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leni | Juli 14, 2022

TSM-CEO Andy Dinh zu 75k Strafe und Bewährung verdonnert

Schon lange gab es Gerüchte, dass der CEO von TSM nicht gerade der Netteste ist, um es mal milde auszudrücken. Im Laufe der Zeit kam aber immer mehr ans Licht, angefangen mit Doublelift, der behauptete, dass Reginald Dinh seine Angestellten regelrecht mobben würde, und dass bei TSM “eine Kultur der Angst” herrschen würde.

Jetzt, nach monatelangen Ermittlungen in Bezug auf Mobbing und toxische Arbeitskultur bei TSM, hat der CEO Reginald Dinh eine saftige Geldstrafe und eine Bewährung bekommen. Außerdem muss er eine Schulung besuchen, in der man lernt, wie man sich anständig benimmt. Der CEO und Gründer von TSM FTX, Andy “Reginald” Dinh, wurde nach einer Untersuchung der League of Legends Championship Series (LCS) zu einer Geldstrafe von 75.000 Dollar und einer zweijährigen Bewährungsfrist verurteilt.

In einem Statement von Riot Games heißt es dazu: “Basierend auf den Schlussfolgerungen, die wir aus den Berichten unserer unabhängigen Ermittler gezogen haben, glauben wir, dass es ein Muster und eine Praxis von erniedrigendem und schikanierendem Verhalten von Reginald gegeben hat.” Zusätzlich zu den 75k muss Dinh auch noch eine zweijährige Bewährung absitzen. Die Bewährung gilt nicht nur für die LCS, sondern auf alles was mit Riot zu tun hat.

Verbaler Missbrauch bei TSM

Dinh hat anscheinend vor allem verbal gerne mal ausgeteilt. Er hat die Leute in seiner Umgebung erniedrigt, indem er u.a. seine Spieler beschimpfte und auch alle anderen Mitarbeitern schikanierte und ständig anblaffte. Der Stein kam im Winter letztes Jahr ins Rollen, als Yiliang “Peter” Peng den CEO öffentlich beschuldigte, dass er seine Spieler und das Personal der Organisation schlecht behandeln würde. Daraufhin hatten sich mehrere Leute gemeldet und Doublelifts Anklage bestätigt.

An der Untersuchung waren 14 Personen beteiligt, darunter auch der TSM-CEO selbst. Nach der Befragung von diesen 14 Personen hat Riot festgestellt, dass Reginald einige seiner Profispieler und Mitarbeiter oft verbal beleidigte, teilweise bis sie weinten oder einen Zusammenbruch hatten. Diese Ausbrüche hatten meistens mit der Leistung eines Spielers oder Mitarbeiters zu tun. Körperliche Gewalt gab es anscheinend aber nicht bei TSM.

CEO muss Coaching absolvieren

Die Entscheidung von Riot zeigt, dass Reginald gegen zwei Regeln der LCS-Richtlinien verstoßen hat, die sich auf Profanität, Hassreden und Belästigung beziehen. Riot entschied, ihm die dreifache Höchststrafe zu verpassen, weil er gegen die Regeln verstoßen hatte. Die Strafe ist u.a. auch deshalb so heftig ausgefallen, weil Dinh schon sehr lange verbal immer wieder daneben greift. Abgesehen von der Geldstrafe und der Bewährung muss TSM innerhalb von 60 Tagen nachweisen, dass Andy ein Sensibilisierungs- und Führungskräftetraining absolviert hat.

Beide Schulungen sollten von einer dritten Partei durchgeführt werden, die keine Verbindung zu dem Unternehmen hat. Bei dem Coaching soll Dinh lernen, wie er TSM-Mitarbeitern und Spielern besser Feedback geben kann. Außerdem soll er lernen, sich generell wie ein besserer Mensch und Arbeitgeber zu verhalten.

Dinh wird überwacht

Außerdem wird Riot einen unabhängigen Beobachter auserwählen, der Andy in seiner Bewährungszeit im Auge behält. Alle TSM-Spieler dürfen jegliches missbräuchliches und schlechtes Verhalten von Dinh anonym über eine Tipp-Hotline melden. Sollte Riot feststellen, dass Reginald gegen die Bewährungsauflagen verstoßen hat, werden weitere Strafen verhängt.

Reaktion der LCS-Spielervereinigung

Die LCSPA, die an der Untersuchung beteiligt war, sagte, wie wichtig diese Ergebnisse für die Zukunft seien: “Der heutige Tag ist ein Meilenstein für die LCS. Noch nie zuvor hat ein Verband von Esport-Spielern eine unabhängige Untersuchung wegen Fehlverhalten gefordert. Noch nie zuvor hat ein Entwickler eine solche Untersuchung in Zusammenarbeit mit einer EV durchgeführt.

Und noch nie zuvor wurden einem Partnerteam Ergebnisse auferlegt, die auf eine echte Veränderung eines toxischen Arbeitsplatzes hinwiesen.” Ob sich Dinh wirklich ändern wird und die Mitarbeiter und Spieler bei TSM ab jetzt ein leichteres Leben haben, wird sich aber erst noch zeigen.