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Riot Games führt neue WASD-Steuerung in League of Legends ein

fragster Jonas Dezember 2, 2025

Riot Games hat erstmals umfassende Einblicke in den aktuellen Entwicklungsstand des alternativen WASD-Steuerungsschemas gegeben – intern „WASDI“ genannt. Nach mehreren Monaten auf dem PBE, in denen das Team über hundert Bugs ausmerzen konnte, sieht das Studio die neue Steuerungsoption als einen der größten Experimente der jüngeren LoL-Geschichte.

Selbst der berüchtigte „nyny-Bug“ wurde vollständig behoben. Die Entwickler bedankten sich ausdrücklich bei der Community, die mit detaillierten Reproduktionen vieler Fehler einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung geleistet hat.

45-Grad-Bewegung und überarbeitete Mechaniken

Eine der ungewöhnlichsten Neuerungen entstand – wie Riot selbst bestätigt – aus einer Idee eines Reddit-Nutzers. Das Team experimentierte mit einer Taste, die eine sofortige 45-Grad-Bewegung ermöglicht. Der Vorschlag erwies sich als so spielerfreundlich, dass er nun als offizielle Accessibility-Option übernommen wurde.

Parallel dazu hat Riot zentrale Gameplay-Elemente für WASD-Spieler angepasst:

  • überarbeitete Minion-Pathing-Logik
  • verbessertes Wall-Sliding
  • ein reaktionsschnelleres, dynamischeres Kamera-Lock
  • feinjustierte Auto-Attacks, die dichter am klassischen Point-and-Click-Erlebnis liegen

Ziel ist ein Spielgefühl, das trotz neuer Eingabemethode weder träge noch unpräzise wirkt.

Neues Kamerawerkzeug: „Scout Ahead“

Mit dem Update führt Riot außerdem eine zusätzliche Funktion ein, die das Makrospiel erleichtern soll. Unter dem Namen Scout Ahead können Spieler durch Halten des Mausrads die Kamera frei über die Karte bewegen – ideal, um andere Lanes kurz zu checken oder Ganks vorzubereiten. Sobald das Rad losgelassen wird, springt die Kamera automatisch an die Ausgangsposition zurück.

Release mit Patch 25.24 – aber ohne Ranked

Das überarbeitete WASD-System feiert sein offizielles Debüt mit Patch 25.24. Es wird zunächst in allen nicht-gewerteten Modi spielbar sein, ausgenommen Normal Draft. Ranked bleibt bewusst außen vor: Riot möchte erst dann grünes Licht geben, wenn sämtliche kritischen Bugs beseitigt, alle Balance-Probleme geprüft und die Steuerung vollständig geschmeidig funktioniert.

Ein Zeitplan für den Einsatz im kompetitiven Umfeld existiert daher noch nicht. Allerdings betont Riot, dass man möglichst viele Daten vom Live-Server sammeln wolle, um die letzten Feinjustierungen schneller voranzutreiben.

Ausblick: Ein mutiger Schritt für LoL

Mit dem erweiterten WASD-System wagt Riot einen bemerkenswert großen Sprung in Richtung Alternativsteuerung. Ob sich die Methode langfristig etabliert oder eher als Nischen-Feature bleibt, wird sich nach dem Release auf den Live-Servern zeigen. Der experimentelle Charakter, die technische Tiefe und die starke Community-Einbindung machen jedoch bereits jetzt deutlich: Dieses Projekt könnte das Spielgefühl von League of Legends grundlegend erweitern.