Eine neue Auswertung zur Gaming-Nachfrage in Deutschland zeichnet ein Bild, das auf den ersten Blick klar wirkt und auf den zweiten deutlich spannender wird. Bei den Spielen setzt sich Fortnite bundesweit am häufigsten an die Spitze, bei den Konsolen gewinnt die PlayStation 5 das Rennen. Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch, dass Xbox in Deutschland wesentlich stärker ist, als viele reflexartig vermuten würden, und dass Nintendo in mehreren Bundesländern weiter eine feste Bastion besitzt.
Vor allem eines ist interessant: Die Deutschlandkarte wirkt nicht wie eine zufällige Momentaufnahme, sondern wie ein ziemlich gutes Stimmungsbild der aktuellen Gaming-Kultur. Zwischen Live-Service-Dominanz, Premium-Blockbustern und regionalen Ausreißern wird sichtbar, welche Marken heute wirklich Reichweite haben und welche Spiele sich dauerhaft im Kopf der Spieler festgesetzt haben.
Fortnite bleibt Deutschlands größter gemeinsamer Nenner
Acht Bundesländer setzen auf den Battle-Royale-Dauerbrenner
Der größte Gewinner der Studie ist klar Fortnite. In acht von 16 Bundesländern landet das Spiel auf Platz eins und ist damit der deutlich sichtbarste Titel der gesamten Auswertung. Besonders stark ist Fortnite in Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Damit zieht sich ein auffälliger Gürtel quer durch Deutschland, von der Küste bis tief in die Mitte und den Osten.
Das ist bemerkenswert, weil Fortnite längst kein neues Spiel mehr ist. Trotzdem bleibt der Titel offenbar der verlässlichste Magnet in der Suchnachfrage. Das spricht für eine enorme Markenstärke, die weit über den eigentlichen Battle-Royale-Kern hinausgeht.
Warum Fortnite weiter so stark bleibt
Die Studie selbst deutet bereits an, warum Fortnite seine Stellung hält: das kostenlose Grundmodell, konstante Updates und regelmäßige Crossover mit Popkultur-Marken. Genau darin liegt wohl auch der eigentliche Unterschied zu vielen anderen Erfolgen. Fortnite ist nicht nur ein Spiel, sondern längst eine ständig laufende Plattform. Für eine Suchanalyse ist das ein enormer Vorteil, weil laufende Events, neue Skins, Turniere und Kooperationen immer wieder neue Aufmerksamkeit erzeugen.
Für die Einordnung heißt das: Fortnite ist in Deutschland nicht bloß populär, sondern dauerhaft sichtbar. Und Sichtbarkeit ist in einer Trends-Studie oft fast genauso wichtig wie klassische Spielerschaft.
Die größten Ausreißer machen die Karte erst spannend
Bayern geht den Premium-Weg mit Elden Ring
Der auffälligste Sonderfall ist Bayern. Dort steht nicht Fortnite an der Spitze, sondern Elden Ring. Auch bei den Konsolen entscheidet sich der Freistaat für die PlayStation 5. Das ergibt ein Profil, das fast wie ein Gegenentwurf zum breiten Live-Service-Mainstream wirkt: anspruchsvoll, hochwertig, eher prestigeorientiert als massenhaft. Genau dadurch sticht Bayern aus der Karte besonders stark heraus.

Beliebteste Videospiele nach Bundesland (Quelle: PrivacyTutor)
Cyberpunk, Red Dead, Zelda und Minecraft setzen eigene Akzente
Auch andere Bundesländer zeigen, dass die deutsche Gaming-Landschaft eben nicht komplett von einem einzigen Titel verschluckt wird. In Berlin und Baden-Württemberg führt Cyberpunk 2077, was gut zum urbanen, techniknahen Profil dieser Regionen passt. Niedersachsen und Sachsen setzen dagegen auf Red Dead Redemption 2, also auf ein Spiel, das trotz seines Alters weiter enorme Strahlkraft besitzt.
Hamburg fällt mit Grand Theft Auto V auf, Schleswig-Holstein mit The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom und das Saarland sogar als einziges Bundesland mit Minecraft auf Platz eins. Genau diese Ausreißer sind journalistisch fast noch interessanter als der Fortnite-Sieg selbst, weil sie zeigen, dass regionale Unterschiede in Deutschland durchaus existieren.
Bei den Konsolen gewinnt Sony, aber das Rennen ist enger als gedacht
Die PS5 holt sieben Bundesländer
Auf der Konsolenseite landet die PlayStation 5 in sieben Bundesländern vorn. Dazu gehören Bayern, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland und Sachsen-Anhalt. Damit gewinnt Sony die meisten Länder und bestätigt seine starke Stellung in Deutschland.
Bemerkenswert ist dabei die geografische Streuung. Die PS5 ist nicht nur in einem Teil des Landes dominant, sondern punktet im Norden, Osten und Süden. Das macht sie in der Studie zur breitesten Premium-Konsole.
Xbox ist der heimliche Gewinner der Auswertung
Noch spannender ist aber der Blick auf Microsoft. Rechnet man Xbox Series X und Xbox Series S zusammen, kommt die Xbox-Familie auf sechs Bundesländer. Die Series X liegt in Berlin, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein vorne, die Series S in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Damit ist Xbox näher an Sony dran, als es die klassische Wahrnehmung vieler Spieler vermuten lässt.
Gerade das ist eine der stärksten Aussagen der Studie. Deutschland wirkt damit eben nicht wie ein reines PlayStation-Land. Stattdessen zeigt sich ein deutlich ausgeglicheneres Bild, in dem Xbox vor allem dort punktet, wo Preis-Leistung, Hardware-Interesse und das Microsoft-Ökosystem besonders relevant sein dürften.
Nintendo hält die Mitte
Die Nintendo Switch gewinnt Bremen, Hessen und Thüringen. Das ist weniger als bei Sony und Microsoft, aber weit entfernt von Bedeutungslosigkeit. Die Switch bleibt damit in mehreren Bundesländern klar sichtbar und behauptet ihre Sonderrolle zwischen Familienkonsole, Handheld und Exklusivtitel-Maschine.
Dass Nintendo vor allem in der geografischen Mitte Deutschlands vorne liegt, gibt der Studie eine interessante zweite Ebene. Die Switch ist offenbar nicht der lauteste, aber ein sehr stabiler Faktor in der deutschen Konsolenlandschaft.
Was die Studie wirklich aussagt
Suchinteresse ist nicht gleich Marktanteil
So spannend die Karte ist, man sollte sie nicht falsch lesen. Die Studie misst kein aktives Spielen, keine Verkäufe und keine tatsächlichen Nutzerzahlen. Grundlage ist die Suchnachfrage. Das ist wichtig, weil Suchinteresse zwar sehr gut Aufmerksamkeit und Relevanz abbilden kann, aber nicht automatisch identisch mit Marktanteilen oder Spielzeit ist.
Gerade deshalb ist die Auswertung eher als Stimmungsbild der öffentlichen Aufmerksamkeit zu lesen. Sie zeigt, worüber Menschen in den jeweiligen Bundesländern besonders häufig suchen, nicht zwangsläufig, was dort am meisten gespielt wird.
Genau deshalb ist die Analyse trotzdem wertvoll
Trotz dieser Einschränkung ist die Studie für die Einordnung des Marktes stark. Denn Suchverhalten verrät, welche Marken im Moment kulturell relevant sind. Und genau dort liefern die Ergebnisse klare Aussagen: Fortnite ist die größte übergreifende Gaming-Marke der Karte, Sony bleibt bei Konsolen knapp vorn, Xbox ist in Deutschland deutlich konkurrenzfähiger als oft behauptet und Nintendo hält sich stabil als eigene Kraft.
Für einen Gaming-Standort wie Deutschland ist das eine spannende Momentaufnahme, weil sie Mainstream, Prestige-Titel und Plattformbindung in einer einzigen Karte zusammenführt.
Deutschlands Gaming-Geschmack 2026
Am Ende erzählt die Studie mehr als nur eine Rangliste. Sie zeigt ein Land, in dem Fortnite als gemeinsame Konstante funktioniert, in dem die PS5 zwar führt, aber nicht davonzieht, und in dem Xbox und Switch in ihren jeweiligen Feldern deutlich präsenter sind, als es viele Debatten online vermuten lassen. Die spannendste Erkenntnis ist deshalb vielleicht gar nicht, wer gewonnen hat, sondern wie eng und vielschichtig Deutschlands Gaming-Karte inzwischen geworden ist.
Quelle: https://www.privacytutor.de/wp-content/uploads/2026/03/Die-beliebtesten-Konsolen-Spiele-in-allen-deutschen-Bundeslaendern.pdf
