Riot Games könnte seine Öffnung gegenüber dem Wettmarkt weiter ausbauen. Nach einem Bericht von Bloomberg hat das Unternehmen Gespräche mit den Prognoseplattformen Polymarket und Kalshi über mögliche Sponsoring-Partnerschaften für den League-of-Legends- und VALORANT-E-Sport geführt. Riot bestätigt, dass Prediction Markets derzeit geprüft werden – einen Deal gibt es bislang allerdings nicht.
Die Gespräche wären der nächste bemerkenswerte Schritt in Riots veränderter Sponsoring-Strategie. Erst 2025 hatte das Unternehmen erstmals ausgewählten Tier-1-Teams in EMEA und Americas erlaubt, Partnerschaften mit zugelassenen Wettanbietern einzugehen.
Riot bestätigt, dass Prediction Markets geprüft werden
Bloomberg beruft sich auf Personen, die mit den Gesprächen vertraut sein sollen.
Riot-Sprecher Joe Hixson bestätigte zumindest grundsätzlich, dass das Unternehmen Prediction Markets bewertet. Im Mittelpunkt stünden dabei die Wettbewerbsintegrität, ein möglicher finanzieller Nutzen für Teams, Auswirkungen auf Fans und die Frage, ob solche Partnerschaften zu den langfristigen Zielen des E-Sport-Ökosystems passen.
Weder mit Polymarket noch mit Kalshi wurde bislang eine Partnerschaft angekündigt.
Kalshi wollte sich gegenüber Bloomberg nicht zu den Gesprächen äußern. Polymarket reagierte dem Bericht zufolge nicht auf eine entsprechende Anfrage.
Polymarket und Kalshi bieten bereits E-Sport-Märkte an
Prediction Markets unterscheiden sich in ihrer rechtlichen und technischen Struktur teilweise von klassischen Sportwetten.
Nutzer handeln dort Verträge, deren Wert davon abhängt, ob ein bestimmtes Ereignis eintritt. Dazu können politische Wahlen, wirtschaftliche Entwicklungen oder eben auch Sport- und E-Sport-Ergebnisse gehören.
Sowohl Polymarket als auch Kalshi bieten bereits Märkte rund um VALORANT und League of Legends an – auch ohne offizielles Riot-Sponsoring.
Genau diese Realität dürfte für Riot ein wichtiger Punkt sein. Das Unternehmen argumentierte bereits bei der Öffnung für klassische Wettanbieter, dass Wetten auf LoL und VALORANT ohnehin stattfinden und man diesen Markt lieber kontrollierter begleiten wolle, statt ihn vollständig unregulierten Plattformen zu überlassen.
10,7 Milliarden Dollar wurden bereits 2024 auf LoL und VALORANT gesetzt
Die Dimension ist erheblich.
Nach von Riot veröffentlichten Daten von Sportradar lag der weltweite Wettumsatz allein rund um League of Legends Esports und die VALORANT Champions Tour im Jahr 2024 bei 10,7 Milliarden US-Dollar. Riot erklärte damals zusätzlich, dass ein großer Teil der Sportwetten insgesamt über nicht regulierte Märkte läuft.
Für E-Sport-Organisationen sind neue Sponsoring-Kategorien gleichzeitig finanziell interessant. Teams suchen seit Jahren nach zusätzlichen Einnahmequellen, nachdem hohe Betriebskosten und schwankende Werbeerlöse zahlreiche Organisationen unter Druck gesetzt haben.
Prediction-Market-Anbieter verfügen derzeit über erhebliche Marketingbudgets – entsprechend attraktiv könnten solche Deals aus finanzieller Sicht sein.
Riot würde offizielle Daten über GRID verlangen
Komplett frei sollen potenzielle Partner allerdings nicht agieren können.
Laut Bloomberg müsste ein von Riot zugelassener Prediction-Market-Anbieter offizielle Spieldaten über GRID Esports beziehen. GRID ist bereits Datenpartner des Publishers und liefert lizenzierte Informationen direkt aus den Spielen.
Ein ähnliches Modell existiert bereits bei den erlaubten klassischen Wettpartnerschaften.
Riot verlangt dort unter anderem eine vorherige Prüfung der Anbieter und entsprechende Integritätsprogramme bei den Teams. Werbung für Glücksspiel bleibt zudem von den offiziellen Riot-Broadcasts getrennt.
Noch gibt es keinen Polymarket- oder Kalshi-Deal
Gerade deshalb sollte aus den Gesprächen noch keine beschlossene Partnerschaft gemacht werden.
Riot evaluiert den Bereich. Polymarket und Kalshi gehören offenbar zu den Unternehmen, mit denen gesprochen wurde. Ob daraus tatsächlich Sponsoren von VALORANT Champions, League of Legends oder einzelnen E-Sport-Formaten werden, ist derzeit offen.
Dass Riot solche Gespräche überhaupt führt, zeigt allerdings, wie stark sich die Haltung des Publishers innerhalb weniger Jahre verändert hat. Wettanbieter waren lange praktisch komplett aus Riots E-Sport-Ökosystem ausgeschlossen.
Inzwischen geht es nicht mehr grundsätzlich darum, ob Betting rund um LoL und VALORANT existiert – sondern zunehmend darum, welche Anbieter Riot offiziell in dieses milliardenschwere Geschäft hineinlässt.

