Der Kommentator Robson „TeaGuvnor“ Merritt hat sich zur veränderten Herangehensweise der Entwickler an Dota 2 geäußert. Im Rahmen einer AMA-Sitzung auf Reddit teilte der Caster seine Gedanken dazu, warum Valve sich vom einst gefeierten Battle Pass beziehungsweise den Compendiums in ihrer alten Form verabschiedet hat. Seine Einschätzung stellte er ausdrücklich als persönliche Meinung dar, nicht als Insiderwissen.
TeaGuvnors Erklärungsansatz
Auf die Frage eines Nutzers, warum Valve die Compendiums in ihrer früheren Gestalt abgeschafft habe – für viele das Herzstück eines jeden International –, verwies TeaGuvnor vor allem auf die Ressourcenfrage. Die Zeit, die in einen Battle Pass oder ein Compendium fließe, fehle zwangsläufig bei anderen Projekten. Als Beispiel nannte er Crownfall: Solche Events entstünden nicht über Nacht, sondern brauchten Zeit. Auch wenn dabei nicht jener konstante Dopamin-Schub entstehe, den ein großes Event oder ein einschneidender Zahlen-Patch auslöse, sei das nicht zwangsläufig schlecht – zu viele solcher Patches könnten das Spiel sogar unausgewogen und weniger genießbar machen.
Seine Grundhaltung fasste der Caster mit dem bekannten Motto zusammen, man solle Valve einfach machen lassen; das Warten lohne sich oft. Zur Untermauerung führte er eine Reihe von Verbesserungen an, die parallel zu großen Patches und Crownfall ihren Weg ins Spiel gefunden hätten: die neue Armory, Nutzerprofile, eine überarbeitete Einstellungsoberfläche, Anpassungen am Client, neue Dota-Plus-Funktionen sowie zahlreiche Komfortverbesserungen im Client und im Spiel selbst. Er hob außerdem hervor, dass Valve nach wie vor jedes Jahr ein Compendium herausbringe – lediglich der klassische Battle Pass falle weg. All diese Verbesserungen, so sein Fazit, machten das Spielen von Dota 2 angenehmer.
Der Hintergrund: Vom Battle Pass zum Compendium
Der letzte echte Battle Pass in Dota 2 erschien 2022. Er war in zwei Teile gegliedert und enthielt unter anderem Arcanas für Razor und Faceless Void. Danach gab Valve das Konzept des Battle Pass auf und setzte stattdessen auf Compendiums, die kaum noch einzigartige kosmetische Gegenstände boten. Für viele Fans markierte dieser Wechsel einen spürbaren Einschnitt, da der Battle Pass nicht nur ein Belohnungssystem war, sondern über das Crowdfunding maßgeblich das rekordverdächtige Preisgeld des International speiste – mit dessen Wegfall sanken die Preisgelder der wichtigsten Dota-2-Turniere deutlich.
Warum die Debatte nicht abreißt
TeaGuvnors Einordnung trifft einen wunden Punkt der Community, die sich seit Jahren eine Rückkehr des Battle Pass wünscht. Seine Argumentation liefert dabei eine nachvollziehbare Gegenperspektive: Statt eines einmaligen, aufwändig produzierten Mega-Events könnte Valve die freigewordenen Ressourcen in die kontinuierliche Pflege des Spiels stecken. Ob diese Rechnung für die Mehrheit der Spieler aufgeht, bleibt umstritten – für die einen wiegen die stetigen Verbesserungen schwerer, für die anderen ist der Verlust der exklusiven Arcanas und der Preisgeld-Progression durch nichts zu ersetzen. Eine offizielle, ausführliche Begründung seitens Valve steht bis heute aus, weshalb Einschätzungen wie die von TeaGuvnor vorerst das Feld der Spekulation füllen.
