Gegen Twitch wurde in Kalifornien eine Sammelklage erhoben, in der dem Unternehmen vorgeworfen wird, durch bestimmte Vertragsbedingungen die freie Meinungsäußerung seiner Nutzer zu unterdrücken. Die Klage bezieht sich insbesondere auf Regelungen in den Nutzungsbedingungen und Verkaufsbedingungen von Twitch.
Im Mittelpunkt steht dabei das sogenannte Yelp-Gesetz, das es Unternehmen untersagt, Klauseln in Verträgen zu verwenden, die die Äußerungen von Kunden oder Nutzern über das Unternehmen, dessen Personal oder Dienstleistungen einschränken. Der Fall wirft Fragen zur Vereinbarkeit der Geschäftspraktiken von Twitch mit den gesetzlichen Vorgaben in Kalifornien auf.
Twitch wird vorgeworfen, Nutzungsbedingungen zur Unterdrückung von Kritik zu verwenden
Mehrere Nutzer behaupten, dass Twitch gezielt seine Nutzungsbedingungen einsetzt, um kritische Stimmen auf der Plattform einzuschränken. In einer aktuellen Sammelklage unter der Führung von Daniel Blitch wird argumentiert, die Moderation und Durchsetzung der Regeln verhindere, dass Nutzer das Unternehmen offen kritisieren können.
Beispiele für Vorwürfe:
- Nutzer meiden bestimmte Begriffe, da sie Angst vor Konsequenzen haben.
- Aussagen, die als schädlich oder irreführend eingestuft werden könnten, werden entfernt oder führen zu Sanktionen.
- Diskussionen über sensible Themen wie die Bezahlung von Streamern werden laut Klägern gezielt unterdrückt.
| Handlung | Mögliche Folge |
|---|---|
| Kritische Aussage | Accountsperre, Löschung von Inhalten |
| Themaverfehlung | Verwarnungen, zeitweise Sperrungen |
In mindestens einem dokumentierten Fall soll ein Nutzer ausdrücklich für seine kritischen Bemerkungen gegenüber Twitch zur Rechenschaft gezogen worden sein. Die Kläger weisen darauf hin, dass diese Praxis eine freie und offene Diskussion auf der Plattform behindere.
Viele Streamer und Zuschauer berichten, sie würden ihre Sprache anpassen oder Themen umgehen, um keine negativen Konsequenzen zu riskieren. Im Ergebnis entsteht laut den Klägern eine Atmosphäre, die ehrliche Kritik abschreckt und die freie Meinungsäußerung beeinträchtigt.
Weitere Zusammenhänge
Die Sammelklage richtet sich an Nutzer in Kalifornien, die Abonnements oder Waren auf Twitch gekauft haben. Nach dem sogenannten Yelp-Gesetz können zivilrechtliche Strafen pro Verstoß bei mindestens 2.500 Dollar beginnen und bei vorsätzlichem oder grob fahrlässigem Verhalten bis zu 10.000 Dollar betragen.
Twitch hat bisher keine öffentliche Stellungnahme zu der Klage abgegeben. Die Plattform geriet zu Beginn des Jahres 2025 bereits durch einen anderen Vorfall ins Visier. Damals stellte sich heraus, dass Nutzer weiterhin für Abonnements von gesperrten Streamern belastet wurden. Nach anwaltlicher Initiative erhielten diese Kunden Rückerstattungen.
Kernpunkte auf einen Blick:
| Thema | Detail |
|---|---|
| Anspruchsberechtigte Nutzer | Kalifornische Käufer von Abos/Waren auf Twitch |
| Gesetzliche Grundlage | Yelp-Gesetz, zivilrechtliche Strafen |
| Frühere Vorfälle | Unrechtmäßige Abo-Abbuchungen 2025, Erstattungen |


