Die koreanische Esports-Organisation hat einen historischen Meilenstein erreicht: Zum ersten Mal seit ihrer Gründung schreibt T1 schwarze Zahlen – getrieben von Merchandise, Sponsoring und globalem Wachstum.
Die Zahlen: Ein Meilenstein mit Symbolkraft
Laut T1s offiziellen Audit-Unterlagen, über die koreanische Medien berichteten, erzielte die Organisation 2025 einen Gesamtumsatz von 88,6 Milliarden Won – umgerechnet rund 65 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von über 80 Prozent gegenüber 2024. Zum ersten Mal seit der Gründung steht am Ende ein operativer Gewinn: 2,5 Milliarden Won Betriebsgewinn, Nettogewinn von 1,2 Milliarden Won. Die Zahlen sind im Kontext der Unternehmensgröße überschaubar – aber ihre symbolische Bedeutung ist enorm. T1 hat bewiesen, dass professionelles Esports auf Organisationsebene profitabel sein kann.
Woher das Wachstum kommt
Das Wachstum ist kein Einzel-Effekt, sondern das Ergebnis mehrerer paralleler Entwicklungen. Im Heimatmarkt Korea verdoppelte T1 seinen Umsatz nahezu auf 51,8 Milliarden Won – getragen von starker lokaler Unterstützung, hohem Fan-Engagement rund um League of Legends und Kooperationen mit großen Marken.
International war das Bild noch beeindruckender. Der Amerika-Umsatz wuchs um 93 Prozent, Europa legte 51 Prozent zu, Asien außerhalb Koreas 36 Prozent. T1 ist damit nicht mehr primär eine koreanische Organisation mit internationalem Publikum – sie ist eine globale Marke mit diversifizierter Einnahmebasis.
Merchandise als Wachstumsmotor
Ein besonders deutliches Signal liefert der Posten Warenkosten: Dieser hat sich laut den Filings nahezu verdoppelt – nicht wegen sinkender Effizienz, sondern wegen explodierender Verkaufszahlen. Trikots, Capsule Collections und limitierte Kollaborationen haben T1s Fanbase in eine kommerzielle Maschine verwandelt. Wenige Esports-Organisationen weltweit schaffen es, Fan-Loyalität so konsequent in Umsatz umzuwandeln.
Ein wesentlicher Faktor dahinter ist Lee „Faker“ Sang-hyeok. Sein Einfluss geht längst über League of Legends hinaus – er ist eine Kultfigur, deren Strahlkraft Markenpartnerschaften und Merchandise-Käufe antreibt, die weit über das Kernpublikum hinausreichen. Gleichzeitig stiegen die Sponsoring-Einnahmen weiter, mehrere Hauptpartner erhöhten ihre Investitionen in die T1-Marke spürbar.
Kapitalerhöhung Anfang 2026
Um die neu erreichte Profitabilität zu festigen, hat T1 Anfang 2026 eine Kapitalerhöhung genehmigt und durch eine private Aktienemission umgerechnet rund 7,5 Millionen US-Dollar frisches Kapital eingesammelt. Ein klares Signal, dass die Organisation die positive Entwicklung nicht nur konsolidieren, sondern weiter ausbauen will.
Für die gesamte Esports-Branche sind T1s Zahlen ein wichtiges Zeichen: Profitabilität ist möglich – wenn Wettbewerbserfolg, Markenidentität und globale Expansion zusammenwirken.


