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Steam Frame: Leak nennt deutlich über 1.100 Dollar

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Valve wollte sein neues VR-Headset günstiger anbieten als den Vorgänger. Nach Angaben des Valve-Leakers Tyler McVicker wird daraus nichts. In einem inzwischen gelöschten YouTube-Stream nannte er als Einstiegspreis für das Steam Frame einen Betrag deutlich über 1.100 US-Dollar, mit einer Obergrenze knapp unter 1.500.

Bestätigt ist davon nichts. Valve schweigt weiterhin zu Preis und Termin, und McVicker hat zwar mehrfach zutreffend über Valve-Projekte berichtet, aber keine makellose Bilanz. Seine Angaben sind eine begründete Schätzung, keine Information aus offizieller Quelle.

Was das im Vergleich bedeutet

GerätPreis zum Start
Steam Frame (Schätzung)über 1.100, unter 1.500 USD
Valve Index (2019, Komplettpaket)999 USD
Steam Machine (2026)1.049 USD / 1.039 Euro
PlayStation VR2549 USD / 599 Euro

Zur Erinnerung: Bei der Ankündigung im November 2025 stellte Valve ausdrücklich in Aussicht, das Steam Frame werde weniger kosten als das Index-Paket. Sollte McVicker recht behalten, wäre das Headset stattdessen teurer als jede bisherige Valve-Hardware — und würde selbst die höchste Steam-Machine-Konfiguration übertreffen.

Zwei Preistreiber, von denen einer meist fehlt

Die Speicherkrise ist der offensichtliche Faktor. RAM und SSDs sind seit Monaten massiv teurer geworden, und Valve hat dieselbe Erfahrung bereits gemacht: Die Steam Machine kam mit 1.049 Dollar auf den Markt, rund 300 Dollar über dem internen Zielpreis, und das Unternehmen räumte damals selbst ein, dass weitere Preiserhöhungen möglich seien.

Der zweite Faktor wird in der Berichterstattung häufig unterschlagen, dürfte aber der aktuellere sein: Qualcomm hat Preiserhöhungen im zweistelligen Prozentbereich für seine Prozessoren bestätigt, wirksam ab dem 1. September. Betroffen ist auch der Snapdragon-Chip, der im Steam Frame steckt. Nach McVickers Einschätzung ist genau diese Ankündigung ein Grund dafür, dass der Vorverkauf noch nicht gestartet ist — Valve dürfte gerade neu rechnen.

Zur Chipbezeichnung selbst gehen die Angaben auseinander. Verbreitet wird sowohl die Beschreibung als 4-nm-Snapdragon mit ARM64-Architektur als auch die konkrete Zuordnung zum Snapdragon 8 Gen 3. Offiziell bestätigt hat Valve nur die allgemeine Spezifikation.

Was im Headset steckt

Die bekannten Eckdaten sprechen für ein Gerät, das anders positioniert ist als die naheliegenden Konkurrenten. Berichtet wird von zwei LCD-Displays mit je 2160 mal 2160 Bildpunkten und 16 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher. SteamOS läuft nativ auf dem Headset, ein Teil der Steam-Bibliothek lässt sich also ohne angeschlossenen Rechner spielen.

Für alles, was auf x86 angewiesen ist, liegt ein 6-GHz-Funkadapter bei, über den sich das Headset mit einem PC verbindet und die vollständige Bibliothek streamt. Das ist der strukturelle Unterschied zu einer Meta Quest 3, die für anspruchsvolle Titel ebenfalls einen Rechner braucht, dabei aber auf allgemeines WLAN oder proprietäre Lösungen angewiesen ist.

Ob das den Aufpreis rechtfertigt, ist die eigentliche Frage. Ein Headset für 1.300 Dollar konkurriert nicht mehr mit der Quest, sondern mit dem Gedanken, dieses Geld in einen besseren PC zu stecken.

Der Starttermin ist bereits durch

Ein Punkt, der in mehreren Meldungen fehlt: McVicker hielt den 3. August für einen wahrscheinlichen Veröffentlichungstermin und rechnete mit einer Ankündigung im Verlauf dieser Woche. Beides ist bislang nicht eingetreten.

Die Vorbereitungen laufen dagegen sichtbar. Valve hat Kompatibilitätsbewertungen für eine wachsende Zahl von Spielen vergeben und im Store einen eigenen Bereich namens „Great on Frame“ eingerichtet, in dem unter anderem Portal 2 und Hades geführt werden. Dazu kommen Änderungen im Hintergrund, die darauf hindeuten, dass die Softwareseite weitgehend fertig ist.

Ein Detail aus McVickers Angaben ist dabei bemerkenswert: An die Presse sollen lediglich acht bis zehn Testgeräte gegangen sein, deutlich weniger als bei der Steam Machine. Das kann an begrenzter Verfügbarkeit liegen — oder daran, dass Valve die Erstberichterstattung bewusst schmal hält.

Das angekündigte Zeitfenster ist der Sommer 2026. Viel Luft bleibt nicht mehr.

Warum diese Zahl trotz Unsicherheit relevant ist

Man kann einen gelöschten Stream eines Leakers mit gemischter Bilanz getrost mit Vorsicht behandeln. Was die Schätzung trotzdem plausibel macht, ist die Vorgeschichte: Valve hat bei der Steam Machine denselben Weg genommen und ist dabei 300 Dollar über dem eigenen Ziel gelandet, mit derselben Begründung.

Für die VR-Branche wäre das eine schlechte Nachricht. Der Markt kämpft seit Jahren damit, über die Enthusiasten hinauszukommen, und der Preis ist dabei die zentrale Hürde. Ein technisch starkes Headset für vierstellige Beträge bedient jene, die ohnehin gekauft hätten — es gewinnt niemanden dazu.

Für Valve selbst ist das möglicherweise verkraftbar. Das Unternehmen hat nie versucht, den Massenmarkt zu bedienen, und verdient sein Geld ohnehin an Steam. Wer allerdings gehofft hat, dass ausgerechnet Valve den Preis für eigenständige VR nach unten drückt, sollte diese Erwartung vorerst zurückstellen.

Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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