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Roblox 2025: Rekordjahr mit Schattenseite – Erfolg und wachsende Sicherheitsdebatte

Autoren-Bild Jonas Teichmann Juni 5, 2026

Roblox blickt auf ein außergewöhnlich starkes Jahr zurück. Die Plattform meldet für 2025 Nutzer- und Engagement-Werte auf Rekordniveau – und steht zugleich so stark unter Beschuss wie nie. Während die Wachstumszahlen das Bild eines Branchenriesen zeichnen, rücken Jugendschutz und Missbrauchsrisiken immer weiter in den Fokus von Öffentlichkeit und Politik.

Die Erfolgszahlen: Wachstum auf breiter Front

Roblox verzeichnete 2025 einen Höchstwert von rund 151,5 Millionen täglich aktiven Nutzern – diese Spitzenmarke erreichte die Plattform im dritten Quartal, im Jahresdurchschnitt lag der Wert nach Unternehmensangaben niedriger, zum Jahresende bei über 144 Millionen. Insgesamt verbrachten Nutzer dem Unternehmen zufolge Milliarden Stunden in den Erlebnissen auf der Plattform; der durchschnittliche Spieler kam laut den Zahlen auf rund 2,8 Stunden täglich. Einen neuen Rekord gab es auch bei den gleichzeitig aktiven Spielern: In der Spitze waren demnach bis zu 25 Millionen Menschen zeitgleich online.

Aufschlussreich ist auch, wonach gesucht wird. Die drei populärsten Suchergebnisse waren die Erlebnisse Brookhaven, Grow A Garden und Steal a Brainrot. Auffällig: Allgemeine Internettrends und virale Momente werden häufig direkt auf der Plattform gesucht – so etwa das in den vergangenen Monaten populäre „67“-Meme oder der Netflix-Film K-Pop Demon Hunters. Pro Tag wird die Suchfunktion rund 50 Millionen Mal genutzt, wobei es laut Roblox vor allem um breitere Genres und Themen wie „Roleplay“ oder „Horror“ geht statt um spezifische Titel.

Roblox als Mode-Plattform

Bemerkenswert sind auch die Effekte, die Roblox auf das Leben außerhalb der Plattform reklamiert. Auf Roblox erstellen Nutzer einen eigenen Avatar und kleiden ihn mit Kleidung aus einem digitalen Shop ein, bezahlt wird mit der virtuellen Währung Robux. Laut einer eigenen Befragung gaben 70 Prozent der Nutzer an, im Spiel schon einmal Kleidung einer real existierenden Marke getragen zu haben, und 64 Prozent erklärten, dadurch eher über den Kauf eines physischen Produkts nachzudenken. Im Schnitt passten Nutzer ihren Avatar dem Unternehmen zufolge täglich rund 274 Millionen Mal an. Gen-Z-Nutzer gaben laut der Umfrage zudem sechsmal häufiger an, sich beim Ausdruck über einen Avatar wohler zu fühlen als mit einem Foto in sozialen Medien.

Die Schattenseite: wachsende Sicherheitsbedenken

So beeindruckend die Zahlen sind, so deutlich geriet Roblox im vergangenen Jahr unter Druck. Die Plattform lebt von nutzergenerierten Inhalten, in denen Spieler aus aller Welt über eine Chatfunktion in Kontakt treten – und da die Zielgruppe stark aus Kindern und Jugendlichen besteht, mehren sich die Fragen nach der Sicherheit. Problematisch ist, dass gewalthaltige oder anderweitig nicht kindgerechte Erlebnisse teils prominent auffindbar sind. Berichte über Inhalte mit verstörenden oder grenzüberschreitenden Themen haben den Druck auf das Unternehmen zuletzt verschärft.

Hinzu kommt die soziale Gefahr eines offenen Kommunikationsraums. Über die Chatfunktion kann es zu Cybermobbing kommen, und in sogenannten „Therapie-Simulatoren“ teilen Spieler mitunter persönliche oder psychische Probleme – ohne professionelle Begleitung und mit dem Risiko, dass Dritte solche Situationen ausnutzen. Besonders heikel ist die Möglichkeit, Kontakte auf externe Apps wie WhatsApp oder Discord zu verlagern, wo Roblox keinerlei Aufsicht mehr hat. Genau dieser Mechanismus steht im Zentrum zahlreicher Vorwürfe und Klagen in den USA, in denen der Plattform unzureichender Schutz von Minderjährigen vorgeworfen wird.

Eine umstrittene Aussage des CEO

Für besonderen Gegenwind sorgte eine Äußerung von Firmenchef David Baszucki. In einem Interview im „Hard Fork“-Podcast der New York Times wurde er auf das Problem von Sexualtätern auf der Plattform angesprochen und antwortete, man sehe dies nicht nur als Problem, sondern auch als Chance – im Sinne der Frage, wie man jungen Menschen das gemeinsame Gestalten und Kommunizieren ermögliche und zugleich die Zukunft der Kommunikation baue. Die Aussage, die das Thema kindlicher Gefährdung ohne erkennbares Eingeständnis von Betroffenheit als Innovationsaufgabe rahmte, wurde breit als unsensibel kritisiert. Roblox verwies in Reaktionen auf seine nach eigener Darstellung besonders strengen Richtlinien, etwa eingeschränkte Chats für jüngere Nutzer und Filter gegen die Weitergabe persönlicher Daten.

Politik schaut genauer hin

Dass die Debatte mittlerweile auch die Politik erreicht, zeigt das wachsende Problembewusstsein. Zuletzt wurden in europäischen Parlamenten – unter anderem in den Niederlanden – die Gefahren von Online-Games und Plattformen thematisiert, wobei Roblox als prominentes Beispiel diente. Erwähnenswert ist dabei, dass solche Probleme nicht allein bei Roblox auftreten: Sie betreffen grundsätzlich Plattformen und Spiele, in denen Nutzer ihre Erlebnisse selbst gestalten und frei miteinander kommunizieren können, wie etwa auch Minecraft. Der Sicherheit beim Online-Gaming wird damit erkennbar mehr Aufmerksamkeit zuteil.

Erfolg und Verantwortung in der Waage

Roblox steht 2025 sinnbildlich für ein Spannungsfeld, das die gesamte Branche zunehmend prägt: enormes Wachstum auf der einen, dringende Fragen nach Verantwortung und Schutz auf der anderen Seite. Die Rekordzahlen unterstreichen, wie tief die Plattform im Alltag einer ganzen Generation verankert ist – und genau diese Reichweite macht den Umgang mit Sicherheit und Moderation zur zentralen Bewährungsprobe der kommenden Jahre.

Wer als Elternteil oder Betroffener Sorgen rund um Online-Sicherheit oder den Schutz von Kindern hat, findet bei Anlaufstellen wie der „Nummer gegen Kummer“ (116 111) oder den Beratungsangeboten von klicksafe.de und jugendschutz.net Unterstützung und weiterführende Informationen.

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Über Jonas Teichmann |

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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