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| September 14, 2021

Twitch – bringt lieber neues Ad Tool statt Hate-Raid Bekämpfung

Eine neue Twitch Funktion ermöglicht es Streamern jetzt endlich, Pre-Roll Werbung einzuschränken und mehr Kontrolle über die Inhalte auszuüben, aber viele Nutzer würden stattdessen lieber Maßnahmen gegen die nicht weniger werdenden Hate-Raids sehen.

Am 13. September kündigte Twitch die neue Funktion “Ad Manager” an, die es Streamern ermöglicht, Werbung zu planen, ihre Länge festzulegen, sie zu Beginn einer Sendung zu verzögern und vieles mehr. Es gibt zwar keine Option, um Pre-Roll-Werbung vollständig zu entfernen, aber durch die Planung einer 90-sekündigen Werbung alle 30 Minuten können Streamer die Pre-Rolls vom Abspielen abhalten.

Verärgerte Community

Die Einführung dieses neuen Tools wurde von den Mitgliedern der Community sowohl gelobt als auch zurückgewiesen. Während viele es begrüßten, haben einige immer noch das Gefühl, dass Twitch seine Prioritäten nicht richtig setzt, da die Seite immer noch von Hate Bot-Attacken befallen wird. Man hat sich erhofft, dass der Twitch Boykott “#ADayOffTwitch” mehr Wirkung zeigt.

“Danke für ein Feature, nach dem NIEMAND gefragt hat. Wie wäre es mit ein paar Funktionen, die sich mit Hate Bot-Raids befassen? Die sind schon lange im Umlauf und ihr tut nichts dagegen”, schreibt ein Twitter User.

“Ihr habt immer noch nichts gegen diejenigen unternommen, die durch Hate-Raids Hass verbreiten. Bei diesem Tool geht es nur darum, dass Twitch sein Geld bekommt, denn die Macher verdienen nur ein paar Cent an diesen Anzeigen”, bemerkte ein anderer.

“Ich bin froh, dass ihr eure Prioritäten richtig gesetzt habt. Streamer werden bedroht und rassistisch sowie transphobisch angegriffen. Aber keine Sorge, wir können Werbung automatisch einplanen”, schrieb die Streamerin Annie Krevice.

Viele hoffen, dass es bei der nächsten Ankündigung von Twitch um die Lösung des Hate-Raid Problems geht, denn das ist immer noch das größte Problem für viele Nutzer auf der Plattform. Twitch kündigte schon Maßnahmen zur Bekämpfung der Hate Bots an, doch vielen Usern geht es nicht schnell genug.

Gute Nachrichten für Streamer

Twitch hat angekündigt, dass es Änderungen am Verfahren für die Rückerstattung von Abonnements vornimmt, um Zuschauer davon abzuhalten, unrechtmäßige Rückerstattungen nach 24 Stunden vorzunehmen, um Streamer zu trollen. Schon seit langem nutzt ein kleiner Teil der Twitch-Zuschauer das bestehende Verfahren zur Rückerstattung von Abonnements aus, indem sie sogenannte Rückbuchungen vornehmen.

Im Wesentlichen abonnieren sie einen Streamer nur, um eine Reaktion von ihm zu erhalten und vielleicht einen Kommentar zu hinterlassen, um dann innerhalb von 24 Stunden eine Rückerstattung zu beantragen und diese ohne Konsequenzen zu erhalten.

Dieser Trick schadet den Streamern genauso wie der Plattform. Um dem ein für alle Mal ein Ende zu setzen, hat Twitch beschlossen, das Verfahren für die Rückerstattung von Abonnements zu ändern, um es den Leuten schwerer zu machen, dies zu tun. Auf der überarbeiteten Seite zu den Rückerstattungsrichtlinien für Abonnements von Twitch heißt es, dass Nutzer ihre Abonnements nach wie vor innerhalb von 24 Stunden kündigen können.

Allerdings wurde ein neues Verfahren zur Überprüfung von Rückerstattungen eingeführt, bei dem geprüft wird, wie oft ein Nutzer in der Vergangenheit seines Kontos Rückerstattungen beantragt hat. Wenn sich herausstellt, dass der Nutzer versucht hat, das System auszunutzen, kann ihm eine vorübergehende oder dauerhafte Sperre auferlegt werden.