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Fabio | November 8, 2020

R6 EU Major: Empire im Finale als Top Seed!

Team Empire haben erreicht, was vor Beginn des November Majors noch als nahezu unmöglich galt: Sie schlugen BDS in einem Best-of-Three und ziehen nun als der Top Seed ins Finale ein!

Der heutige Tag wird für Fans des französischen BDS Esport durchaus spannend. Sie haben es zwar ins Finale geschafft, doch dort warten Team Empire mit einem Map-Vorteil auf sie. Im Upper Bracket Finale fielen Stéphane “Shaiiko” Lebleu und Co. mit einem 1-2 und mussten sich durch das Lower Bracket kämpfen.

VIRTUS.PRO VERSAGEN KNAPP VOR DER ZIELLINIE

Das Turnier begann mit einer großen Überraschung. Im Eröffnungsspiel zeigten BDS sich wackelig und holten ein 2-1 gegen Virtus.Pro, in dem alle Spieler relativ solide auftreten konnten. Sogar Adrien “RaFaLe” Rutik, der sonst eher negative Ratings an Land zieht, erreichte ein 0.99er Rating mit 30 Kills. Virtus.pro schockten sie mit einem 8-6 Sieg auf Villa, mit welchem sie nur eine Map vom großen Upset entfernt waren.

VP gewannen drei Runden in Folge auf Club House, wonach BDS noch zwei Runden bis zur Halbzeit für sich entscheiden konnten. Mit zwei starken Defensiv-Runden glichen sie den Score bei 4-4 aus, doch Virtus.pro konnten sich schnell den Match-Point erarbeiten. An diesem Punkt setzte der Druck jedoch ein. So kurz vorm Sieg verloren VP die Nerven und gaben BDS die Möglichkeit, mit einem 8-6 in der Nachspielzeit an ihnen vorbeizuziehen und die dritte Map zu erzwingen.

Erneut zogen die beiden Teams zur Halbzeit gleich, was VP für die zweite Hälfte eigentlich einen Vorteil verschaffen sollte – schließlich ist die Verteidigung auf Oregon so viel besser eingestellt. Doch daraus wurde nichts, denn BDS holten schnell das 6-4 an Land. Eine Runde vom Matchsieg entfernt lagen ihre Nerven aber ebenfalls blank und VP fanden ihren Weg in die Overtime. Dort konnten sie noch eine Runde gewinnnen, bevor BDS sich endlich sammelten und die letzten verbleibenden Punkte zum 8-7 an sich rissen.

Auf dem Papier konnten die Favoriten zwar gewinnen, doch eine einzige Runde hätte das Match kippen und Virtus.pro ins Upper Bracket Finale schicken können. BDS zeigten sich nicht ansatzweise so dominant wie in der EUL Stage 2.

EMPIRE MIT STARTSCHWIERIGKEITEN

Mit einem 7-3 starteten Tempra Esports ins Match gegen Team Empire und sicherten sich damit die erste Map. Danila “Dan” Dontsov und Co. waren eindeutig nicht warmgespielt und gaben Runden ab, die sie eigentlich hätten gewinnen müssen. Diese Niederlage auf der ersten Map konnte sie jedoch wachrütteln, denn auf Clubhouse legten sie richtig los.

Tempra konnten die Verteidigungen von Church/Arsenal und Cash/CCTV gewinnen, danach zogen Empire mit den Runden davon. Dmitry “Scyther” Semenov holte einen 3k-Clutch zum Abschluss und ein leichtes 7-2 schickte die beiden Teams auf die dritte Map. Dort waren Empire noch dominanter. Tempra zogen eine Offensiv-Runde auf Oregon an Land, doch danach mussten die Franzosen zusehen, wie Dan und seine Kollegen Runde um Runde an sich rissen. Nach einer 1-5 Hälfte waren Tempra nicht mehr in der Lage, eine Antwort auf das Spiel der Russen zu finden. Mit nur einem Rundensieg gaben sie die letzte Map ab.

Empire konnten nach ihren anfänglichen Startschwierigkeiten also doch noch dominant auftreten. Dan kontrollierte das Spiel mit einem 1.43er Rating, wogegen Artur “ShepparD” Ipatov nur 8 Kills auf den drei Maps beitragen konnte. Auch wenn sie besser als BDS auftreten konnten, waren nur wenige ihrer Spieler wirklich präsent.

BDS UNTERLIEGEN IM UPPER BRACKET FINALE

Doch das gleiche galt für BDS, als sie endlich gegen Empire antreten mussten. Dabei starteten sie unglaublich gut ins Match, als Olivier “Renshiro” Vandroux die erste Runde für sie clutchte. Im Anschluss konnte Loïc “BriD” Chongthep sogar ein 1v4 gewinnen. Die erste Hälfte auf Coastline ging mit 4 Runden an BDS, die nun in die Offensive übergingen.

Doch dort zeigten sich massive Defizite auf Seiten der Franzosen. In der 10. Runde konnten BDS, durch Doppel-Kills von Renshiro und Bryan “Elemzje” Tebessi beflügelt, einen weiteren Punkt erzielen. Danach zogen Empire jedoch mit den Defensiv-Runden davon und sicherten sich das Comeback zum 7-5.

Auf Oregon konnten BDS ihre Map-Pick ausspielen, zogen ein relativ lockeres 7-3 an Land und spielten auf beiden Seiten überzeugende Runden aus. Ihre Offensive auf Kafe sicherte ihnen eine ausgeglichene erste Hälfte und nach der ersten Defensiv-Runde standen sie mit 4-3 in Führung. Danach dominierten Empire jedoch im Angriff und zogen ohne Probleme durch zum 7-4 Map- und Matchsieg.

Erneut war Always der Leistungsträger für sein Team, diesmal wurde er jedoch von Dan begleitet. ShepparD war weiterhin nicht in der Lage, an die Performance seines Teams anzuknüpfen. Das gleiche galt jedoch für RaFaLe und Elemzje. Da halfen auch die 32 starken Kills von Shaiiko nicht mehr. Damit hatten BDS die erste Best-of-Three Niederlage seit Monaten eingefahren und – viel wichtiger – den Eintritt in das Finale verpasst.

BDS ÜBER UMWEG INS GROSSE FINALE

Somit zogen die Franzosen in das Lower Bracket ein. Dort warteten Virtus.pro auf ein Rematch. Nach einem knappen Eröffnungsspiel hofften sie, BDS endlich zu schlagen und erstmals ein Major-Finale zu erreichen. Diese Chance wurde ihnen jedoch verwehrt.

Auf Villa zogen die beiden Teams nach einer umkämpften regulären Spielzeit in die Overtime. Dort konnten BDS mit Dreier- und Doppelkills von Renshiro das 8-7 erreichen. Mit ihrem Map-Pick, Clubhouse, hatten BDS gute Karten und spielten eine nahezu perfekte Defensive aus, die ihnen ein 7-4 bescherte und VP aus dem Turnier beförderte.

BDS haben es also doch noch ins Große Finale geschafft. Doch sind sie bereit für das Rematch gegen Empire? Im Best-of-Five bekommen die Russen einen Map-Vorteil, doch das hatte BDS im damaligen August Major Finalspiel gegen G2 Esports auch nicht aufgehalten. Ihre Chancen hängen davon ab, wie viel Pulver Empire im Upper Bracket bereits verschossen haben. Denn BDS werden jede wache Minute nutzen, um alle ihre Fehler auszubügeln. Sollten Empire keine weitere Asse im Ärmel haben, wird es für sie schwierig.