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PUBG-Skandal: Krafton sperrt Himass und TanVuu lebenslang wegen Stream Sniping

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Krafton greift nach dem Stream-Sniping-Skandal bei PUBG Asia Stars 2026 hart durch. Die beiden Profis La Phuong Tien Dat „Himass“ und Tran Tan Vu „TanVuu“ verlieren dauerhaft ihre PUBG-Accounts und dürfen künftig an keinem von Krafton organisierten oder sanktionierten Esport-Turnier mehr teilnehmen. Die Entscheidung umfasst damit auch große Wettbewerbe wie die PUBG Global Series, den PUBG Nations Cup und die PUBG Global Championship. Gleichzeitig wächst die Kritik an der Härte der Strafe.

Krafton veröffentlichte die endgültigen Sanktionen am 23. September nach einer umfassenden Untersuchung.

Der Publisher analysierte nach eigenen Angaben offizielle Broadcast-Aufnahmen, Videos der Teilnehmer, Ingame-Daten und Replays. Dabei kam das Unternehmen zu dem Schluss, dass beide Spieler Informationen aus externen Quellen beziehungsweise Streams anderer Teilnehmer genutzt hatten, die sie im normalen Matchverlauf nicht hätten kennen können. Diese Informationen seien anschließend in taktische Entscheidungen eingeflossen.

Himass und TanVuu verlieren Accounts und sämtliche Turnierrechte

Die Konsequenzen fallen ungewöhnlich drastisch aus.

Krafton verhängt gegen beide Spieler:

  • permanente Sperre ihrer PUBG:BATTLEGROUNDS-Accounts
  • permanente Sperre für alle offiziellen Krafton-Turniere
  • Ausschluss aus PGS, PNC, PGC und weiteren sanktionierten Events

Himass spielt aktuell für Anyone’s Legend, TanVuu steht bei The Expendables beziehungsweise GAM x The Expendables unter Vertrag.

Die Sperren gelten laut Krafton ab sofort und ohne festgelegtes Enddatum. Beide Spieler können allerdings über die vorgesehenen Verfahren Stellung nehmen beziehungsweise Einspruch einlegen.

Damit handelt es sich um eine der härtesten Strafen, die Krafton in der Geschichte des kompetitiven PUBG ausgesprochen hat.

Was bei PUBG Asia Stars 2026 passiert ist

Die Kontroverse begann während PUBG Asia Stars 2026.

Himass und TanVuu sollen während laufender Matches externe Informationen beziehungsweise Streams anderer Teilnehmer genutzt haben. Nach Kraftons Untersuchung verfügten sie dadurch über Informationen, die über normale Spielbeobachtung nicht verfügbar gewesen wären.

Genau darin liegt beim Stream Sniping der Wettbewerbsvorteil.

Ein Spieler kann beispielsweise Positionen, Bewegungsrichtungen oder andere taktische Informationen aus dem Livestream eines Gegners erfahren und anschließend Entscheidungen treffen, die ohne diese externe Quelle nicht möglich gewesen wären.

Krafton betont, dass die Nutzung solcher Informationen niemals offiziell erlaubt worden sei, unabhängig davon, ob es sich um ein Community-Event, Showmatch oder ein großes Preisgeldturnier handele.

Die Affäre eskalierte so stark, dass der weitere Verlauf des Events beeinträchtigt und ein Spieltag gestrichen wurde.

Krafton gibt eigene Fehler zu

Ungewöhnlich ist allerdings, dass Krafton nicht nur die Spieler kritisiert.

Der Publisher räumt ausdrücklich Fehler bei der eigenen Turnierorganisation ein.

Das Unternehmen habe zu Beginn nicht klar genug kommuniziert, welche Regeln und Grenzen gelten. Zudem sei es versäumt worden, schnell und eindeutig auf die entstehende Kontroverse zu reagieren.

Krafton schreibt, dadurch seien Verwirrung und Konflikte entstanden.

Außerdem habe man die Teilnehmer nicht ausreichend vor öffentlicher Kritik, persönlichen Angriffen und Falschinformationen geschützt.

Diese Selbstkritik spielt nun auch bei der Diskussion über die Härte der Strafen eine Rolle.

Krafton entschuldigt sich bei Streamerin Soopi

Besonders stark betroffen war die koreanische Streamerin Soopi, die während der Affäre ins Zentrum der Diskussion geriet.

Krafton veröffentlichte deshalb eine separate Entschuldigung.

Nach Angaben des Publishers wurden über Soopi unter anderem falsche Behauptungen, Spott und manipulierte beziehungsweise illegal erstellte Inhalte verbreitet.

Krafton kündigt an, entsprechende Inhalte entfernen beziehungsweise sperren lassen zu wollen. Zusätzlich möchte das Unternehmen mit Soopis Agentur bei möglichen rechtlichen Schritten zusammenarbeiten und die Situation weiter beobachten.

Auch intern läuft eine Untersuchung zur gesamten Organisation des Events.

Dabei sollen Management, Kommunikation, Untersuchung und Entscheidungsprozesse überprüft werden.

Teams halten die lebenslange Sperre für überzogen

Der Fall ist damit allerdings noch nicht abgeschlossen.

GAM x The Expendables hat die Höhe der Strafe gegen TanVuu inzwischen öffentlich kritisiert.

Das Team bestreitet nicht, dass TanVuu während des Matches seinen persönlichen Stream-Chat geöffnet hatte. Die Organisation argumentiert jedoch, dass eine lebenslange Account- und Turniersperre unverhältnismäßig sei.

Dabei verweist das Management unter anderem darauf, dass persönliche Streams beim Event erlaubt gewesen seien und dass die konkrete Regelverletzung nach eigener Darstellung nicht eindeutig im damaligen Turnierregelwerk formuliert gewesen sei.

Die Organisation fordert einen transparenten Einspruchsprozess und klare Kriterien dafür, wie Krafton zu einer permanenten Sperre gekommen ist.

Auch Anyone’s Legend prüft einen Einspruch für Himass

Ähnlich reagiert Anyone’s Legend.

Die Organisation prüft nach eigenen Angaben die Entscheidung gegen Himass sowie:

  • die herangezogenen Regeln
  • das damalige Rulebook
  • die Anweisungen an die Spieler
  • den Ablauf des Events
  • das Untersuchungsverfahren

Anyone’s Legend betont, keine Sonderbehandlung zu fordern. Man wolle allerdings sicherstellen, dass Sanktionen transparent und konsistent angewendet werden. Sollte ein formeller Einspruch möglich sein, will die Organisation Himass dabei unterstützen.

Damit zeichnet sich ab, dass Kraftons Entscheidung möglicherweise noch durch interne Berufungsverfahren überprüft wird.

Die zentrale Frage lautet jetzt: Regelbruch oder unverhältnismäßige Strafe?

An der grundsätzlichen Feststellung Kraftons ändert die Kritik bislang nichts.

Der Publisher sagt klar, dass beide Spieler Stream Sniping beziehungsweise externe Informationen genutzt haben.

Die Debatte dreht sich inzwischen vielmehr darum, ob darauf wirklich eine lebenslange Sperre folgen muss.

Kraftons eigene Eingeständnisse zu unklarer Kommunikation und organisatorischen Fehlern geben den betroffenen Teams zusätzliche Argumente.

Andererseits betrifft der Vorwurf einen Kernbereich des professionellen Esports: die Wettbewerbsintegrität. Wer während eines laufenden Matches Informationen aus fremden Streams nutzt, kann sich einen direkten taktischen Vorteil verschaffen.

Deshalb wird Kraftons endgültiger Umgang mit den Einsprüchen über diesen Einzelfall hinaus interessant.

Vorerst gilt jedoch die aktuelle Entscheidung: Himass und TanVuu sind dauerhaft aus PUBG und dem gesamten offiziellen Krafton-Esport ausgeschlossen – solange ein mögliches Berufungsverfahren daran nichts ändert.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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