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Sentinels ziehen die Reißleine: Kaplan raus, Ewok übernimmt – und der nächste Kader-Reset steht schon vor der Tür

fragster Andrea Februar 23, 2026

Sentinels stellen ihr VALORANT-Projekt neu auf. Nach internen Reibungen trennt sich die Organisation von Head Coach Adam „kaplan“ Kaplan und holt mit Marthinus Jacobus „Ewok“ van der Walt einen Coach, der zuletzt in der VCT Pacific Titel- und Top-Platzierungen eingefahren hat. Dazu kommt: CEO Rob Moore hat in einem Talk öffentlich gemacht, warum es zur Trennung kam – und warum Sentinels künftig keinem Coach mehr das letzte Wort bei Kaderentscheidungen geben will.

Key Facts

Sentinels trennen sich von Head Coach kaplan und verpflichten Ewok als Nachfolger
Auslöser waren Differenzen über Rollen und Kaderentscheidungen, so CEO Rob Moore
johnqt soll wieder die IGL-Rolle übernehmen, weitere Roster-Moves stehen an
VCT Americas Stage 1 startet am 10. April in Los Angeles – der Zeitdruck ist real

Kaplan raus: Nicht nur Ergebnisse, sondern Richtungskampf

Kaplan war seit 2022 Teil des Projekts und führte Sentinels 2024 zum Masters-Titel in Madrid. Danach blieb die große Konstanz aber aus – spätestens nach dem enttäuschenden Abschluss bei Champions 2025 und einem schwachen Start in die Saison 2026 stieg der Druck.

In den aktuellen Aussagen aus dem Umfeld wird vor allem eines deutlich: Es ging nicht nur um Resultate, sondern um ein fundamentales Problem in der Teamsteuerung. Moore beschreibt, dass Kaplan vertraglich die letzte Entscheidung bei Kaderfragen hatte – und dass Sentinels dieses Modell künftig nicht mehr zulassen will.

Zekken, johnqt und ein System, das nicht zusammenpasste

Der Knackpunkt laut Moore: Kaplans Lösung nach Champions 2025 soll beinhaltet haben, zekken weg von seiner Duelist-Rolle zu bewegen und johnqt von der IGL-Position zu nehmen. Genau diese Richtung habe die Organisation nicht mitgetragen – konnte sie aber aufgrund der damaligen Entscheidungsstruktur nicht verhindern.

Das Ergebnis war ein Team, das zwar umgebaut wurde, aber nicht geschlossen wirkte: Rollenwechsel, neue Hierarchien, andere Win-Conditions – und am Ende fehlte die klare Identität, die du brauchst, um in der VCT auf Top-Niveau durchzuziehen.

Ewok kommt: Pacific-Erfahrung, Titelbilanz, klare Handschrift

Mit Ewok holt Sentinels einen Coach, der zuletzt bei RRQ in der VCT Pacific bewiesen hat, dass er ein Team nicht nur stabilisieren, sondern auch in Richtung Titel formen kann. Aus Sentinels-Sicht ist das ein gezielter Move: weniger „Experiment“, mehr Struktur – mit einem Trainer, der den Druck der Tier-1-Liga kennt und zuletzt im internationalen Kontext gearbeitet hat.

Spannend ist dabei auch die Timing-Komponente: Ewok war zuletzt rund um die VCT Pacific zudem als Analyst im Broadcast-Kontext aktiv. Heißt: Er kommt nicht „kalt“ rein, sondern mit einem aktuellen Blick auf Meta-Entwicklungen, Rollen-Trends und Team-Blueprints in der Weltspitze.

Nächster Schritt: Roster-Moves – und johnqt wieder als IGL

Parallel zum Coaching-Wechsel kündigt Moore an, dass der Kader nicht stehen bleibt. In den aktuell diskutierten Punkten kristallisiert sich heraus:

  • johnqt soll wieder als Ingame-Leader agieren
  • Mindestens ein Teil des Lineups steht zur Disposition
  • Es laufen bzw. starten Tryouts – die Organisation will schnell Klarheit

Auch ehemalige Themen bleiben offen: Moore hat durchblicken lassen, dass die Tür für ein Comeback bekannter Namen grundsätzlich nicht zugeschlagen ist – inklusive der viel diskutierten Personalie TenZ, bei der Sentinels öffentlich betont, dass es am Spieler selbst liege, ob und wann ein Comeback realistisch wird.

Der Kalender drückt: VCT Americas Stage 1 beginnt am 10. April

Der Neustart kommt nicht in einer langen Offseason, sondern mitten in einem engen Zeitfenster. VCT Americas Stage 1 startet am 10. April in Los Angeles. Das macht den Coach-Wechsel zu einem klassischen „jetzt oder nie“-Move: Sentinels wollen die Saison nicht auslaufen lassen, sondern den Reset früh genug anstoßen, um noch Kurs auf die großen Ziele zu bekommen.

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Über Andrea Mertens |

Andrea Mertens ist seit über 15 Jahren als Sportjournalistin tätig und berichtet seit fünf Jahren intensiv über die Welt des Esports. Mit ihrer langjährigen Erfahrung im klassischen Sportjournalismus bringt sie fundiertes Fachwissen, analytische Kompetenz und ein tiefes Verständnis für Wettkampfstrukturen in ihre Berichterstattung ein.Ihr Fokus liegt auf der Schnittstelle zwischen traditionellem Sport und kompetitivem Gaming. Ob große Turniere, Team-Analysen oder Entwicklungen in der Esports-Szene - Andrea verbindet journalistische Präzision mit Leidenschaft für Gaming-Kultur. Besonders gerne schreibt sie über Titel wie Counter-Strike, League of Legends und Valorant, behält aber auch branchenübergreifende Trends stets im Blick.Durch ihre klare, zugängliche Schreibe macht sie komplexe Themen für ein breites Publikum verständlich und liefert sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Fans wertvolle Einblicke. Bei Fragster.de berichtet Andrea über aktuelle News, Hintergründe und die spannendsten Geschichten aus Sport und Esports.

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