Für die chinesischen Teams beginnen die VALORANT Champions 2026 im eigenen Land denkbar schlecht. TYLOO, EDward Gaming, Xi Lai Gaming und JD Gaming haben ihre jeweiligen Auftaktserien in Shanghai allesamt mit 0:2 verloren. Besonders bitter: Keines der vier VCT-China-Teams konnte dabei auch nur eine einzelne Map gewinnen. Nach insgesamt acht gespielten Maps steht die Region damit bei 0:8 – und alle vier Vertreter müssen bereits in ihren nächsten Begegnungen um das Weiterkommen kämpfen.
Ausgerechnet bei den ersten VALORANT Champions auf chinesischem Boden hatte sich die Region einen deutlich stärkeren Start erhofft.
Insgesamt treten in Shanghai 16 Teams an. Je vier Mannschaften kommen aus China, EMEA, Pacific und Americas. Gespielt wird um ein Preisgeld von insgesamt 2,25 Millionen US-Dollar.
Nach den ersten Gruppenspielen liegt der Fokus allerdings zunächst auf dem Fehlstart der Gastgeber.
China verliert acht von acht Maps
Die Bilanz der vier Teams fällt eindeutig aus.
| China-Team | Gegner | Ergebnis | Runden |
|---|---|---|---|
| TYLOO | G2 Esports | 0:2 | 9:26 |
| EDward Gaming | LOUD | 0:2 | 13:26 |
| Xi Lai Gaming | Karmine Corp | 0:2 | 9:26 |
| JD Gaming | FUT Esports | 0:2 | 11:26 |
Keines der Teams kam in seiner Serie über eine dritte Map hinaus.
Auch bei den gewonnenen Runden sieht die Bilanz problematisch aus. Zusammengerechnet holten die vier chinesischen Mannschaften 42 Runden, ihre Gegner dagegen 104.
TYLOO wird von G2 deutlich gestoppt
TYLOO ging als Nummer eins aus China in das Turnier.
Das Team hatte zuvor JD Gaming im Finale von Stage 2 geschlagen und sich damit als Top-Seed der Region für die Champions qualifiziert.
Gegen G2 Esports gelang davon jedoch nur wenig.
Die Europäer entschieden beide Maps für sich und kamen über die gesamte Serie auf ein Rundenergebnis von 26:9.
Damit stand bereits nach dem ersten Auftritt eines chinesischen Teams fest, dass die Unterstützung des heimischen Publikums allein nicht reichen würde.
Für TYLOO geht es nun direkt gegen Team Liquid um das Überleben im Turnier.
Auch EDward Gaming verliert ohne Mapgewinn
Noch größer waren die Erwartungen an EDward Gaming.
EDG zählt zu den international bekanntesten chinesischen VALORANT-Teams und reiste als ehemaliger Weltmeister nach Shanghai.
Zudem gewann die Mannschaft Stage 1 und erreichte beim Masters London den dritten Platz.
Gegen LOUD reichte es trotzdem nicht zum Mapgewinn.
Die Brasilianer gewannen die Serie 2:0 und kamen insgesamt auf ein Rundenergebnis von 26:13.
Besonders auffällig war die erste Hälfte auf Lotus.
LOUD-Spieler tkzin erwischte mit Neon einen außergewöhnlichen Start und verbuchte allein dort zwei Aces. Zur Halbzeit stand er bei 22 Kills, fünf Deaths und einem Assist, während LOUD bereits 9:3 führte.
EDward Gaming versuchte mit einer veränderten Agenten-Konstellation dagegenzuhalten, konnte die Partie aber nicht mehr drehen.
XLG geht gegen Karmine Corp unter
Auch Xi Lai Gaming erwischte keinen besseren Start.
XLG spielt erstmals bei den Champions vor heimischem Publikum und traf in seiner Auftaktserie auf Karmine Corp.
Die französische Organisation ließ dem chinesischen Vertreter allerdings kaum Chancen.
Auch diese Serie endete mit 2:0, das Rundenergebnis lautete erneut 26:9.
XLG steht damit direkt vor einem Entscheidungsspiel gegen Nongshim RedForce.
Eine weitere Niederlage würde bereits das Aus bedeuten.
JD Gaming verpasst die große Chance auf Map zwei
Von den vier chinesischen Vertretern kam JD Gaming zumindest auf einer Map einem Erfolg etwas näher.
Der Auftakt verlief gegen FUT Esports zunächst katastrophal. JDG verlor die erste Map praktisch ohne Gegenwehr.
Auf der zweiten Map sah es zwischenzeitlich jedoch wesentlich besser aus.
JD Gaming ging mit einer 8:4-Führung in die Halbzeit und hatte damit die Möglichkeit, zumindest die erste chinesische Map des Turniers zu gewinnen.
FUT drehte die Partie anschließend allerdings vollständig und setzte sich noch mit 13:10 durch.
Damit war auch die vierte chinesische Auftaktserie nach zwei Maps beendet.
FUT-Spieler s0pp kam über beide Maps auf 41 Kills, 23 Deaths, fünf Assists und elf First Bloods.
Alle vier Teams stehen bereits unter Druck
Das Format der Champions bedeutet zwar nicht, dass die vier Niederlagen automatisch das Turnieraus bedeuten.
Die Gruppenphase wird im GSL-System gespielt.
Jedes Team kann sich also eine Niederlage erlauben. Nach der zweiten verlorenen Serie ist das Turnier jedoch beendet.
Für die chinesischen Teams gibt es deshalb ab sofort keine Fehler mehr.
Die nächsten Begegnungen lauten:
- TYLOO gegen Team Liquid
- Xi Lai Gaming gegen Nongshim RedForce
- EDward Gaming gegen Global Esports
- JD Gaming gegen T1
Jeder Sieger bleibt im Wettbewerb, jeder Verlierer scheidet aus.
Besonders bitter beim ersten Champions-Turnier in China
Der schwache Start fällt auch deshalb auf, weil Riot das wichtigste VALORANT-Turnier des Jahres erstmals nach China gebracht hat.
Entsprechend groß sind die Erwartungen an die heimischen Mannschaften und das Publikum.
Gerade TYLOO und EDward Gaming galten vor dem Turnier keineswegs als Außenseiter.
Dass sämtliche vier Vertreter nach ihren ersten Spielen ohne einzigen Mapgewinn dastehen, dürfte deshalb kaum jemand erwartet haben.
Auch für die Atmosphäre des Turniers wäre ein frühes Ausscheiden aller chinesischen Mannschaften problematisch. Die Gruppenphase läuft noch bis zum 4. Oktober, bevor am 7. Oktober die Playoffs mit den besten acht Teams beginnen.
Noch ist allerdings keines der vier Teams ausgeschieden.
Die Ausgangslage ist trotzdem eindeutig: China braucht bei den nächsten Spielen dringend Siege. Nach einem 0:8-Start auf Maps stehen TYLOO, EDward Gaming, Xi Lai Gaming und JD Gaming bei den VALORANT Champions 2026 bereits mit dem Rücken zur Wand.

