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Fabio | Januar 21, 2021

US Division: Ein Revue des November Majors?

Wieder einmal stehen sich DarkZero, Spacestation, TSM und Oxygen gegenüber. Seit dem August Major haben wir genau dieses Quartett in den größeren Events der nordamerikanischen Region verfolgen dürfen. Nun steht zum Abschluss der ersten NAL-Saison das US Division Finale bevor. $150.000 warten auf ihre neuen Besitzer und ohne Lower Bracket gibt es für die Teams auch keine zweite Chance.

Dies wird der letzte große Test vor dem Six Invitational 2021. Genau wie der November Major wird auch dieses Bracket offline ausgespielt, wenn auch nur in einer Studio-Umgebung. Wenigstens können die Teams aber wieder LAN-Matches spielen und sich damit auf SI vorbereiten. Da nun die gleichen vier Teams mit den gleichen Paarungen auftreten werden, stellt sich die Frage: Wird dieses Turnier eine Wiederholung des November Majors?

WARUM DAS TURNIER GENAU SO VERLAUFEN KÖNNTE

Damals zogen Spacestation Gaming und Team SoloMid ins Finale. SSG hatten seit dem August Major darauf gewartet, Rache an DarkZero Esports zu nehmen. In der US Division Stage 2 mussten sie zunächst jedoch noch eine bittere Pille schlucken, bis sie beim November-Eröffnungsspiel endlich das 2-1 erzielen konnten. Mit einem 2-0 gegen TSM zogen sie so dominant ins Finale, dass die Wiederauferstehung von SSG schon beinahe als sicher galt. Doch TSM hatten selber schon lange auf so einen Moment gewartet.

Sie nutzten den Hochmut von Spacestation Gaming aus, um sie auf drei Maps zu schlagen und endlich ihre eigene Major-Trophäe zu sichern. Das war das letzte, was wir von diesen Teams gesehen haben. Nun treten die vier sich erneut gegenüber. Wenn Team SoloMid auch nur ansatzweise auf dem gleichen Level spielen, das sie zum Ende des letzten Jahres gezeigt haben, dann sollten sie Oxygen Esports ausschalten können.

Auf der anderen Seite des Brackets sehen die Dinge aber etwas anders aus. Spacestation Gaming dürfen sich in ihrem Match gegen DarkZero Esports nicht sicher fühlen. Paul “Hyper” Kontopanagiotis war vor dem November Major erkrankt, verpasste einge Trainingstage und konnte erst wieder kurz vor dem Turnier zurückkommen. Auch wenn er am Ende wieder fantastische Leistungen abrufen konnte, so hatte seine Abwesenheit sicherlich die Vorbereitungen des Teams gehemmt. Das Problem haben DarkZero nun nicht. Sie können ausgeruht und vorbereitet in die US Division Finals gehen – das gleiche gilt aber selbstverständlich auch für Spacestation Gaming.

WARUM DAS TURNIER ANDERS VERLAUFEN KÖNNTE

SSG haben in der US Division Stage 2 den Tiefpunkt des Jahres erreicht. Nach einem Sieg beim Six Invitational folgte der vierte Platz in der Liga. Sie mussten die Qualifikation zum November Major sogar über einen separaten Qualifier erreichen, weil ihre Platzierung in der regulären Saison nicht hoch genug war. Im Vergleich dazu wirkt ihre Performance im Major wie ein Wunder. Sie waren den DarkZero-Jungs klar überlegen und es schien, als hätten Troy “Canadian” Jaroslawski und seine Jungs wieder etwas von ihrem Selbstbewusstsein zurück. Sie konnten bereits TSM schlagen und abgesehen von Consulate war das Finale äußerst knapp. Wäre nur eine Runde auf Villa oder Clubhouse anders verlaufen, so hätten wir möglicherweise noch eine vierte Map erlebt.

Bei so einem knappen Ergebnis kann man nicht von Dominanz auf Seiten von TSM sprechen. Ihr Erfolg in Nordamerika steht auf wackligen Füßen. Wenn SSG und DarkZero nach der Winterpause wieder zugelegt haben, dann wird das Große Finale zu einer mächtigen Herausforderung. Glücklicherweise gibt es kein Lower Bracket und TSM müssen sich nur um eines dieser Teams Sorgen machen. Doch Oxygen Esports sind ebenfalls gefährlich geworden. Team SoloMid mussten sich durch zwei Overtimes retten, um Davide “FoxA” Bucci und seine Männer im November Major auszuschalten. TSM’s Sieg im Eröffnungsspiel ist nicht gegeben und vielleicht kommen sie noch nicht einmal ins Finale.

Mit diesem Offline-Turnier bietet sich ein Ausblick auf die Performance Nordamerikas im kommenden Six Invitational 2021. Auch wenn das Event keine Aufschluss über den internationalen Vergleich bietet, so lässt sich hier zumindest eine nationale Hackordnung absehen.