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Fragster | August 16, 2021

SK Gaming Academy – alles nur ein einziger Scam?

SK Gaming ist eine deutsche Esports Organisation, die schon vor über 2 Jahrzehnten, nämlich im Jahr 1997 als “Schröt Kommando” gegründet wurde. Sie gilt als eine der größten Gaming Organisationen in Deutschland.

Gestern wurde aber ein Twitlonger gepostet, der die Organisation in einem ziemlich schlechten Licht darstellt. Die Verfasserin des Posts ist @Vivitortellini, sie ist die Teammanagerin für die SK Gaming Academy Teams.

Was soll genau passiert sein?

Sie wirft der Organisation einiges vor und behauptet SK Gaming Academy wäre im Grunde nichts anderes als ein Scam gewesen. Den teilweise noch sehr jungen Spielern wären Verträge und Gehälter versprochen worden, aber letztendlich gingen sie anscheinend mehr oder weniger komplett leer aus. Außerdem wären die Besitzer von SK Gaming nur äußerst schwer zu erreichen gewesen und die Spieler wären sich im Grunde selbst überlassen worden.

Sie bezieht sich bei ihren Vorwürfen auf den Sommer des Jahres 2020 und 2021 und erklärt, dass, wenn die Spieler damals gewusst hätten was auf sie zukommt, dann wären sie SK Gaming wahrscheinlich niemals beigetreten. Vivi erklärt, dass nach den Tryouts 3 junge Teams zusammengestellt wurden, die dann für SK Academy für 2 Splits gespielt haben. Das einzige Team, das die Div 2 erreichte, durfte im Summer Split spielen, die beiden anderen Teams wurden aufgelöst.

*Das Statement von SK Gaming was sie am 16.08.2021 Abends veröffentlicht haben findet ihr ganz unten.*

Von Anfang an wären den Spielern Verträge versprochen worden und im August 2020 haben die Spieler anscheinend einen Beispielvertrag bekommen, aber die eigentliche Vertragsunterzeichnung wurden immer wieder monatelang verschoben. Anscheinend gab es immer “wichtigere” Angelegenheiten für den CEO, der erst noch mit dem CFO reden musste usw. man war sich unsicher wegen des Budgets und in den Meetings wurden immer erst “dringlichere Themen” angesprochen als die Verträge der Spieler.

Ihre Ausreden endeten im März diesen Jahres, nachdem die Spieler schon ganze 2 Splits ohne Verträge gespielt hatten und immer noch darauf hofften ein kleines Gehalt zu bekommen. Was danach passierte ist allerdings unklar.

Die Atmosphäre zwischen den 3 Teams, die sich im Grunde selbst überlassen waren, wurden in diesen Monaten immer angespannter. Ein Team, das als das beste galt, wurde zu einem Bootcamp nach Köln eingeladen, wobei die 2 anderen Teams offiziell “wegen Corona” einfach im Stich gelassen wurden. Das führte zu Rivalitäten innerhalb der Player und der Lineups.

Management ständig nicht erreichbar

Aber SK Gaming ließ wohl nicht nur die Spieler einfach hängen. Laut Viviii hatte SK Gaming eine Werkstudentin namens Kimmi angestellt, die mit ihren Aufgaben anscheinend überfordert war und nicht viel Input von der Organisation bekam. Im Tweetlonger steht, dass sie es nur einmal schaffte sich mit der Organisation wegen des Bootcamps in Köln in Verbindung zu setzen, danach war das Management wieder nicht mehr erreichbar, und jegliche Versuche sich mit ihnen in Kontakt zu setzen wurden zurückgewiesen.

Die Teammanagerin findet es außerdem absolut unverantwortlich, dass sich die Organisation nicht um die jungen Spieler gekümmert hat, die vor allem in der Online-Welt und während Corona auch Gefahren wie Depressionen oder Bullying ausgesetzt waren. Sie und die jungen Spieler fühlten sich regelrecht gescammt, viele waren frustriert, weil sie keine Verträge bekamen, es kein Coaching gegeben hätte, oder Hilfe von älteren oder erfahreneren SK Spielern anscheinend ausblieb. Die beiden unteren Teams bekamen wohl gar nichts und es wurde ihnen bei nichts geholfen.

Viviii schreibt außerdem, dass die Spieler sich wahrscheinlich nicht dazu geäußert haben, weil sie einfach noch sehr jung sind und möglicherweise auch Angst hatten, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Von außen würde es wahrscheinlich auch ziemlich unwirklich erscheinen, dass eine der größten deutschen Esport-Organisationen ihre Mitarbeiter einfach so scammen würde. Außerdem ist es natürlich auch unglaublich schwer sich gegen eine so große Organisation zu behaupten.

Alles nur leere Versprechen…

SK hatte wenigstens versprochen, die Primeleague Games zu streamen und den Spielern jeden Monat irgendeine Form von Hardware zu schicken und sie außerdem auf Social Media zu promoten. Die Hardware kam wohl nur sehr selten und der versprochene Support auf Social Media fiel nur minimal aus.

Sie ließen zwar Matches von @BehartmitBart streamen, aber das war nur eine kleine Geste, die das Projekt viel professioneller aussehen ließ, als es eigentlich war. Der Split lief nicht wie geplant und der Jungler eines der Teams verließ das Projekt mitten im Split, was man ihm auch kaum vorwerfen kann, wenn man weiß wie es hinter den Kulissen vor sich ging.

Auch den Coaches Kuchenkopf und Freaky wurde laut Viviii ein kleines Gehalt versprochen. Bis heute haben die beiden anscheinend nicht einen Cent gesehen. Die beiden Coaches, die Werkstudentin Kimmi und Viviii, die Teammanagerin haben das Projekt und die Spieler bis zuletzt unterstützt, aber SK Gaming war für sie nur sehr schwer zu erreichen und es wurden keine Fortschritte in Bezug auf die Verträge, Gehälter etc. gemacht.

Update: SK Gaming hat ihr Statement released