Immer wieder kommt es dazu, dass Entwickler ihren Service an diversen Spielen einstellen oder sie sogar gänzlich aus Online-Stores verschwinden. In manchen Fällen sind Einzelspieler-Games nicht einmal mehr spielbar, obwohl man den Datenträger besitzt und es keine Notwendigkeit gibt, zum Spielen immer online zu sein. Um dies zukünftig zu verhindern und die Entwickler zum Umdenken zu bewegen, entstand im Sommer 2024 die Initiative „Stop Killing Games“, die viel Zuspruch erhielt.
400.000 Unterschriften fehlen
Entworfen wurde die Initiative „Stop Killing Games“ von YouTuber Ross, der Teil des Teams von „Accursed Farms“ ist. Er forderte Publisher dazu auf, die Spiele in einem „spielbaren Zustand zu belassen“. Um seine Initiative weiterzubringen und vor die EU-Kommission zu bringen, fehlen ihm noch 400.000 Unterschriften, die bis zum 31. Juli 2025 verzeichnet werden müssen. Gelingt dies nicht, gilt die Initiative als gescheitert.
Der Auslöser für die Initiative war, dass Ubisoft im April 2024 das Renn-MMO „The Crew“ komplett aus den Bibliotheken der Spieler, sowie aus dem Store entfernte. Selbst die Besitzer einer physischen Kopie können den Titel nicht mehr spielen.
Die Initiative kam kurz nach der Veröffentlichung gut an und sammelte zahlreiche Unterschriften. Dann jedoch geschah etwas, womit der YouTuber nicht gerechnet hatte.
Wer ist Thor „PirateSoftware“ Hall?
Thor Hall, der unter dem Namen „PirateSoftware“ auf Twitch unterwegs ist, veröffentlichte kurz nach der Erstellung der Kampagne ein Video, welches „Stop Killing Games“ förmlich zerriss. Er stellte die Aktion in ein falsches Licht und brachte einige Interessierte dazu, ihre Unterschrift gar nicht erst unter die Initiative zu setzen.
Inzwischen gibt es zahlreiche Videos, in denen Nutzer dem Twitch-Streamer die Schuld dafür geben werden, wenn die Initiative scheitern sollte. Auf YouTube tummeln sich inzwischen zahlreiche Videos mit Titeln wie „PirateSoftware hat alles kaputt gemacht!“ oder „Ich hasse PirateSoftware“.
Gründer reagiert mit Klarstellung
Gut ein Monat bleibt übrig, um die fehlenden 400.000 Unterschriften zu sammeln, weswegen der Gründer von „Stop Killing Games“ nun ein weiteres Video veröffentlichte, in dem er Bezug auf die von „PirateSoftware“ gemutmaßten Äußerungen nahm.
Er habe zunächst keinen Wirbel um die Aktion machen wollen, aber sollte das Projekt letzten Endes scheitern, hätte er es wenigstens versucht, den Sachverhalt richtigzustellen:
- Wer das Video von „PirateSoftware“ gesehen habe, sei falsch informiert.
- Der Streamer habe die Initiative nicht verstanden und versuche nun, sie mit falschen Argumenten zu verhindern.
- Er selbst hätte nichts gegen Life-Service-Spiele einzuwenden. Genauso wenig geht es nur um Games mit Einzelspieler-Modus. Prinzipiell betrifft die Initiative alle Spiele.
Generell soll die Initiative zum Umdenken bei Publishern führen und ihnen eine Grundlage bieten, worauf dann selbstständig weitere Ansätze entwickelt werden könnten.
Streamer bleibt uneinsichtig
Zwar ruderte „PirateSoftware“ infolge der Richtigstellung zurück, er hielt jedoch weiter an seiner Kritik fest.
Ob die Initiative am Ende doch noch weitere 400.000 Unterschriften sammeln kann, bleibt daher fraglich.


