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fabio | November 16, 2020

R6 November Major: Warum TSM das beste NA-Team sind

Nordamerikanisches Rainbow Six: Siege wurde in den vergangenen Monaten von Spacestation und DarkZero Esports dominiert. Doch ein Team stand immer in den Startlöchern, um an ihren Gegnern vorbeizuschießen – und Team SoloMid haben mit dem November Major endlich den richtigen Moment dafür gefunden.

Nach einem knappen Eröffnungsspiel und einer Niederlage im Upper Bracket Finale sah es nicht so aus, als ob Jason “Beaulo” Doty und Co. eine Chance im Finale hätten. Schließlich hatten Spacestation Gaming bereits einen Map-Vorteil und waren damit nur zwei Maps davon entfernt, den Turniersieg zu ergattern.

Doch TSM waren vorbereitet. Sie nahmen sich die Fehler aus ihrer Niederlage gegen SSG zu Herzen und brachten praktisch alles in Ordnung, was sie zuvor den Sieg gekostet hatte. Troy “Canadian” Jaroslawski und seine Männer bekamen kaum Zeit dazu, sich im Finale einzufinden. In Windeseile holten TSM drei Maps und waren Sieger des nordamerikanischen November Majors.

WARUM TSM DAS BESTE NORDAMERIKANISCHE TEAM SIND

Auf dem Weg zur Trophäe haben sie jedes Team geschlagen. Auch wenn es, wie beispielsweise gegen Oxygen – nicht immer rund aussah, waren sie eindeutig das bessere Team. Dabei war das individuelle Level der Spieler gar nicht so hoch, wie die Scorelines vermuten lassen. Dieser Major wurde dominiert von Alec “Fultz” Fultz, Paul “Hyper” Kontopanagiotis und Nathanial “Rampy” Duvall. TMS’s bester Spieler, Braden “Chala” Davenport hat, was die Kills pro Runde anbetrifft, ordentlichen Abstand zu dieser Top 3.

Was zeichnet also die Leistung von TSM aus? Zunächst einmal ist es das Teamwork. Gerade in den letzten Momenten der Runden zeigte sich, wie gut die Spieler zusammenarbeiten. SSG konnten eine 2-Mann Führung haben und zehn Sekunden später die Runde verlieren – ohne zu Wissen, was gerade eigentlich passiert ist. Dieser Trend zog sich durch den Major und verschaffte TSM so einige Rundensiege.

Viel wichtiger jedoch ist das durchschnittliche Level auf Seiten von Team SoloMid. Während Spieler wie Matthew “Hotancold” Stevens und Franklyn “VertcL” Andres Cordero individuell eingebrochen sind, hatten TSM keinen Totalausfall in ihrem Team. Die Kills, die Emilio “Geometrics” Leynez Cuevas mit einem 0.91er Rating verpasst hat, hat er durch seine Support-Arbeit und 11 Defuser-Plants mehr als Wett gemacht. Das Team hat als Einheit funktioniert und als Einheit gewonnen.

DIE ANDEREN TEAMS SIND AUF DEM VORMARSCH

Doch ihre Vormachtstellung wird sich nicht ewig halten. Abgesehen vom Großen Finale waren Spacestation Gaming um Meilen besser als noch zum August Major oder sogar zur Stage 2 der US Division. Sie hielten sich kompetitiv, versagten nicht in Drucksituationen und konnten im Upper Bracket sogar TSM auseinandernehmen.

Obendrauf haben Oxygen Esports ebenfalls eine starke Entwicklung hingelegt. Davide “FoxA” Bucci und Co. konnten beim August Major zuletzt keine einzige starke Map abliefern. Am vergangenen Wochenende spielten sie jedoch eine 5-7 Map und drei Nachspielzeiten aus. Dass sie diese Matches am Ende verloren haben, deutet lediglich darauf hin, dass sie an ihrem Umgang mit Drucksituationen arbeiten müssen. Die Grundkompetenzen, um mit TSM und Co. mitzuhalten, bringen sie eindeutig schon mit.

Der Erfolg von Team SoloMid steht also auf wackligen Füßen. Ähnlich wie Team Empire in Europa bekommen sie nicht die Gelegenheit, bald ihren Titel zu verteidigen, sondern müssen wahrscheinlich auf das neue Jahr warten. Bis dahin wird sich viel tun. Wir haben bereits die Entwicklung von Spacestation Gaming und Oxygen Esports hervorgehoben. Mehr Zeit wird ihnen nur noch weiterhelfen, ihre Fehler auszubügeln und TSM anzugreifen.

Doch in der Zwischenzeit dürfen TSM sich rühmen – sie haben ein echtes Offline-Turnier gewonnen und für die anderen Teams gibt es keine Ausreden. Die Spieler haben sich individuell in Top-Form präsentiert und ihre Kontrahenten ausgespielt. Team SoloMid sind eindeutig das beste Team der nordamerikanischen Region, doch für wie lange?