, das ab dem 6. Juni läuft. Die Pick’Ems sind seit dem 27. Mai (PT) zurück – Vorhersagen lassen sich entweder direkt im Spiel oder über das Web-Portal abgeben.
Das Format orientiert sich an der Swiss-Stage-Struktur von Masters Santiago zu Saisonbeginn. Kernaufgabe ist es, zu tippen, welche Teams die acht Mannschaften umfassende Swiss-Gruppe überstehen und in die Hauptrunde einziehen. Wer es genau wissen will, bekommt Bonuspunkte für die korrekte Vorhersage eines Teams, das die Gruppenphase makellos mit 2-0 übersteht. Schon die Teilnahme bringt einen exklusiven In-Game-Titel; akkurate Tipps klettern auf dem Leaderboard nach oben und schalten seltenere Belohnungen frei.
Skirmish: Rampen und freie Agent-Wahl
Für die Quickplay-Fraktion bekommt die Skirmish-Rotation eine strukturelle Auffrischung. Riot bringt zwei neue Warehouse-Layouts namens Skirmish D und Skirmish E in die Queue – verfügbar in allen Warteschlangen und Custom-Lobbys. Die zentrale Design-Änderung sind Rampen, die die flachen horizontalen Ebenen der älteren Maps aufbrechen und beim Peeken mehr vertikale Winkel ins Spiel bringen.
Zusätzlich fallen bei Skirmish: Ascension die Freischalt-Beschränkungen weg. Im 1v1 und 2v2 lässt sich jetzt jeder Agent auswählen, auch wenn er auf dem Hauptaccount noch gesperrt ist. Das ist eine ideale Sandbox, um neue Kits auszuprobieren, bevor man Kingdom Credits investiert.
Bugfixes: Schluss mit den Geister-Heals
Auf der Engineering-Seite bekommt Miks eine Reihe gezielter Korrekturen. Behoben wurde unter anderem ein Fehler, bei dem seine M-Pulse-Heilung noch kurz auf Gegnern weiterticktе, nachdem diese den Radius bereits verlassen hatten. Ebenfalls gepatcht: ein Glitch, bei dem die M-Pulse-Animation das Waffenwechsel-Input abbrechen konnte, sowie ein Alt-Fire-Bug, der die Fähigkeit in der falschen physischen Form auslöste.
Auch Harbor erhielt einen kleineren Fix: Sein Reckoning-Ultimate löst sich nicht mehr in Luft auf, wenn ein Spieler den Aktivierungs-Button während des initialen Casts mehrfach drückt.
Dazu erscheint mit der Rogue-Kollektion eine neue Skin-Linie.
Ein „leichter“ Patch mit zwei echten Gründen, einzuloggen
Riot selbst bezeichnet 12.10 als einen der leichteren Patches – nach dem schwereren Balance-Eingriff von 12.09 (Neon- und Shotgun-Nerfs) ist das eine bewusste Atempause. Trotzdem liefert das Update zwei substanzielle Anker: Replay Friend Sharing allein macht den Patch relevant, vor allem für ambitionierte Teams, und die Masters-London-Pick’Ems geben einen handfesten Grund, vor dem Event am Client zu bleiben.
Und im Alltag heißt das: Jetzt, wo Freunde die eigene Match-History direkt aus dem Karriere-Tab prüfen können, wird es deutlich schwerer, eine 0:12-Performance noch auf Lag zu schieben. Match-History absichern – oder auf unerbittliches Roasting im Party-Chat einstellen.
