Bei Sentinels brennt nach dem schwachen Start in die VCT-Saison 2026 die Sicherung durch: Die Organisation hat sich von Head Coach Adam „kaplan“ Kaplan getrennt und mit Marthinus „Ewok“ van der Walt einen Nachfolger verpflichtet. Der Wechsel ist mehr als ein einfacher Trainer-Tausch – er ist der Startschuss für einen strukturellen Umbau, bei dem Sentinels künftig eine klare Grenze ziehen will: Kein Coach soll jemals wieder das letzte Wort bei Roster-Moves bekommen.
Der Kern des Konflikts: Wer entscheidet über das Lineup?
Im Hintergrund stand offenbar ein echter Machtkampf um Kader- und Rollenfragen. Sentinels‘ CEO Rob Moore sprach öffentlich davon, dass es interne Differenzen über die sportliche Ausrichtung gab – inklusive konkreter Pläne, die in der Organisation auf Widerstand stießen.
Im Raum standen unter anderem drastische Ideen: Rollenverschiebungen bei Schlüsselspielern und ein Umbau, der über einzelne Anpassungen weit hinausgeht. Der Knackpunkt: Kaplans Vertrag soll ihm ein Vetorecht bei Entscheidungen rund ums Lineup gegeben haben. Sentinels will dieses Modell jetzt beerdigen.
Warum genau jetzt? Der sportliche Absturz hat Druck aufgebaut
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Sentinels landeten beim VCT Americas Kickoff 2026 nur auf Platz 9/10 und verpassten damit das erste internationale Event der Saison, Masters Santiago. Für eine Organisation, die in den letzten Jahren von großen Bühnen gelebt hat, ist das ein harter Einschnitt – und intern offenbar das Signal, nicht bis zum nächsten Split „durchzuwarten“.
Ewok kommt aus Pacific: Titel, Champions-Erfahrung – und jetzt die Rebuild-Mission
Mit Ewok holt Sentinels einen Coach, der 2025 in der VCT Pacific Spuren hinterlassen hat. Er gewann Stage 1 mit Rex Regum Qeon (RRQ) und führte das Team bis zu Champions. Danach war er zeitweise als Analyst auf dem Broadcast zu sehen – jetzt geht’s schneller als erwartet zurück an die Seitenlinie.
Seine Aufgabe in Los Angeles ist klar: Struktur reinbringen, junge Spieler entwickeln, das Team wieder wettbewerbsfähig machen.
Was bedeutet das für das aktuelle Team?
Der Kader wirkt ohnehin wie ein Projekt im Umbruch: Einige Spieler stehen vor ihrer ersten kompletten VCT-Saison, Rollen wurden bereits geschoben – und laut Aussagen aus dem Umfeld gelten weitere Änderungen als wahrscheinlich. Bis zum Start von VCT Americas Stage 1 am 10. April bleibt nur ein knappes Zeitfenster, um Prozesse, Rollen und Playbook neu zu setzen.
Die größte Herausforderung: Sentinels braucht schnell Stabilität, während Gegner wie G2, NRG oder MIBR keine Anlaufphase schenken.
TenZ-Gerüchte: Tür offen, aber kein Plan
Parallel kocht die Diskussion um TenZ weiter hoch. Offiziell ist er nicht als aktiver Spieler zurück – gleichzeitig hält das Management die Möglichkeit einer Rückkehr öffentlich offen. Das ist typisch Sentinels: sportliche Planung und Markenrealität laufen hier oft gleichzeitig, und beides beeinflusst Entscheidungen.


