Valve hat in der Nacht auf den 10. September eine neue Steam-Client-Beta veröffentlicht, die den Big Picture Mode an mehreren Stellen umbaut. Die sichtbarste Neuerung sind Bildschirmschoner, die es in dieser Form bislang nicht gab.
Wann die Funktionen den regulären Client erreichen, hat Valve nicht gesagt.
Zwei Bildschirmschoner ab Werk
Die Auswahl findet sich in den Einstellungen unter Anpassung. Zur Wahl stehen zwei Varianten.
Die Standardoption zeigt eine Diashow aus Artwork zuletzt gespielter Titel und eigenen Screenshots aus dem Spiel. Beides lässt sich getrennt konfigurieren. Die zweite Variante ist bewusst nostalgisch: ein hüpfendes Steam-Logo im Stil klassischer DVD-Player-Bildschirmschoner.
Dazu kommt eine einstellbare Wartezeit, nach der sich der Bildschirmschoner automatisch einschaltet.
Eigene Bildschirmschoner sind ausdrücklich vorgesehen
Interessanter als die mitgelieferten Varianten ist, dass Valve das System offen gestaltet hat. Nutzer können eigene Bildschirmschoner hinterlegen, indem sie Dateien im Steam-Verzeichnis unter config/uioverrides/screensavers ablegen.
Das Verfahren entspricht dem, das Valve bereits für eigene Startvideos verwendet. Als Vorlage dient der mitgelieferte Logo-Bildschirmschoner, der im Verzeichnis steamui/screensavers liegt und aus HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien besteht.
Wer also mit Webtechnik umgehen kann, baut sich hier ohne Zusatzwerkzeuge einen eigenen. Auf Linux-Systemen liegt der Pfad unter ~/.steam/root/config/uioverrides/screensavers/.
Warum das kein Zufall ist
Der Zeitpunkt hat einen naheliegenden Grund. Big Picture ist die Oberfläche für Steam Deck im Dock, für Steam Machines und für alle, die ihren PC am Fernseher betreiben.
Genau dort steht das Bild oft stundenlang still, während im Menü nichts passiert. Auf OLED-Fernsehern ist das ein reales Problem, weil dauerhaft unveränderte Bildinhalte zum Einbrennen führen können. Ein Bildschirmschoner ist die einfachste Gegenmaßnahme, und bislang mussten Nutzer sich mit Lösungen auf Systemebene behelfen oder mit Zusatzwerkzeugen wie Decky Loader arbeiten.
Das Update kann deutlich mehr
Die Bildschirmschoner sind nur ein Teil der Beta. Valve hat den Big Picture Mode insgesamt aufgeräumt.
| Neuerung | Wirkung |
|---|---|
| Big Art Mode | größere Darstellung der Spiele-Artwork auf dem Startbildschirm, aktivierbar unter Einstellungen und Home |
| Persönlicher Kalender | neuer Bereich im Empfehlungs-Tab mit anstehenden Terminen |
| Warnung bei Energieoptionen | Hinweis, wenn ein laufendes Spiel durch Herunterfahren beendet würde |
| Startgeschwindigkeit | allgemein verbesserte Startzeit des Clients |
| Steam Input | geringere Prozessorlast im laufenden Betrieb |
Für SteamOS-Geräte kommt eine Änderung dazu, auf die viele lange gewartet haben: Ein Schalter in den Systemeinstellungen lässt das Gerät künftig direkt im Desktop-Modus starten. Bisher waren dafür Anleitungen und manuelle Eingriffe nötig.
Ebenfalls für Linux überarbeitet wurde die Auswahl der Kompatibilitätswerkzeuge. Das Auswahlfeld ist jetzt dauerhaft sichtbar, sehr alte Proton-Versionen werden ausgeblendet und lassen sich bei Bedarf wieder einblenden. Neu sind außerdem Sammelbezeichnungen wie Proton Stable, mit denen Spiele automatisch auf die jeweils aktuelle stabile Version umziehen.
Was das für die Steam Machine bedeutet
Auffällig ist, wie stark sich diese Beta auf das Wohnzimmer konzentriert. Big Art Mode, Bildschirmschoner, Kalender, ein Standard-Desktop-Modus und Warnungen vor versehentlichem Herunterfahren zielen alle auf Geräte, die dauerhaft am Fernseher hängen.
Das passt zu Valves Hardwareplänen. Eine Oberfläche, die konsolenähnlich funktionieren soll, braucht genau diese Kleinigkeiten, und Bildschirmschoner gehören seit Jahrzehnten zum Selbstverständlichen jeder Wohnzimmerelektronik.
Beta bleibt Beta. Wer sie ausprobieren will, muss den Client auf den Beta-Zweig umstellen und damit auch mit Fehlern rechnen. Einen Termin für die allgemeine Verfügbarkeit nennt Valve nicht.

