Image

Riot Games krempelt das VCT-EMEA-Format in Berlin um: Einige Matches finden ohne Live-Publikum statt

Autoren-Bild Jonas Teichmann Mai 31, 2026

Riot Games hat tiefgreifende Änderungen an der Riot Games Arena in Berlin angekündigt, die sich ab Juli 2026 direkt auf die VCT EMEA Stage 2 auswirken werden. Im Zentrum steht ein neues Zwei-Bühnen-System, das es VCT EMEA und der LEC erstmals ermöglicht, gleichzeitig aus demselben Veranstaltungsort gesendet zu werden. Der Preis dafür: Ein Teil der Valorant-Partien wird künftig ohne Zuschauer im Saal ausgetragen.

Was sich konkret ändert

Laut der offiziellen Ankündigung verfügt die Riot Games Arena künftig über zwei getrennte Bühnen. Die Arena Stage bleibt die Hauptbühne mit Live-Publikum und Ticketverkauf, auf der Fans ihre Teams weiterhin vor Ort unterstützen können. Daneben entsteht mit der Studio Stage ein reiner Broadcast-Bereich, der ohne Zuschauer auskommt und im Kern wie ein Fernsehstudio funktioniert.

Für Besucher bedeutet das eine spürbare Einschränkung. Nur noch Begegnungen auf der Arena Stage sind für ein Live-Publikum zugänglich, Tickets für die Studio Stage wird es nicht geben. Riot bestätigte, dass ausgewählte Partien der Gruppen- und Play-In-Phase auf der neuen Studiobühne ohne Fans gesendet werden. Das Unternehmen räumte ein, dass ein Teil der Anhänger über die Entscheidung enttäuscht sein dürfte, hält die Umstellung aber für notwendig, um das Wachstum der Liga und größere regionale Live-Events voranzutreiben.

Warum Riot das Format umstellt

Der Hauptgrund liegt in der Erweiterung der VCT EMEA Stage 2. In der Saison 2026 wächst die Liga deutlich: Mehr Partien, zusätzliche Spieltage und erstmals vier Teams aus dem Tier-2-Unterbau der Challengers League lassen das Teilnehmerfeld auf sechzehn Mannschaften anschwellen. Mehr Teams bedeuten mehr Spieltage, und damit kollidieren die Sendepläne von Valorant und League of Legends, die sich denselben Standort teilen.

Bislang löste die LEC dieses Problem, indem sie zwischen den Formaten auf Roadtrips ging oder pausierte, um VCT EMEA das Studio zu überlassen. Mit der zweiten Bühne entfällt dieser Zwang. Beide Esports-Kreisläufe können nun parallel produziert werden, ohne dass es zu Verzögerungen oder Staus im Zeitplan kommt. Riot verspricht sich davon zudem bessere Sendefenster und mehr Flexibilität für die Produktionsteams bei der Gestaltung beider Übertragungen.

Barcelona als Gewinner der Umstellung

Die Verlagerung mancher Matches ins Studio hat eine bemerkenswerte Kehrseite, die Riot als zentralen Vorteil verkauft. Durch die gebündelte Studioproduktion in Berlin will das Unternehmen seine Investitionen in große Live-Events erhöhen, statt sie über zahllose Einzelspieltage zu verteilen. Das konkreteste Beispiel: Das Finale der VCT EMEA Stage 2 zieht erstmals von Berlin weg und findet stattdessen in Barcelona statt. Eine Woche der Playoffs wird noch auf der Berliner Arena Stage gespielt, ehe das Turnier zum großen Abschluss nach Spanien reist. Parallel sollen die beliebten LEC-Roadtrips fortgeführt werden, sodass Riot nach eigener Aussage deutlich mehr Fans in der gesamten Region persönlich erreichen will.

Ein Modell mit Langzeitperspektive

Riot stellt klar, dass es sich nicht um eine einmalige Notlösung handelt. Das Zwei-Bühnen-System soll mindestens bis 2027 Bestand haben und damit die Art und Weise prägen, wie VCT EMEA und die LEC mittelfristig aus Berlin produziert werden. Das erste Event, bei dem Valorant-Fans den neuen Aufbau in Aktion erleben, ist die VCT 2026: EMEA Stage 2, die am 15. Juli beginnt.

Mehr Reichweite gegen weniger Atmosphäre

Die Entscheidung ist im Kern ein Tausch: Riot opfert die Live-Atmosphäre bei einem Teil der regulären Spieltage, um an anderer Stelle größer auftrumpfen zu können. Für Zuschauer am Bildschirm ändert sich wenig bis nichts, im Gegenteil dürften Wochenend-Matches und entzerrte Sendefenster die Erreichbarkeit sogar verbessern. Wer hingegen das Gefühl einer vollen Halle sucht, muss künftig genauer hinschauen, welche Partien überhaupt noch vor Publikum stattfinden. Ob das ausgelagerte Finale in Barcelona diesen Verlust für die Fans aufwiegt, wird sich erst zeigen, wenn die Stage 2 im Juli anläuft und die ersten Studio-Stage-Spiele über die Bildschirme flimmern.

Autoren-Bild

Über Jonas Teichmann |

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

Mehr Artikel von diesem Autor →