Los Ratones sind in der LEC Versus überraschend an den Playoffs vorbeigeschrammt – obwohl die Ausgangslage am letzten Tag der Regular Season statistisch klar für sie sprach. Nach mehreren Ergebnissen, die erst in der Schlussphase des Spieltags zusammenliefen, verpasste das Team den Sprung in die Top 8 und muss damit seine kurze LEC-Reise vorerst beenden.
Ein Spiel, das alles verändern konnte
Der Knackpunkt war ausgerechnet das direkte Duell gegen Team Vitality. Los Ratones hatten die Qualifikation in der eigenen Hand: Ein Sieg hätte das Ticket für die Playoffs früh am Tag fix gemacht. Stattdessen drehte Vitality die Partie nach Rückstand – und damit begann eine Kettenreaktion, bei der Los Ratones zunehmend auf Schützenhilfe angewiesen waren.
Los Ratones scheitern trotz 90 Prozent Playoff-Chance: Niederlage gegen Vitality und Ergebnisse auf anderen Servern besiegeln das Aus
Los Ratones sind beim LEC-Versus-Event trotz hervorragender Ausgangslage aus dem Rennen um die Playoffs ausgeschieden. Vor dem letzten Spieltag lag die Qualifikationswahrscheinlichkeit Berichten zufolge bei 90,6 Prozent – doch eine entscheidende Niederlage gegen Team Vitality und eine Reihe unglücklicher Resultate in den Parallelpartien kippten die Tabelle. Am Ende bleibt Los Ratones als letztes Team unter dem Strich zurück, obwohl der kurze Turnierlauf in Woche 2 und 3 spürbare Fortschritte erkennen ließ.
Entscheidung am letzten Spieltag: Vitality dreht Rückstand und nimmt Los Ratones die Kontrolle
Der letzte Spieltag begann für Los Ratones mit einer selten komfortablen Situation: Das Team hatte realistische Playoff-Chancen und „alles in der eigenen Hand“. Mehrere Mannschaften waren punktgleich, die Anzahl der verfügbaren Tickets jedoch begrenzt. Ein Sieg im ersten Match hätte sofortige Sicherheit gebracht.
Genau dieses Match wurde jedoch zum Wendepunkt. Gegen Team Vitality bauten Los Ratones früh einen Vorteil auf und lagen zeitweise bei rund 5.000 Gold vorne. In der Toplane setzte das Team auf Sion in den Händen von Thebausffs („Baus“), doch Vitality blieb stabil, fand über saubere Teamfight-Entscheidungen zurück ins Spiel und nutzte Fehler konsequent aus. Mit der Niederlage verlor Los Ratones den direkten Einfluss auf die weitere Entwicklung – und musste anschließend auf fremde Hilfe hoffen.
Die Domino-Kette danach: KOI, Heretics und G2 lassen die Tür zuschlagen
Nach dem Rückschlag gegen Vitality war Los Ratones rechnerisch weiterhin im Rennen. Doch die verbleibenden Matches liefen zunehmend gegen das Team.
Zunächst sicherte sich Movistar KOI mit einem Sieg gegen NAVI ein entscheidendes Ergebnis im Playoff-Rennen. Kurzzeitig gab es Entlastung, als Shifters seine Pflichtaufgabe gegen SK Gaming erledigte – ein Resultat, das die Chancen von Los Ratones zumindest nicht sofort beendete. Gleichzeitig wurde die Lage aber erneut komplizierter, weil Team Heretics gegen Karmine Corp gewann und dadurch zusätzlichen Druck in der Tiebreaker-Konstellation erzeugte.
Am Ende hing alles am Klassiker: Los Ratones benötigte einen Sieg von Fnatic gegen G2 Esports, doch G2 setzte sich durch. Damit war der letzte Pfad Richtung Playoffs geschlossen.
Zur Einordnung der entscheidenden Partien:
| Match | Ergebnis | Bedeutung für Los Ratones |
|---|---|---|
| Movistar KOI vs. NAVI | KOI gewinnt | Konkurrenz sichert sich einen wichtigen Schritt |
| Shifters vs. SK Gaming | Shifters gewinnt | kurzfristig kein zusätzlicher Schaden |
| Team Heretics vs. Karmine Corp | Heretics gewinnt | Tiebreaker-Druck steigt |
| Fnatic vs. G2 Esports | G2 gewinnt | endgültiges Aus |
Warum die Aufholjagd nicht reichte: Der schwache Start und die Tiebreaker
Am Ende standen fünf Siege zu Buche – punktgleich mit anderen Teams, jedoch ohne das nötige Tiebreaker-Momentum. Besonders schwer wog der misslungene 0-4-Start, der die spätere Aufholjagd strukturell entwertete. Zwar wirkte Los Ratones in der zweiten Turnierhälfte deutlich gefestigter, gewann mehrere Spiele in Serie und präsentierte sich insgesamt stabiler, doch das Turnierformat verzeiht einen Fehlstart in einem eng besetzten Teilnehmerfeld kaum.
Auch individuell gab es klare Lichtblicke: Vor allem die Toplane um Baus sorgte für Stabilität und Präsenz, während Tim „Nemesis“ Lipovšek im Midlane-Spiel mit Kontrolle und Struktur auffiel. Trotzdem fehlte am Ende ein einzelner Sieg – entweder im direkten Duell gegen Vitality oder durch das Ausbleiben der benötigten Ergebnisse in den Parallelmatches.
Diese Teams stehen in den LEC-Versus-Playoffs
Nach Abschluss der Regular Season qualifizierten sich Karmine Corp, Natus Vincere, Team Vitality, GIANTX, Team Heretics, G2 Esports, Movistar KOI und Fnatic für die Playoffs. Für Los Ratones bedeutet das: kein Nachrücken, kein Tie-Break-Spiel um den letzten Spot – die Saison endet an dieser Stelle.
Möglicher Ausblick
Für Los Ratones endet damit ein kurzer, aber intensiver Run, der in den späteren Wochen eher nach Playoff-Team als nach frühem Wackelkandidaten aussah. Das Ausscheiden wirkt deshalb wie ein Kontrast zur Leistungssteigerung – ist aber gleichzeitig die logische Konsequenz eines Formats, in dem minimale Ausrutscher und Tiebreaker-Details ein gesamtes Turnier entscheiden können.
Mit dem Start der Playoffs ab Montag, 16. Februar 2026, rückt der Fokus sofort auf die Frage, ob Teams wie G2 ihren späten Turnaround in einer Best-of-Serie bestätigen können – und ob Vitality den Momentum-Schwung aus dem entscheidenden Sieg gegen Los Ratones in die K.o.-Phase trägt. Für Los Ratones wiederum bleibt offen, wie es nach dem verpassten Playoff-Lauf weitergeht – gerade weil ihre LEC-Teilnahme an das Versus-Format gekoppelt ist und kurzfristig kaum neue Chancen im Kalender warten.

