Sony hat am 15. September 2026 zwei neue kabellose Kopfhörer für die PlayStation 5 vorgestellt. Das reguläre Pulse erscheint noch im Weihnachtsgeschäft, das stärkere Pulse Edge erst Anfang 2027. Preise nennt der Hersteller bislang nicht.
Sony stellt zwei Modelle gleichzeitig vor
Veröffentlicht hat die Ankündigung Joe Bentley, bei Sony Interactive Entertainment für die Technik zuständig. Sein Beitrag erschien im offiziellen Blog von PlayStation. Begleitet wurde er von Bildern beider Modelle, jedoch ohne ausführliches Datenblatt.
Beide Modelle lösen bekannte Vorgänger ab. Das PlayStation Pulse folgt auf das Pulse 3D, während das Pulse Edge an die Stelle des Pulse Elite tritt. Erhältlich sind sie jeweils in Weiß und in einem als Midnight Black bezeichneten Schwarz. Weitere Farben kündigte der Hersteller nicht an.
Angesprochen werden nicht nur Konsolenspieler. Die Kopfhörer funktionieren ebenso am Rechner sowie am tragbaren PlayStation Portal. Damit deckt Sony sein gesamtes Ökosystem mit einer Produktreihe ab. Angekündigt wurden beide Modelle ohne begleitende Werbekampagne. Eine große Bühne wie eine Messe nutzte der Hersteller dafür nicht.
Was beide Modelle gemeinsam haben
Technisch liegen die Geschwister näher beieinander, als die Namen vermuten lassen. Diese Merkmale teilen sie sich:
- Vergrößerte planarmagnetische Treiber für räumliche Genauigkeit
- Gleichzeitige Verbindung über PlayStation Link und Bluetooth
- Rauschunterdrückung am Mikrofon mithilfe künstlicher Intelligenz
- Kabelloser Betrieb mit geringer Verzögerung
Die doppelte Verbindung dürfte im Alltag am meisten bringen. Du hörst den Klang aus der Konsole und bleibst gleichzeitig über das Telefon erreichbar. Umstecken oder erneutes Koppeln entfällt dadurch. Wer nebenbei Musik hört, spart sich ebenfalls den Wechsel. Diese Funktion kannten Besitzer des Pulse Elite bereits.
Werblich hebt Sony vor allem die Ortung hervor. Schritte und Nachladegeräusche sollen sich klarer zuordnen lassen. Besonders bei Schießspielen kann das über eine Runde entscheiden.
Beide Modelle tragen zudem eine gefällige Gestaltung mit klaren Linien. Das Standardmodell lässt sich für den Transport zusammenklappen.
Planartreiber stammen aus einer Übernahme
Der Ursprung dieser Technik liegt außerhalb von PlayStation. Sony kaufte 2023 den Kopfhörerhersteller Audeze, der für genau solche Treiber bekannt ist.
Eingesetzt wurden sie erstmals 2024 im Pulse Elite. Die neuen Modelle bauen darauf auf und vergrößern die Treiber zusätzlich. Ein völlig neuer Ansatz steckt also nicht dahinter, sondern eine Weiterentwicklung. Wie stark der Zuwachs ausfällt, beziffert Sony nicht.
Was das Pulse Edge zusätzlich bietet
Der Unterschied zwischen beiden Geräten lässt sich gut an den Magneten festmachen. Das Standardmodell arbeitet mit vier Magneten je Treiber, das Edge mit acht.
| Merkmal | PlayStation Pulse | Pulse Edge |
| Magnete pro Treiber | Vier | Acht |
| Aktive Geräuschunterdrückung | Nein | Ja |
| Mikrofon | Fest eingebaut | Abnehmbarer Bügel plus verstecktes Mikrofon |
| Regler für Spiel und Sprachkanal | Nein | Ja |
| Anschluss über Klinke | Nein | Ja, 3,5 Millimeter |
| Transportkoffer | Nein | Ja |
Aus der doppelten Magnetzahl verspricht sich Sony vollere und tiefere Bässe. Verlieren soll der Klang dabei nichts an Sauberkeit. Belegen lässt sich das erst mit eigenen Ohren. Werte zum Frequenzgang oder zur Impedanz veröffentlichte Sony nicht. Vergleiche mit Kopfhörern anderer Hersteller sind damit vorerst unmöglich.
Praktischer wirkt im Alltag der Klinkenanschluss. Damit hängst du das Edge auch an Geräte ohne kabellose Verbindung, etwa an ältere Konsolen. Im Flugzeug oder am Mischpult hilft ein solcher Anschluss ebenfalls. Beim Standardmodell fehlt diese Möglichkeit komplett.
Zwei Mikrofone in einem Gerät
Besonders durchdacht wirkt die Lösung beim Sprechen. Für Gespräche steckst du das Bügelmikrofon an, das die Stimme nah am Mund aufnimmt.
Nimmst du es ab, übernimmt ein verstecktes Mikrofon im Gehäuse. Unterwegs siehst du dadurch nicht aus wie im Kundendienst, kannst aber trotzdem telefonieren. Das günstigere Pulse verzichtet auf diese Wahlmöglichkeit. Dort sitzt das Mikrofon fest im Gehäuse. Für reine Konsolenspieler reicht diese Lösung erfahrungsgemäß aus.
Termine und offene Fragen
Konkret wird Sony bei den Terminen nur grob. Genaue Daten und Preise sollen später folgen.
| Angabe | Stand |
| PlayStation Pulse | Weihnachtsgeschäft 2026, zunächst in ausgewählten Märkten |
| Pulse Edge | Anfang 2027 |
| Preise in Euro | Noch nicht genannt |
| Start in Deutschland | Noch nicht genannt |
| Beginn der Vorbestellung | Noch nicht genannt |
Auffällig ist die Formulierung zu den Märkten. Ausgewählte Märkte bedeutet nicht automatisch einen Start hierzulande im selben Zeitraum. Klarheit darüber fehlt bislang völlig. Erfahrungsgemäß gehört Deutschland bei Zubehör von PlayStation zur ersten Welle. Eine Zusage ist das jedoch nicht.
Auch zur Akkulaufzeit schweigt Sony bisher. Angaben zu Gewicht und Ladezeit fehlen ebenso, obwohl beide Werte im Alltag zählen.
Anschauen lassen sich beide Kopfhörer bereits jetzt. Seit dem 17. September stehen sie auf der Tokyo Game Show zur Ansicht bereit. Erste Eindrücke von der Messe dürften daher in den kommenden Tagen erscheinen. Ob Besucher die Kopfhörer selbst aufsetzen können, teilte Sony nicht mit.
Einordnung in das Zubehör der PlayStation 5
Sony baut sein Zubehör seit Jahren konsequent aus. Neben den Kopfhörern gehören dazu der DualSense Edge, das tragbare Portal und die Ohrhörer aus derselben Reihe.
Auffällig ist dabei die Rolle von PlayStation Link. Diese hauseigene Verbindung koppelt Konsole, Portal und Kopfhörer ohne Umwege und bindet Käufer zugleich an das eigene System. Andere Hersteller kommen an diese Funktion nicht heran. Fremdgeräte bleiben auf Bluetooth oder einen Sender angewiesen. Genau darin liegt der Reiz der hauseigenen Lösung.
Für Besitzer eines Pulse Elite stellt sich damit eine schlichte Frage. Ein Wechsel lohnt vor allem wegen der Geräuschunterdrückung, weniger wegen der Treiber. Deren Grundlage kennen sie schließlich bereits. Ein Verkauf des alten Modells dürfte die Kosten zusätzlich drücken. Lohnend wird die Rechnung aber erst mit einer Preisangabe.
Warum der Zeitpunkt vor Weihnachten zählt
Der Termin für das Standardmodell ist kein Zufall. Zwischen November und Dezember verkauft die Branche traditionell den größten Teil ihres Zubehörs.
Verschärft wird das in diesem Jahr durch einen einzelnen Titel. Am 19. November erscheint Grand Theft Auto VI, das zahllose Spieler an die Konsole zurückholen dürfte. Passendes Zubehör verkauft sich in solchen Wochen fast von allein. Kopfhörer zählen dabei zu den beliebtesten Geschenken unter dem Baum.
Einen Zusammenhang hat Sony selbst nicht hergestellt. Die zeitliche Nähe bleibt also eine Einordnung, keine bestätigte Absicht des Herstellers.
Das Edge verpasst genau dieses Geschäft
Umso auffälliger wirkt der spätere Start des teureren Modells. Anfang 2027 bedeutet, dass das Pulse Edge erst nach dem Weihnachtsgeschäft in den Handel kommt.
Gründe nennt Sony nicht. Möglich sind Lieferengpässe ebenso wie eine bewusste Staffelung, damit sich beide Geräte nicht gegenseitig Kunden wegnehmen. Bestätigt ist keine dieser Erklärungen. Fest steht allein die Reihenfolge der beiden Starttermine. Wer das Edge möchte, wartet also mindestens bis ins neue Jahr.
Gute Technik, halbe Ankündigung
Was Sony hier zeigt, wirkt technisch schlüssig. Größere Treiber, eine doppelte Verbindung und ein durchdachtes Mikrofonkonzept adressieren bekannte Schwächen. Genau darüber klagten Besitzer der Vorgänger am häufigsten.
Unvollständig bleibt die Ankündigung trotzdem. Ohne Preis und ohne festen Termin für Deutschland fehlt die Grundlage für ein Urteil. Ob sich der Aufpreis für das Edge lohnt, bleibt damit offen. Gerade bei Zubehör entscheidet der Betrag über alles Weitere.
Sinnvoll ist daher abwarten statt Vorfreude. Wer jetzt dringend einen Kopfhörer braucht, greift zum bewährten Vorgängermodell, das inzwischen regelmäßig im Angebot steht. Alle anderen behalten die kommenden Wochen im Blick. Weitere Angaben hat Sony ausdrücklich angekündigt, ohne dafür ein Datum zu nennen.
