Zum Inhalt springen
DE LIVE
Aktuelle News

Schlag gegen Hardware-Cheater: Apex Legends sperrt DMA-Karten und virtuelle Maschinen

Armin Schwarz
Armin Schwarz Redakteur & Themenexperte

Apex Legends hat am 13. Juli 2026 ein kritisches Sicherheitsupdate ausgerollt. Damit blockiert das Spiel seitdem aktiv den Einsatz von DMA-Karten und Hypervisoren im Ranglistenmodus.

DMA steht für Direct Memory Access und beschreibt eine Hardware-Technologie, die Cheater bisher nutzen konnten, ohne entdeckt zu werden. Respawn Entertainment reagiert damit auf eine wachsende Bedrohung der fairen Wettkampfumgebung. Für alle ehrlichen Apexlegendsspieler ist das eine gute Nachricht.

Was DMA-Karten sind und wie sie funktionieren

Viele Spieler kennen den Begriff DMA-Karte noch nicht. Dabei handelt es sich um eine spezielle Platine, die in einen freien Steckplatz im PC eingebaut wird. Diese Karte verbindet einen zweiten, separaten Computer mit dem eigentlichen Spielrechner. Über diese Verbindung liest der zweite Computer den Arbeitsspeicher des Spielrechners aus. So erhält der Nutzer Informationen über Positionen anderer Spieler oder Gegenstände im Spiel.

Das Tückische daran ist, dass die Cheat-Software dabei nicht direkt auf dem Spielrechner läuft. Easy Anti-Cheat, kurz EAC, scannt den Primärcomputer und findet dort schlicht nichts Verdächtiges. Die gesamte Betrugs-Software befindet sich nämlich auf dem zweiten Gerät. Aus diesem Grund galten DMA-Karten lange Zeit als nahezu unentdeckbar.

Der technische Ansatz des neuen Updates

Mit dem Juli-Update erkannte Respawn das Problem auf einer anderen Ebene. Anstatt nur nach Software zu suchen, prüft das System nun, ob Hardware wie DMA-Karten oder virtuelle Maschinen aktiv sind. Virtuelle Maschinen sind Software-Umgebungen, die einen zweiten Computer simulieren.

Cheater nutzten diese, um ihre Tools zu verstecken. Durch das neue Update erkennt Apex Legends solche Umgebungen und verweigert den Zugang zum Ranglistenmodus.

Die Ergebnisse der Juli-Bannwelle 2026

Die Auswirkungen des Updates waren unmittelbar messbar. Respawn entfernte nach der Bannwelle insgesamt 7,9 Millionen Ranglistenpunkte von überführten Cheatern. Gleichzeitig sank die sogenannte Infektionsrate, also der Anteil verdächtiger Spieler in Matches, auf 4,1 Prozent. Das ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Werten vor dem Update.

MaßnahmeErgebnis
Entfernte Ranglistenpunkte7,9 Millionen RP
Infektionsrate nach Update4,1 Prozent
Permanente XIM-Sperren2.000 Konten
Gesperrte Konsolen-Topspieler79 von 300

Die Zahlen belegen, dass das Update tatsächlich wirkt. Besonders die Konsolenszene traf es hart: Unter den Top 300 Spielern auf Konsolen wurden 79 Personen als Hardware-Cheater identifiziert und dauerhaft gesperrt. Das entspricht mehr als einem Viertel der Topspieler in dieser Gruppe.

Welche Geräte Respawn offiziell als Cheat einstuft

Neben DMA-Karten stuft Respawn Entertainment weitere Hardware offiziell als Betrug ein. Bereits am 4. März 2026 verschärfte das Unternehmen seine Regeln gegen Eingabemanipulation. Im Fokus standen dabei bekannte Geräte wie XIM, Cronus und Strikepacks. Diese Geräte ermöglichen es Konsolenspielern, Maus und Tastatur zu verwenden, obwohl das Spiel dies eigentlich nicht unterstützt. Außerdem bieten sie automatische Rückstoßkontrolle, was einen erheblichen Vorteil gegenüber normalen Spielern darstellt.

Die drei häufigsten Hardware-Cheating-Methoden im Überblick

Folgende Geräte stehen besonders im Fokus der Anticheatmaßnahmen:

  1. DMA-Karten: Werden in den PC eingebaut und lesen über einen zweiten Rechner den Spielspeicher aus, ohne direkt erkannt zu werden.
  2. XIM und ähnliche Adapter: Täuschen dem Spiel einen Controller vor, obwohl der Spieler Maus und Tastatur nutzt.
  3. Cronus und Strikepacks: Führen automatisch Bewegungen aus, etwa zur Rückstoßkontrolle, und verschaffen so unfaire Vorteile.

Alle drei Kategorien verstoßen laut Respawn klar gegen die Nutzungsbedingungen. Wer erwischt wird, riskiert eine dauerhafte Kontosperrung.

Saison 30 „Marked“ und der Fokus auf faireres Spielen

Am 4. August 2026 startete Apex Legends mit Saison 30 unter dem Titel „Marked“ in eine neue Runde. Diese Saison brachte weniger neue Inhalte als üblich mit sich. Stattdessen lag der Schwerpunkt klar auf Spielbalance und verbesserten Anticheatmaßnahmen. Insgesamt stehen nun 28 spielbare Legenden zur Verfügung. Damit bietet das Spiel eine breite Auswahl für unterschiedliche Spielstile.

SaisonStartdatumSchwerpunktAnzahl Legenden
Saison 30 „Marked“4. August 2026Balance und Anti-Cheat28
Update Juli 202613. Juli 2026DMA-Sperrung und HypervisorenKein neues Inhalt
Breach-Update4. März 2026XIM/Cronus-VerschärfungKein neues Inhalt

Die neue Legende Axle dominiert seit dem Start von Saison 30 die hohen Spielklassen. In Master und Predator liegt ihre Pickrate bei bemerkenswerten 25,2 Prozent. Bloodhound erhielt zudem ein umfassendes Rework und zählt nun über alle Ränge hinweg zur meistgespielten Legende. Pathfinder belegt mit einer Pickrate von 11,4 Prozent in kompetitiven Rängen den zweiten Platz.

Der Einfluss der Anticheatmaßnahmen auf die Rangliste

Die Kombination aus Bannwelle und neuem Saisonstart verändert die Ranglistenlandschaft spürbar. Viele Spieler, die sich ihren Rang durch Hardware-Cheating erschlichen hatten, verloren ihre Punkte.

Dadurch rutschten ehrliche Spieler automatisch näher an die Spitze. Erste Daten vom 12. August 2026 bestätigen, dass Axle trotz Balancing-Anpassungen weiterhin dominant bleibt. Die Pickrate in hohen Rängen blieb stabil auf Rekordniveau.

Der illegale Boostingmarkt rund um Apex Legends

Parallel zu den Hardwarecheats florierte bislang auch ein Markt für sogenannte Boostingdienste. Dabei übernehmen Fremde das eigene Konto oder spielen mit dem Kunden zusammen, um dessen Rang künstlich zu steigern. Branchenbeobachter dokumentierten Preise von bereits 19 Euro für einen illegalen 20 Kill Badge. Das zeigt, wie niedrig die Einstiegshürde für Betrug in der Szene war.

Respawn geht auch gegen diesen Bereich aktiv vor. Die verschärften Erkennungssysteme sollen nicht nur Hardwarecheater erfassen, sondern auch ungewöhnliche Leistungsmuster im Konto identifizieren. Ob das vollständig gelingt, bleibt abzuwarten, da entsprechende Bestätigungen von Respawn zu diesem spezifischen Punkt noch ausstehen.

Easy Anti-Cheat als Fundament der Sicherheitsinfrastruktur

Das primäre Schutzsystem in Apex Legends ist nach wie vor Easy Anti-Cheat. Am 17. Juni 2026 rollte Respawn ergänzende Updates über die Spielplattform aus, um Hintergrundprozesse zu optimieren.

Dabei verbesserte das Team die Erkennung von Drittanbietersoftware erheblich. Bereits am 8. Dezember 2025 implementierte Respawn zudem eine neue Erkennungsmethode, die speziell auf DMA-Hardware ausgerichtet war. Damit bereitete das Unternehmen das Juli-Update technisch vor.

Warum Easy Anti-Cheat allein nicht ausreicht

Easy Anti-Cheat scannt den lokalen Rechner nach unerwünschten Programmen. Gegen DMA-Karten stößt dieses Prinzip jedoch an seine Grenzen, weil die Cheat-Software schlicht nicht auf dem Primärrechner läuft.

Daher entwickelte Respawn eine ergänzende Methode, die auf Hardware-Ebene ansetzt. Diese prüft, ob verdächtige Geräte oder virtuelle Umgebungen aktiv sind. Erst die Kombination beider Ansätze erzielt zuverlässige Ergebnisse.

Was Apex Legends Spieler jetzt wissen müssen

Die Maßnahmen richten sich klar gegen Cheater, nicht gegen normale Spieler. Wer das Spiel fair spielt, muss keine negativen Folgen befürchten. Dennoch sollten alle Spieler folgende Punkte kennen:

  • Keine DMA-Hardware verwenden: Wer eine solche Karte im PC hat, wird ab sofort aus dem Ranglistenmodus ausgesperrt.
  • Keine Adapter für Eingabegeräte nutzen: XIM, Cronus und ähnliche Geräte führen zu dauerhaften Sperren.
  • Kein Boosting in Anspruch nehmen: Auch das Kaufen von Rangdienstleistungen verstößt gegen die Regeln und kann zur Kontosperrung führen.

Faire Spieler profitieren von den neuen Maßnahmen direkt. Weniger Cheater im Ranglistenmodus bedeutet ehrlichere Matches und aussagekräftigere Ränge.

Apex Legends Spieler sehen fairerem Ranked entgegen

Respawn hat mit den Maßnahmen seit Dezember 2025 eine klare Linie gezogen. Das Juli-Update 2026 war dabei der bisher stärkste Schritt gegen DMA-Hardware und virtuelle Maschinen. Die Ergebnisse sprechen für sich: 7,9 Millionen entfernte Ranglistenpunkte, tausende permanente Sperren und eine messbar gesunkene Cheaterdichte im Spiel.

Saison 30 „Marked“ baut auf dieser Grundlage auf und setzt den Fokus bewusst auf Stabilität statt auf neue Inhalte. Für die gesamte Apexlegendsgemeinschaft bedeutet das einen wichtigen Schritt in Richtung fairer Wettbewerb. Wer sich auf hohe Ränge freut, kann das nun mit deutlich mehr Vertrauen in die Integrität des Systems tun.

Für dich ausgewählt

Das könnte dich auch interessieren

Armin Schwarz

Über den Autor

Armin Schwarz

Armin Schwarz schreibt für Fragster über Gaming und Esports.

Alle Artikel ansehen →
Gerade veröffentlicht

Neueste News

Alle ansehen →