Zwei Wochen vor dem Start von The International 2026 in Shanghai hat Valve das begleitende Paket veröffentlicht. Es umfasst Supporter-Bundles für alle sechzehn Teams, die zurückgekehrten Turnier-Vorhersagen und einen von Grund auf umgebauten Fantasy-Modus. Dazu kam in derselben Nacht der Gameplay-Patch 7.41e samt Summer Scrub 2026.
Eine Anmerkung vorweg, weil der Begriff derzeit überall auftaucht: Valve verwendet das Wort Compendium in der Ankündigung an keiner Stelle. Offiziell heißt die Sache schlicht Predictions, Fantasy und Supporter Bundles. Genannt wird sie trotzdem von allen Compendium, was auch dem entspricht, was sie funktional ist — nur eben ohne den Battle Pass, der jahrelang das eigentliche Herzstück war.
Wohin das Geld aus den Bundles fließt
Supporter-Bundles gibt es für alle sechzehn qualifizierten Mannschaften sowie für über hundert Personen aus dem Broadcast-Bereich. Neben den vier offiziellen Übertragungssprachen wurden auch Community-Bundles für WXC Co. auf Filipino, NS_ART auf brasilianischem Portugiesisch und Maincast auf Ukrainisch aufgelegt.
Die Aufteilung der Einnahmen ist diesmal öffentlich, und sie lohnt einen Blick vor dem Kauf: Die Hälfte geht direkt an das jeweilige Team beziehungsweise die Person, dreißig Prozent fließen in den Preispool von TI 2026, die verbleibenden zwanzig Prozent bleiben bei Valve. Der Preispool startet in diesem Jahr bei einer Grundausstattung von 1,6 Millionen US-Dollar.
Die Team-Bundles kommen in drei Stufen — Bronze, Silber und Gold — und sind optisch als bestickte Vereinswappen umgesetzt. Freigeschaltet werden je nach Stufe eigene Sprays, Emoticons, Abzeichen an der Lebensleiste, Sprachzeilen für das Chatrad und, auf Goldstufe, eine globale Effigy. Diese ersetzt die Standardstatue an der eigenen Basis bis Ende September; weitere Unterstützungsstufen rüsten sie mit zusätzlichen visuellen Effekten auf.
Predictions: die Statistik spricht gegen euch
Die Vorhersagen laufen wie gewohnt über zwei Bereiche, nämlich die Ergebnisse der Swiss Stage und den Verlauf des Playoff-Rasters. Abgegeben werden müssen sie vor dem Eröffnungsspiel am 13. August.
Ein Detail aus der Ankündigung sollte man dabei mitnehmen: Seit Einführung des Swiss-Formats hat es noch niemand geschafft, dessen Verlauf vollständig korrekt vorherzusagen. Wer also auf die perfekte Runde spekuliert, spielt gegen eine Bilanz von null Treffern über mehrere Jahre. Realistischer ist, auf eine gute relative Platzierung zu zielen, weil die Belohnungen ohnehin danach vergeben werden.
Fantasy funktioniert dieses Jahr völlig anders
Der größte Eingriff betrifft den Fantasy-Modus. Bisher wählte man Spieler aus und sammelte deren Punkte ein. Nun übernimmt man zusätzlich eine Coach-Rolle und vergibt Modifikatoren, die sich auf die gesamte Aufstellung auswirken. Prefixe, Suffixe und die zugehörigen Regeln wurden ebenfalls überarbeitet.
Auch die Auswahl selbst ist deutlich stärker eingeschränkt. Statt frei zusammenzustellen, zieht man überwiegend in Paaren: Beide Supports müssen aus derselben Mannschaft kommen, Safelaner und Offlaner ebenfalls, und lediglich der Midlaner wird separat gewählt.
Das ist eine bemerkenswerte Designentscheidung, weil sie das Grundproblem des bisherigen Modus angeht. Wer früher einfach die fünf statistisch stärksten Einzelspieler zusammensetzte, brauchte kein Verständnis für Dota, sondern eine Tabelle. Wer jetzt zwei Supports aus einem Team nehmen muss, wettet unweigerlich darauf, dass diese Mannschaft als Ganzes weit kommt. Das ist näher an dem, was man beim Zuschauen tatsächlich einschätzt.
Ein Nebeneffekt: Für dieses Format existieren keine historischen Daten. Alle Erfahrungswerte aus früheren Jahren sind wertlos.
Was es zu gewinnen gibt
Belohnungen gibt es auf zwei Ebenen. Wer überhaupt teilnimmt, erhält automatisch ein Aegis-Emoticon, Hintergrundbilder zu TI 2026 sowie ein Chatrad mit vier Sprachzeilen.
Die Leistungsbelohnungen werden nach dem Turnierende am 27. August anhand der relativen Platzierung vergeben. Die besten hundert Teilnehmer bekommen zwölf Monate Dota Plus, ein Terrain-Token, hundert Prozent Rabatt auf den physischen Aegis dieses Jahres und fünf Tyrian Regalia. Die Top 1.500 erhalten sechs Monate Dota Plus, ein Terrain-Token, denselben Aegis-Rabatt und zwei Tyrian Regalia. Wer im 95. Perzentil landet, bekommt zwei Monate Dota Plus, ein Terrain-Token, fünfzig Prozent Aegis-Rabatt und ein Tyrian Regalia, im 90. Perzentil sind es ein Monat Dota Plus und ein Terrain-Token.
Die Tyrian-Regalia-Schatzkiste kehrt mit fünf neu gestalteten Immortal-Gegenständen in der diesjährigen TI-Farbgebung zurück. Neu ist das Terrain-Token, mit dem sich eines von sechs zurückkehrenden Custom-Terrains auswählen lässt, darunter Reef’s Edge aus dem Jahr 2017, Immortal Gardens aus 2016 und Emerald Abyss aus 2018.
Was fehlt, und warum das spürbar bleibt
Funktional ist das Paket vollständig. Es gibt Fantasy, es gibt Vorhersagen, es gibt Bundles, die tatsächlich Geld an Teams und Broadcast-Personal weiterleiten, und die Belohnungsstruktur hat an der Spitze Gegenstände, die man haben will. Die Effigy-Anpassung über die Team-Bundles ist genau die Art Detail, die ein Unterstützungspaket über ein Logo im Profil hinaushebt.
Was es nicht ist und auch nicht sein kann, ist der Battle Pass. Das Gefühl, dass die gesamte Community gemeinsam auf einen Preispool hinarbeitet, der Woche für Woche weiter klettert, entsteht mit dreißig Prozent aus Bundle-Verkäufen und einer Grundausstattung von 1,6 Millionen nicht. Das ist kein Vorwurf an das, was Valve hier gebaut hat — es ist schlicht ein anderes Produkt.
Für alle, die mitmachen wollen, gilt trotzdem eine klare Frist. Die Vorhersagen schließen mit dem ersten Spiel am 13. August, und wer erst danach einsteigt, ist bei diesem Teil raus.
