Zum Inhalt springen
DE LIVE
Counter Strike

Team Liquid schlägt Wildcard und gewinnt ersten LAN-Titel seit 2022

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Team Liquid hat die iBUYPOWER Masters FML 2026 gewonnen und damit eine lange Durststrecke beendet. Im Finale setzte sich das nordamerikanische Counter-Strike-Team klar mit 2:0 gegen Wildcard durch. Nach einem dominanten 13:4 auf Inferno machte Liquid die Serie mit einem 13:9 auf Anubis perfekt. Neben 12.500 US-Dollar Preisgeld bringt der Erfolg dem Team vor allem eines: den ersten LAN-Titel seit 2022 und wichtige Punkte für das Valve-Ranking.

Liquid erwischte im Finale einen nahezu perfekten Start und ließ Wildcard auf der ersten Map praktisch keine Chance.

Besonders Mario „malbsMd“ Samayoa setzte dem Match früh seinen Stempel auf und war über beide Maps hinweg der auffälligste Spieler.

Inferno wird zur klaren Angelegenheit

Die Finalserie begann auf Inferno – und entwickelte sich schnell zu einer einseitigen Partie.

Wildcard fand kaum Zugriff auf das Spiel und musste Liquid früh davonziehen lassen.

Am Ende stand ein deutliches 13:4.

Damit ging Liquid nicht nur mit einer 1:0-Führung in die zweite Map, sondern hatte auch spielerisch die Kontrolle übernommen.

Wildcard gelang es zu keinem Zeitpunkt, Liquid dauerhaft unter Druck zu setzen.

Auf Anubis wird es enger

Auf Anubis zeigte Wildcard anschließend deutlich mehr Gegenwehr.

Die Partie blieb länger offen als auf Inferno, doch auch hier hatte Liquid in den entscheidenden Momenten die besseren Antworten.

Mit 13:9 ging schließlich auch die zweite Map an Liquid.

Damit war die Best-of-Three-Serie nach zwei Maps beendet.

malbsMd führt Liquid zum Titel

Über die gesamte Serie hinweg war malbsMd der stärkste Spieler auf dem Server.

Er kam auf:

  • 41 Kills
  • 22 Deaths
  • 10 Assists
  • +19 Kill-Differenz
  • 107 ADR laut Scoreboard

Damit war er klarer MVP des Finales.

Auch der Rest von Liquid überzeugte.

EliGE beendete die Serie mit 34 Kills bei 20 Deaths, während NAF auf 31 Kills bei nur 18 Deaths kam.

Auch Jorko lieferte mit 32 Kills und einer Bilanz von +14 ein starkes Match.

Lediglich JT blieb individuell hinter seinen Teamkollegen zurück.

Liquid dominiert auch statistisch

Die Unterschiede zwischen beiden Teams zeigen sich besonders deutlich in den Gesamtzahlen.

TeamKillsDeathsAssistsDifferenz
Team Liquid15410560+49
Wildcard10415540-51

Wildcard brachte keinen einzigen Spieler mit positiver Kill-Differenz durch die Serie.

Bester Spieler des Teams war fr3nd mit 24 Kills.

Demgegenüber kamen bei Liquid gleich vier Spieler auf mindestens 31 Kills.

Diese Breite machte es Wildcard schwer, einzelne Schwachstellen auszunutzen.

Erster LAN-Titel seit 2022

Sportlich ist das Turnier nicht mit einem Major oder einem der großen internationalen Events vergleichbar.

Trotzdem besitzt der Sieg für Liquid eine besondere Bedeutung.

Es ist der erste LAN-Titel der Organisation seit 2022.

Damals spielte Liquid noch mit einem deutlich anderen Line-up. Zu diesem Team gehörten unter anderem nitr0, oSee und YEKINDAR.

Allerdings handelte es sich bei diesem Erfolg um ein RMR-Turnier.

Wer reine internationale LAN-Turniere beziehungsweise Events außerhalb der Major-Qualifikation betrachtet, muss sogar noch weiter zurückgehen.

Der vorherige größere LAN-Erfolg stammt aus dem Jahr 2019, als Liquid die IEM Chicago gewann.

Damit unterstreicht der aktuelle Titel, wie lange eine der traditionsreichsten Counter-Strike-Organisationen Nordamerikas auf einen solchen Erfolg warten musste.

12.500 Dollar sind nicht der wichtigste Teil des Sieges

Das Preisgeld fällt vergleichsweise überschaubar aus.

Liquid erhält für den Turniersieg 12.500 US-Dollar.

Für eine Organisation dieser Größenordnung dürfte das finanziell kaum entscheidend sein.

Wesentlich wichtiger ist die sportliche Wirkung.

Der Turniersieg verbessert Liquids Position im Valve-Ranking auf Platz 16.

Gerade diese Platzierung kann für zukünftige Turniere von großer Bedeutung sein.

Valve nutzt sein Ranking zunehmend für Einladungen und Qualifikationswege zu wichtigen Events.

Ein Platz in Reichweite der direkten Invite-Zonen kann deshalb deutlich wertvoller sein als das eigentliche Preisgeld eines kleineren LAN-Turniers.

Liquid braucht jetzt Konstanz

Der Titel allein löst natürlich nicht alle Probleme.

Ein Sieg bei einem kleineren Event reicht nicht aus, um Liquid plötzlich wieder dauerhaft zu einem internationalen Top-Team zu machen.

Dafür müssen entsprechende Leistungen auch gegen stärkere Gegner folgen.

Trotzdem ist die iBUYPOWER Masters FML 2026 ein wichtiges Signal.

Liquid hat das Finale nicht knapp gewonnen, sondern Wildcard über weite Strecken kontrolliert und die Serie ohne Mapverlust beendet.

Vier Spieler lieferten gleichzeitig starke individuelle Leistungen.

Der Titel bringt Liquid deshalb zwar „nur“ 12.500 Dollar ein, sportlich könnte der Erfolg aber deutlich wertvoller sein: Er beendet eine mehrjährige LAN-Durststrecke und bringt das Team im Valve-Ranking wieder näher an die Plätze, auf denen Einladungen zu den wirklich großen Turnieren warten.

Für dich ausgewählt

Das könnte dich auch interessieren

Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

Alle Artikel ansehen →
Gerade veröffentlicht

Neueste News

Alle ansehen →