Heutzutage besitzen selbst Survival-Horror-Games nur noch den Hauch des Unheimlichen. Denn wer mit etwas Geschick genügend Kugeln und eine passende Waffe findet, kommt prinzipiell überall durch. Hierüber hat sich scheinbar auch Capcom seine Gedanken gemacht und möchte in „Resident Evil Requiem“ wieder echten Horror vermitteln. Hierzu setzen sie auf neue Taktiken im Kampf und jagen dem Spieler mittels echtem Terror einen Schauer über den Rücken.
„Resident Evil“ hat sich verändert
Der erste Versuch seitens Capcom, „Resident Evil“ etwas anders zu machen, liegt weit zurück und wurde auch von Fans nicht besonders gut aufgenommen. In „Resident Evil 6“, wurden erstmals die Geschichten anders strukturiert und es enthielt gleich drei Protagonisten und verschiedene Gegner.
Die Kritik der Spieler hat sich das Studio zu Herzen genommen, denn mit „Resident Evil 7“ lieferten sie ein erfrischend neues Erlebnis ab. Darunter waren die Ego-Perspektive und ein fremder Protagonist, der sich durch eine Welt kämpft, die zunächst nichts mit „Umbrella Corps“ verbindet.
Doch Capcom probierte sich auch weiterhin aus, übernahm in „Resident Evil Village“ das, was im siebten Teil funktionierte und baute das Konzept weiter aus. Der achte Teil war größer, besser, schauriger.
Mit „Requiem“ möchte Capcom nun alle Stränge zusammenführen und etwas nutzen, das man seit Jahren in Horror-Games vergeblich sucht: Hilflosigkeit!
Womit „Resident Evil Requiem“ punkten will
Capcom hat aus all den genannten Konzepten etwas völlig Neues geformt. So führt das Studio mit dem neunten Teil einen neuen Hauptcharakter ein. Grace Ashcroft ist eine FBI-Analystin. Die Perspektive kann der Spieler wechseln, gerade, wie er es benötigt.
Eine Demo, die am vergangenen Wochenende vorgestellt wurde, startet mit Grace, die kopfüber an ein metallisches Bett gefesselt ist und der gerade Blut entnommen wird.
Selbstverständlich gibt es heutzutage starke Frauen in Videospielen, dennoch vermittelt das Bild hauptsächlich Verwundbarkeit und die besagte Hilflosigkeit. Beide Begriffe ziehen sich quer durch die Demo. Es gibt keine Wegpunkte, kein Missionsziel, es ist einfach nur eine verlassene Klinik in der Dunkelheit. Um Sicherungskästen zu finden oder Dinge, die möglicherweise helfen könnten, nutzt man lediglich eine Taschenlampe.
Den nötigen Terror liefert nicht nur die ohnehin schon beklemmende Umgebung. Ein neuer Gegner tritt auf, der all die negativen Eigenschaften von Mister X und dem Regenerator vereint, dabei aber noch unberechenbarer ist.
Verstecken oder Ablenkung sind alles Dinge, die der Spieler nutzen kann, doch viel nützen sie ihm nicht. Die Bedrohung erscheint echt und so entsteht ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel, das endlich wieder die passende Atmosphäre bietet.
Dabei bleibt „Resident Evil Requiem“ keineswegs billig inszeniert. Es scheint, als habe Capcom die vergangenen Jahre nur dazu genutzt, um sich auf dieses Spiel vorzubereiten. Es wird wahrscheinlich sehr vieles haben, was zahlreiche Fans seit Jahren vermissen.
Inwiefern das Konzept am Ende in der Vollversion wirkt, die am 27. Februar 2026 erscheint, bleibt abzuwarten. Gespannt sein, darf man trotzdem jetzt schon.
