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Fragster | September 7, 2021

Tripwire Interactive CEO tritt nach umstrittenem Tweet zurück

Manchmal sollte man sich als Führungskraft einfach zurückhalten und politisch nicht zu allem seinen Senf dazu geben. Das ist auch dem CEO von Tripwire Interactive, John Gibson passiert. Wie von uns berichtet, hat sich Gibson vor kurzem in einem umstrittenen Tweet, als stolzer “Pro-Lifer” bekannt und damit die die neuen Abtreibungsgesetze in Texas unterstützt.

Die neuen texanischen Gesetze haben weltweit für Empörung sorgten, weil sie einen großen Rückschritt für die Frauenrechte darstellen. Mit dem neuen Gesetz in Texas werden Abtreibungen ab der sechsten Woche strafbar für die schwangere Frau und allen die ihr dabei in irgendeiner Form helfen, also sowohl der behandelnde Arzt, als auch die Krankenschwester oder einfach nur jemand der die Frau ins Krankenhaus fährt. Jeder einzelne macht sich mitschuldig. Ein anderes Problem ist auch, dass die meisten Frauen erst nach der sechsten Wochen von einer Schwangerschaft erfahren und nur selten früher.

Twitch Streamer boykottieren John Gibson

Der 37-jährige amerikanische Twitch-Streamer Ben ‘CohhCarnage’ Cassell, aber auch einige deutsche Streamer*innen, wie zum Beispiel Baso, hatten nach dem unglücklichen Tweet von CEO John Gibson zu einem Boykott gegen den amerikanischen Computerspiele-Hersteller Tripwire Interactive aufgerufen. Wie es scheint, hat sich sein Aufruf ausgezahlt.

Das Unternehmen gab kurz nach dem Boykott Aufruf des Streamers eine offizielle Erklärung bekannt, dass Gibson mit sofortiger Wirkung aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. Seinen Platz wird der derzeitige Vizepräsident Alan Wilson einnehmen wird. Das Unternehmen entschuldigte sich außerdem für seine Handlungen und versicherte den Fans, dass die Ansichten von John Gibbs nicht die des Unternehmens widerspiegeln oder repräsentieren.

Das Statement von Tripwire zu John Gibson

“Die Äußerungen von John Gibson sind seine eigene Meinung und spiegeln nicht die von Tripwire Interactive als Unternehmen wider”, sagte ein Sprecher. “Seine Kommentare missachteten die Werte unseres gesamten Teams, unserer Partner und eines Großteils unserer breiteren Community. Unser Führungsteam bei Tripwire bedauert dies zutiefst und ist sich einig, dass wir schnell handeln und ein positiveres Umfeld schaffen wollen. Mit sofortiger Wirkung ist John Gibson als CEO zurückgetreten.”

Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Tripwire Interactive nach dem Beginn des Boykotts diesen Schritt vollziehen würde, und tatsächlich passierte das auch relativ schnell. Das Unternehmen wollte sich – ähnlich wie Activision Blizzard- möglichst schnell von dem Skandal distanzieren und seinen Ruf umgehend wieder rein waschen.

Hätten sie nicht so schnell gehandelt, hätte der Publisher möglicherweise mit finanziellen Einbußen oder einem noch größeren Shitstorm rechnen müssen. Und wie wir von Activision Blizzard lernen können, ist es nicht so einfach einen schlechten Ruf wieder umzukehren. Man weiß allerdings nicht, ob John Gibbson immer noch in dem Unternehmen tätig ist, wahrscheinlich ist er aber einfach auf einen anderen Posten versetzt worden. Es ist aber ziemlich sicher, dass sie ihn für einige Zeit aus der Öffentlichkeit heraushalten werden.