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RTX 5090 kostet inzwischen mehr als das Doppelte der UVP – Speichermangel treibt die Preise

Autoren-Bild Armin Schwarz August 6, 2026

Wer gerade eine RTX 5090 kaufen möchte, zahlt im deutschen Handel über 4.200 Euro. Der KI-bedingte Speichermangel trifft alle Preisklassen und macht Grafikkarten für viele Gamingfans unerschwinglich.

Nvidia RTX 5090 Grafikkarte auf schwarzem Hintergrund

Die RTX 5090 bleibt aufgrund massiver Preissteigerungen für viele Gamingfans unerreichbar. Sie ist technisch die stärkste Grafikkarte, die Nvidia je gebaut hat. Gleichzeitig ist sie inzwischen so teuer, dass ein komplettes Gamingsystem günstiger sein kann. Seit dem Start der RTX 50-Serie stiegen die Preise mehrfach deutlich an.

Grund dafür ist ein weltweiter Engpass bei GDDR7-Speichermodulen, der durch den KI-Boom massiv verschärft wurde. Damit trifft das Problem nicht nur Spitzenkarten, sondern zieht sich durch alle Preisklassen.

RTX 5090: Technische Eckdaten auf einem Blick

Bevor die Preisentwicklung genauer beleuchtet wird, lohnt ein Blick auf die Technik hinter der Karte. Die RTX 5090 nutzt den GB202-Grafikchip mit 21.760 Shader-Einheiten, sogenannten CUDA-Kernen. Diese Kerne berechnen Spielgrafik und KI-Aufgaben parallel.

Die KI-Leistung liegt bei 3.352 TOPS. TOPS steht für „Billionen Operationen pro Sekunde“ und beschreibt, wie schnell die Karte KI-Berechnungen durchführt. Für Gamer ist dieser Wert vor allem dann relevant, wenn KI-gestützte Bildverbesserungen genutzt werden.

MerkmalWert
GrafikchipGB202
Shader-Einheiten21.760
KI-Leistung3.352 TOPS
Stromverbrauch (TDP)575 Watt
Empfohlenes Netzteilmindestens 1.000 Watt
Leistungszuwachs ggü. RTX 4090ca. 30 Prozent

Der Stromverbrauch von 575 Watt ist dabei ein wichtiger Faktor. Für den Betrieb der RTX 5090 ist zwingend ein Netzteil mit mindestens 1.000 Watt erforderlich. Wer bisher mit einem 750-Watt-Netzteil gespielt hat, muss also zusätzliches Geld in die Hand nehmen. Das erhöht die Gesamtkosten eines Systems spürbar.

So haben sich die Preise der RTX 5090 entwickelt

Bereits im Januar 2026 erhöhte Nvidia die Preise über die gesamte RTX-Reihe um zehn bis fünfzehn Prozent. Kurz nach dem Start waren neue Karten im US-amerikanischen Einzelhandel kaum verfügbar. Drittanbieter verlangten zu dieser Zeit Preise, die einem kompletten PC-System nahekamen.

Im Mai 2026 folgte eine weitere Anpassung. Nvidia erhöhte die internen Kosten für die RTX 5090 um über 250 Euro pro Karte, bedingt durch steigende Preise für GDDR7-Speicherchips. Händler gaben diesen Aufschlag direkt an die Käufer weiter.

Mehrere Preiserhöhungen in kurzer Zeit

Die folgende Übersicht zeigt, wie sich die Preislage im Laufe des Jahres entwickelt hat:

ZeitraumMaßnahme
Januar 2026Preiserhöhung um 10 bis 15 Prozent über die gesamte RTX-Reihe
Mai 2026Zusätzliche Preissteigerung von über 250 Euro pro RTX 5090
Juli 2026Anhaltend hohe Marktpreise über 4.200 Euro in Deutschland
August 2026Weitere Preiserhöhungen für Grafikkarten anderer Hersteller angekündigt

Besonders auffällig ist dabei die Entwicklung bei der RTX 5070 Ti. Diese günstigere Karte wird inzwischen zu Preisen verkauft, die 38 Prozent über der ursprünglichen Preisempfehlung von Nvidia liegen. Das zeigt, dass der Engpass kein Spitzenkartenproblem ist, sondern den gesamten Markt betrifft.

GDDR7-Speichermangel als Hauptursache

Hinter den Preissteigerungen steckt ein konkreter technischer Engpass. Weltweit fehlen GDDR7-Speichermodule, also die schnellen Grafikspeicherchips, die in modernen Grafikkarten verbaut werden. Dieser Mangel hat einen klaren Auslöser.

Der globale KI-Boom sorgt dafür, dass Chipfabriken ihre Kapazitäten vorrangig für KI-Rechenzentren nutzen. Unternehmen investieren massiv in KI-Hardware, und die Nachfrage nach Speicherchips übertrifft das Angebot bei Weitem. Gaming-Grafikkarten bekommen deshalb weniger Zuteilung.

Wie der KI-Boom den Gamingmarkt trifft

Nvidia selbst reduzierte die Produktionskapazitäten für die RTX 50-Serie im ersten Halbjahr 2026 um 30 bis 40 Prozent. Distributoren erhalten weniger Ware, als sie für den Markt benötigen. Stornierte Bestellungen und klare Engpässe im Handel waren im Mai 2026 die direkte Folge.

Für Gamingfans bedeutet das eine doppelte Belastung. Einerseits sind die Karten teurer. Andererseits sind sie schlicht schwerer zu bekommen. Selbst wer bereit ist, den hohen Preis zu zahlen, findet die RTX 5090 im Handel oft nicht auf Lager.

Was die Preissteigerung konkret bedeutet

Eine RTX 5090 kostet im deutschen Handel aktuell über 4.200 Euro. Dazu kommen die Kosten für ein passendes Netzteil mit mindestens 1.000 Watt. Wer ein komplett neues System aufbaut, gibt schnell mehrere tausend Euro aus, bevor die erste Partie gestartet ist.

Folgende Punkte verdeutlichen, was das für Gamer bedeutet:

  • Wer eine RTX 5090 kaufen möchte, zahlt heute mehr als das Doppelte einer durchschnittlichen Spielekonsole für die aktuelle Generation.
  • Ein Netzteil-Upgrade ist für viele bestehende Systeme zwingend notwendig und kommt obendrauf.
  • Karten der günstigeren Klasse sind ebenfalls deutlich teurer als vor einem Jahr, da der Speichermangel alle Preisklassen trifft.

Keine Entspannung in Sicht

Marktbeobachter sehen aktuell keine Anzeichen dafür, dass sich die Lage kurzfristig verbessert. Die Nachfrage nach GDDR7-Speicher durch KI-Anbieter bleibt hoch. Eine spürbare Entspannung bei den Preisen für Gamingkarten ist aus heutiger Sicht nicht absehbar.

Zudem kündigte ein weiterer großer Grafikkartenhersteller für August 2026 eine Preiserhöhung von mindestens zehn Prozent an. Das zeigt, dass der Engpass kein einzelnes Unternehmen betrifft, sondern eine branchenweite Herausforderung ist.

Wer profitiert, wer verliert

Nicht alle leiden gleich stark unter der aktuellen Entwicklung. Wer bereits eine leistungsstarke Karte aus der letzten Generation besitzt, ist vorerst auf der sicheren Seite. Neueinsteiger in den Gaming-PC-Bereich oder Gamer, die aufrüsten möchten, stehen hingegen vor einem schwierigen Marktumfeld.

Interessant ist dabei auch die Perspektive auf die Leistung. Die RTX 5090 bringt rund 30 Prozent mehr Leistung als die RTX 4090. Dennoch kostet sie ein Vielfaches mehr. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat sich damit gegenüber früheren Generationen deutlich verschlechtert.

Welche Gamingfans besonders betroffen sind

Besonders hart trifft es diejenigen, die auf eine leistungsstarke Karte für hohe Auflösungen und hohe Bildwiederholraten angewiesen sind. Wettbewerbsorientierte Spieler, die auf höchste Grafikeinstellungen setzen, zahlen heute einen deutlich höheren Preis als noch vor einem Jahr.

Auch Streamer und Contentersteller, die ihre Karte gleichzeitig zum Spielen und Aufnehmen nutzen, sind betroffen. Denn für sie ist eine leistungsstarke Grafikkarte kein Luxus, sondern ein Arbeitsmittel. Der aktuelle Markt macht eine Neuanschaffung für viele schlicht unrentabel.

RTX 5090 im Gamingalltag: Lohnt sich der Kauf noch?

Rein technisch gesehen ist die RTX 5090 beeindruckend. Die 21.760 Shader-Einheiten und die KI-Leistung von 3.352 TOPS machen sie zur schnellsten Konsumenten-Grafikkarte auf dem Markt. Trotzdem stellt sich bei über 4.200 Euro die Frage, ob der Kauf sinnvoll ist.

Folgende Punkte sollte jeder vor dem Kauf abwägen:

  • Das bestehende Netzteil muss mindestens 1.000 Watt liefern, sonst entstehen zusätzliche Kosten.
  • Der Leistungszuwachs von 30 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration rechtfertigt den Preisunterschied für die meisten Gamer nicht.
  • Wer nicht auf höchste Auflösungen angewiesen ist, findet in günstigeren Karten ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, auch wenn diese ebenfalls teurer geworden sind.

Darüber hinaus bleibt die Verfügbarkeit ein Problem. Wer die Karte kaufen möchte, muss oft auf Vorbestellungen warten oder zu stark überteuerten Preisen bei Drittanbietern kaufen. Das macht die Planung für viele Gamingfans schwierig.

RTX 5090-Markt bleibt angespannt – Alternativen werden wertvoller

Die Lage auf dem Grafikkarten-Markt hat sich in den letzten Monaten grundlegend verändert. Frühere Generationen halten deshalb ihren Wert besser als üblich. Gebrauchte Karten der letzten Generation sind inzwischen gefragter denn je, weil Neuware schlicht zu teuer oder nicht verfügbar ist.

Wer geduldig ist, wartet auf eine mögliche Marktentspannung. Branchenbeobachter sind sich allerdings uneinig darüber, wann das der Fall sein könnte. Solange KI-Unternehmen weiter massiv in Rechenkapazitäten investieren, bleibt der Druck auf den GDDR7-Speichermarkt hoch.

Folgender Überblick fasst die wichtigsten Treiber der Preisentwicklung zusammen:

  • Ein weltweiter Engpass bei GDDR7-Speichermodulen treibt die Herstellungskosten.
  • Nvidia kürzte die Produktion der RTX 50-Serie im ersten Halbjahr 2026 um 30 bis 40 Prozent.
  • KI-Unternehmen haben bei der Chipvergabe Vorrang vor dem Gamingmarkt.

Preise werden Gamingfans noch lange beschäftigen

Die RTX 5090 steht stellvertretend für eine Entwicklung, die den gesamten Gamingmarkt betrifft. Speichermangel, mehrfache Preiserhöhungen und eine klare Priorisierung der KI-Industrie durch Chiphersteller machen aktuelle Grafikkarten teurer als je zuvor.

Wer heute eine neue Grafikkarte kaufen möchte, zahlt nicht nur für mehr Leistung, sondern auch für einen Markt unter extremem Druck. Für viele Gamingfans bedeutet das, entweder tief in die Tasche zu greifen oder auf günstigere Alternativen aus der Vorgängergeneration auszuweichen.

Eine schnelle Rückkehr zu früheren Preisniveaus ist nach aktuellem Stand nicht zu erwarten. Wer ein neues System plant, sollte deshalb jetzt die Gesamtkosten realistisch kalkulieren und nicht nur den Kartenpreis im Blick behalten.