Nach einem Zwischenfall auf der TwitchCon 2025, bei dem die bekannte Streamerin Emiru während eines Meet-and-Greets belästigt wurde, steht Twitch-CEO Dan Clancy massiv in der Kritik.
In einer ausführlichen öffentlichen Stellungnahme räumte Clancy ein, dass die Plattform in mehreren Punkten versagt habe – insbesondere beim Thema Sicherheit und Krisenkommunikation.
„Das hätte niemals passieren dürfen – und wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst“, schrieb Clancy in seinem Beitrag auf X (ehemals Twitter), der innerhalb weniger Stunden über 2 Millionen Aufrufe erreichte.
Er entschuldigte sich bei Emiru persönlich und gab zu, dass seine früheren öffentlichen Äußerungen die Situation falsch dargestellt und den Eindruck erweckt hätten, sie trage eine Mitschuld. Diese Wortwahl hatte zuvor in der Community für erheblichen Unmut gesorgt.
| Thema | Clancys Aussage |
|---|---|
| Verantwortung | Übernahme der Verantwortung für die Sicherheitsmängel auf der TwitchCon |
| Kommunikation | Eingeständnis von Fehlern in der öffentlichen Reaktion |
| Maßnahmen | Ankündigung interner Überprüfungen von Sicherheits- und Eventprozessen |
Clancy kündigte zwar an, die Sicherheitsprotokolle, Personalrichtlinien und Veranstaltungsabläufe zu überprüfen, verzichtete jedoch auf konkrete Zeitpläne oder Maßnahmen – ein Punkt, der die Kritik zusätzlich befeuerte.
Community kritisiert fehlende Konsequenzen
Die Reaktionen der Twitch-Community auf Clancys Erklärung fielen überwiegend negativ aus.
Viele Streamer und Zuschauer bezeichneten seine Mitteilung als „inhaltlich leer“ und warfen Twitch vor, den Vorfall lediglich juristisch und PR-technisch abzufedern, anstatt echte Verantwortung zu übernehmen.
Einige bekannte Creator forderten sogar Clancys Rücktritt als CEO, da er wiederholt bewiesen habe, dass er nicht im Einklang mit den Bedürfnissen der Community handle.
| Kritikpunkt | Beschreibung |
|---|---|
| Fehlende Maßnahmen | Keine klaren Schritte zur Verbesserung der Sicherheit genannt |
| Vertrauensverlust | Viele Creator fühlen sich von Twitch im Stich gelassen |
| Öffentlicher Druck | Forderungen nach strukturellen Änderungen und besserer Führungskultur |
Zahlreiche Streamer äußerten sich sarkastisch über den Ton der Stellungnahme und bezeichneten sie als „Nichtaussage mit juristischer Absicherung„.
In Foren und auf Social Media wird seither intensiv diskutiert, wie Twitch künftig mit Creator-Sicherheit, Transparenz und öffentlicher Kritik umgehen sollte.
Weitere Kontroversen: Geschenke für VTuber wurden entsorgt
Neben dem Emiru-Vorfall sorgte ein zweiter Skandal für Unmut auf der Messe.
Mehrere Besucher berichteten, dass Geschenke für VTuber, die Fans eigens vorbereitet hatten, von der TwitchCon-Organisation entsorgt wurden.
Die Entscheidung wurde weder erklärt noch offiziell kommentiert – was die Frustration der Fans weiter verstärkte.
Viele hatten Stunden oder sogar Tage in personalisierte Präsente investiert, nur um zu erfahren, dass diese nie übergeben wurden.
Diese Episode verstärkte den Eindruck, dass Twitch den Bezug zur eigenen Community verliert. Creator und Zuschauer kritisieren zunehmend die fehlende Wertschätzung und Transparenz des Unternehmens – besonders auf Veranstaltungen, die eigentlich den Zusammenhalt zwischen Plattform und Nutzern fördern sollen.
Ein angeschlagenes Verhältnis zwischen Twitch und seiner Community
Der Umgang mit dem Emiru-Vorfall und die darauffolgenden Entscheidungen auf der TwitchCon 2025 haben das Verhältnis zwischen Twitch und seiner Community nachhaltig belastet.
Viele langjährige Creator sehen das Verhalten der Unternehmensführung als Symptom tieferliegender Probleme: fehlende Kommunikation, mangelnde Verantwortung und eine immer größere Distanz zu den Menschen, die Twitch groß gemacht haben.
Dan Clancy steht nun vor der Herausforderung, das Vertrauen einer kritisch gewordenen und zunehmend abwandernden Community zurückzugewinnen.
Ob interne Reformen oder eine Neuausrichtung des Sicherheitskonzepts folgen, bleibt abzuwarten – doch eines ist klar:
Die TwitchCon 2025 wird nicht wegen ihrer Streams, Panels oder Partys in Erinnerung bleiben, sondern als das Event, das Twitchs Führungs- und Kommunikationsprobleme endgültig ans Licht brachte.


