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Riftbound erscheint am 18. September in Südkorea – mit eigenem Turnierformat

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Riot Games bringt sein Sammelkartenspiel Riftbound am 18. September in einer koreanischsprachigen Ausgabe auf den Markt. Der Start erfolgt mit dem Grundset Origins, begleitet von exklusiven Karten und einem eigens eingeführten Turnierformat, das den Rückstand gegenüber dem internationalen Kartenpool abfedern soll.

Ein Start mit anderthalb Jahren Verspätung

Riftbound erschien im August 2025 zunächst auf Chinesisch, die englische Fassung folgte Ende Oktober desselben Jahres. Seither sind vier Erweiterungen hinzugekommen, zuletzt Vendetta im Juli. Wer in Korea nun einsteigt, beginnt entsprechend mit einem deutlich kleineren Kartenbestand als die internationale Spielerschaft.

Riot löst das über einen beschleunigten Zeitplan. Nach Origins im September folgt Spiritforged bereits im Dezember, danach zieht 2027 mit einer dichten Abfolge weiterer Erweiterungen nach. Ziel ist es, Anfang 2028 den Anschluss an den weltweiten Rhythmus von vier Sets pro Jahr herzustellen. Dasselbe Verfahren hatte Riot zuvor bei der französischen Ausgabe angewandt, die im Mai 2026 startete und bis Oktober aufschließt.

Korean Standard als Übergangslösung

Damit lokale Turniere in der Zwischenzeit nicht auseinanderfallen, führt Riot ein befristetes Format namens Korean Standard ein. Zum Start sind ausschließlich Karten aus Origins zugelassen; mit dem Erscheinen von Spiritforged im Dezember wächst der Pool entsprechend mit.

Zwei Einschränkungen nennt Riot ausdrücklich. Die weltweite Verbotsliste gilt auch in diesem Format, gesperrte Karten bleiben also gesperrt. Und das Format ist zwar als Voreinstellung gedacht, aber nicht verpflichtend: Spieler und Läden können sich stattdessen für das internationale Standardformat entscheiden. Sobald der Kartenbestand gleichgezogen hat, entfällt die Sonderregelung.

Drei Karten, die es so nur in Korea gibt

Zum Start gibt es drei Sonderanfertigungen. Die auffälligste ist eine Overnumber-Version von Ahri, gestaltet vom künstlerischen Leiter des Spiels, Allen Song, in Anlehnung an das Aussehen der Dynasty-Ahri. Sie steckt ausschließlich in koreanischen Origins-Boostern und taucht dort mit fester Wahrscheinlichkeit auf. Die Wahl der Figur ist naheliegend: Ahri geht auf den Gumiho zurück, den neunschwänzigen Fuchs aus der koreanischen Überlieferung.

Dazu kommen zwei Promokarten, die nur über die Startveranstaltungen erhältlich sind. Yasuo, Remorseful trägt eine neue Illustration der südkoreanischen Künstlerin Kim Star mit Anleihen an traditionelle Bildsprache. Jinx, Demolitionist erscheint als gestempelte Variante der bekannten Illustration, die zuvor bereits am Riftbound-Stand beim Mid-Season Invitational und beim Wildfest zu sehen war.

Für Einsteiger führt Riot zudem die Box Proving Grounds in koreanischer Sprache ein, die vier fertige Decks für bis zu vier Personen enthält. Origins selbst umfasst drei spielfertige Champion-Decks mit Jinx, Lee Sin und Viktor.

Kartentische neben den Rechnern

Verkauft und gespielt wird nicht nur im Fachhandel. Riot bindet gezielt PC-Bangs ein, also die in Korea verbreiteten Spielhallen mit Rechnerarbeitsplätzen. Bei GGX entstehen eigene Bereiche zum Kartenspielen direkt neben den Rechnern; das Angebot reicht je nach Standort von einzelnen Boostern bis zu vollwertigen Turnieraufbauten. Eine Ausweitung auf weitere Betreiber ist geplant.

Die Startveranstaltungen laufen vom 18. bis 23. September bei GGX in Dongdaemun sowie vom 18. bis 30. September in der Dopamine Station im IPARK Mall in Yongsan.

Was das für Spieler in Deutschland heißt

Praktisch wenig – und genau das ist die relevante Information. Riftbound erscheint bislang auf Englisch, Chinesisch, Französisch und nun Koreanisch. Eine deutschsprachige Ausgabe hat Riot nicht angekündigt; wer hierzulande spielt, greift zur englischen Fassung.

Interessant ist der Vorgang dennoch als Hinweis auf Riots Herangehensweise. Das Unternehmen rollt Riftbound offenbar Sprache für Sprache aus und nimmt dabei jeweils eine mehrmonatige Aufholphase in Kauf. Sollte irgendwann eine deutsche Ausgabe folgen, dürfte sie demselben Muster folgen: Grundset, beschleunigter Nachschub, befristetes Sonderformat.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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