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Ubisoft schließt Studio in Halifax: Entlassungen und Gewerkschaftsfrage sorgen für Diskussionen

Autoren-Bild Jonas Teichmann Januar 8, 2026

Der Start ins Jahr 2026 bringt für die Games-Branche erneut gemischte Signale. Ubisoft hat die Schließung seines Studios in Halifax (Kanada) bekannt gegeben. Gleichzeitig steht der Konzern im Fokus einer gewerkschaftlichen Prüfung – ein Zusammenspiel, das branchenweit für Aufmerksamkeit sorgt.

Die Entscheidung verdeutlicht einmal mehr, wie angespannt die wirtschaftliche Lage in der Spieleindustrie bleibt. Nach Jahren von Umstrukturierungen, wachsender Konkurrenz und umfangreichen Entlassungswellen ist eine schnelle Entlastung für Beschäftigte weiterhin nicht in Sicht.

Studio-Schließung im Rahmen der Umstrukturierung

Das Ubisoft-Studio in Halifax, Nova Scotia, wird mit sofortiger Wirkung geschlossen. Insgesamt 71 Mitarbeitende verlieren dadurch zu Beginn des Jahres 2026 ihren Arbeitsplatz. Der Standort hatte sich vor allem auf Mobile-Games-Projekte konzentriert und unterstützte bekannte Marken wie Rainbow Six und Assassin’s Creed mit Smartphone-Ablegern.

Ubisoft ordnet die Maßnahme einer unternehmensweiten Effizienzstrategie zu, die bereits seit mehreren Jahren verfolgt wird. Ziel sei es, Kosten zu senken und interne Abläufe zu verschlanken. Die mobile Sparte bleibe weiterhin Teil der Markenstrategie, werde künftig jedoch von anderen Standorten aus betreut.

In den vergangenen Jahren hatte Ubisoft bereits an mehreren Standorten Stellen gestrichen, darunter auch bei Studios wie RedLynx oder Massive Entertainment, die an etablierten Serien arbeiteten. Die Schließung in Halifax fügt sich somit in ein größeres Bild der Neuausrichtung ein.

Unterstützung für betroffene Mitarbeitende angekündigt

Laut Ubisoft sollen die entlassenen Beschäftigten Abfindungen sowie Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung erhalten. Dazu zählen unter anderem Hilfsangebote bei der Jobsuche. Dennoch sorgt der Zeitpunkt der Entscheidung für Irritationen – insbesondere, da sich das Studio zuletzt organisatorisch weiterentwickelt hatte.

Für viele Beobachter zeigt sich hier, wie stark selbst spezialisierte Teams dem wirtschaftlichen Druck eines global agierenden Publishers ausgesetzt sind.

Gewerkschaftsgründung wirft Fragen auf

Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch den zeitlichen Zusammenhang mit einer Gewerkschaftsgründung am Standort Halifax. Erst am 5. Januar 2026 hatten die Mitarbeitenden öffentlich die Gründung der ersten nordamerikanischen Arbeitnehmervertretung innerhalb von Ubisoft bekannt gegeben. Nur wenige Tage später folgte die Ankündigung der Studioschließung.

Der Organisierungsprozess hatte bereits im Juni 2025 begonnen und sich über mehrere Monate erstreckt. Auch wenn dieser Ablauf allein keinen Rechtsverstoß belegt, sorgt er für erhöhte Aufmerksamkeit innerhalb der Branche.

In Kanada ist es Unternehmen rechtlich untersagt, Standorte als Reaktion auf eine Gewerkschaftsgründung zu schließen. Entsprechend können Arbeitnehmervertretungen Auskunft verlangen und mögliche rechtliche Schritte prüfen.

Gewerkschaft fordert Transparenz

Die CWA Canada, eine der größten Gewerkschaften des Landes, hat den Fall bereits aufgegriffen. Präsidentin Carmel Smyth fordert von Ubisoft eine nachvollziehbare und transparente Begründung für die kurzfristige Entscheidung. Gleichzeitig betont die Gewerkschaft, dass bislang keine abschließende Bewertung über einen möglichen Zusammenhang getroffen wurde.

Ubisoft selbst hat sich bisher nicht öffentlich dazu geäußert, ob die Studioschließung in irgendeiner Form mit der Gewerkschaftsbildung in Verbindung steht.

Branche blickt gespannt auf den Ausgang

Der Fall Halifax steht exemplarisch für die Unsicherheit, die viele Beschäftigte in der Spieleindustrie derzeit begleitet. Für die Betroffenen, ihre Familien und die Region geht es nun um Klarheit – und für die Branche insgesamt um die Frage, wie mit Arbeitnehmerrechten in Zeiten wirtschaftlichen Drucks umgegangen wird.

Ob Ubisoft belastbare Gründe vorlegen kann, die die Entscheidung unabhängig von der gewerkschaftlichen Organisation erklären, dürfte maßgeblich dafür sein, wie dieser Schritt langfristig bewertet wird.

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Über Jonas Teichmann |

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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