PUBG Studios hat die Entwicklung von PUBG: Black Budget offiziell beendet. Der geplante Extraction-Shooter wird damit nicht mehr regulär erscheinen. Nach mehreren geschlossenen Testphasen kam das Entwicklerteam zu dem Schluss, dass die aktuelle Richtung des Projekts langfristig nicht die gewünschte Spielerfahrung liefern würde.
Die Entscheidung kommt überraschend, weil Black Budget noch im Juni 2026 in einer zweiten geschlossenen Alpha getestet wurde. Damals sprach PUBG Studios noch davon, dass die Rückmeldungen der Spieler dabei helfen würden, das Spiel auf dem Weg zum Release weiterzuentwickeln.
Nur wenige Monate später ist dieser Weg nun beendet.
PUBG Studios beendet die Entwicklung vollständig
PUBG Studios veröffentlichte Ende September ein kurzes Entwicklungsupdate und bestätigte darin das Aus für Black Budget.
Nach einer erneuten Bewertung des Entwicklungsstands und der langfristigen Ausrichtung sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass das Projekt in seiner aktuellen Form nicht die Art von Spielerfahrung liefern könne, die auf Dauer überzeugen würde.
Deshalb habe man die schwierige Entscheidung getroffen, die Entwicklung einzustellen.
Konkrete finanzielle Gründe nannte Krafton dabei nicht.
Auch einzelne Kritikpunkte aus den Testphasen wurden nicht ausdrücklich als Ursache genannt.
Das Studio bedankte sich stattdessen bei allen Spielern, die an den geschlossenen Alpha-Tests teilgenommen und Rückmeldungen geliefert hatten.
Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen in zukünftige Projekte einfließen.
Black Budget sollte PUBG zum Extraction-Shooter machen
Mit Black Budget wollte Krafton die PUBG-Marke deutlich über das bekannte Battle-Royale-Konzept hinaus erweitern.
Das Spiel war als taktischer PvPvE-Extraction-Shooter aus der Ego-Perspektive geplant.
Spieler sollten als sogenannte Contractors auf einer geheimnisvollen Insel namens Coli landen.
Dort befand sich eine geheime Forschungseinrichtung, die durch ein übernatürliches Phänomen in einer Zeitschleife gefangen war.
Neben anderen Spielern sollten auch KI-Gegner und anomale Bedrohungen eine Rolle spielen.
Das Konzept verband damit klassische Extraction-Shooter-Mechaniken mit Science-Fiction- und Mystery-Elementen.
Bis zu 45 Spieler pro Runde
Geplant waren Partien mit bis zu 45 Spielern.
Die Spieler sollten in Dreiergruppen antreten und während einer Expedition Beute, Technologien und andere wertvolle Gegenstände sammeln.
Der wichtigste Punkt war wie bei anderen Extraction-Shootern der erfolgreiche Ausstieg.
Wer lebend entkam, durfte seine Beute behalten.
Wer starb, verlor die mitgeführten Gegenstände.
Zwischen den Einsätzen sollte der eigene Charakter verbessert werden können. Dazu gehörten offenbar neue Ausrüstung, Forschung, Herstellungssysteme und der Ausbau einer persönlichen Basis.
Die Insel selbst sollte rund 2,5 mal 2,5 Kilometer groß sein.
Eine Expedition war für ungefähr 30 Minuten ausgelegt.
Zwei große Alpha-Tests fanden bereits statt
Black Budget war keineswegs nur ein früher interner Prototyp.
Spieler konnten das Projekt bereits mehrfach ausprobieren.
Der erste größere geschlossene Alpha-Test fand im Dezember 2025 statt.
Weitere Tests folgten 2026.
Besonders relevant war die zweite große Alpha vom 26. bis 29. Juni 2026, die für Spieler aus Europa, Nordamerika und Ostasien verfügbar war.
Das Interesse war offenbar hoch genug, dass PUBG Studios während des Tests zusätzliche Zugänge vergab.
Auch Streaming und Videoaufnahmen waren erlaubt.
Das Unternehmen bezeichnete die Spieleraktivität und das Feedback damals ausdrücklich als wichtigen Bestandteil des weiteren Entwicklungswegs.
Technische Probleme während der Tests
Ganz problemlos verlief die Entwicklung allerdings nicht.
Während der Tests berichteten Spieler unter anderem über Probleme mit der Übersicht in Kämpfen, der Erkennbarkeit von Gegnern und der allgemeinen Belastung bei wiederholten Runs.
Auch technische Schwierigkeiten spielten eine Rolle.
Während der zweiten Alpha kam es unter anderem zu Netzwerkproblemen, verzögerten Verbindungen und Schwierigkeiten beim Matchmaking.
PUBG Studios musste kurzfristig Wartungsarbeiten durchführen, um die Server zu stabilisieren.
Diese Probleme wurden damals allerdings nicht als grundsätzliche Gefahr für das Projekt dargestellt.
Im Gegenteil: Die Entwicklung wurde danach zunächst fortgesetzt.
Kein einzelner Grund für die Einstellung genannt
Krafton hat bislang nicht erklärt, dass ein bestimmtes Problem zur Einstellung führte.
Weder schwache Spielerzahlen noch technische Schwierigkeiten oder schlechtes Feedback wurden offiziell als ausschlaggebender Faktor genannt.
Die Formulierung des Studios deutet eher auf eine grundsätzliche Bewertung des Projekts hin.
Demnach passte die aktuelle Richtung offenbar nicht mehr zu den langfristigen Zielen.
Gerade bei einem Extraction-Shooter ist das relevant.
Das Genre lebt stark von Langzeitmotivation, wiederholbaren Runs, Fortschrittssystemen und einer stabilen aktiven Community.
Wenn diese Grundlage intern nicht überzeugend genug wirkt, kann eine Weiterentwicklung sehr teuer werden.
Extraction-Shooter bleiben ein schwieriger Markt
Das Genre ist gleichzeitig attraktiv und riskant.
Spiele wie Escape from Tarkov, Hunt: Showdown und ARC Raiders zeigen, dass Extraction-Shooter eine treue Community aufbauen können.
Gleichzeitig ist der Markt deutlich kleiner als klassische Shooter- oder Battle-Royale-Genres.
Neue Projekte müssen deshalb nicht nur technisch funktionieren, sondern auch genug Spieler langfristig binden.
PUBG: Black Budget sollte genau in diesen Markt hinein.
Krafton setzte dabei auf den bekannten Namen PUBG, kombinierte ihn aber mit einem deutlich anderen Spielprinzip.
Diese Strategie hat offenbar nicht ausreichend überzeugt.
Nicht das erste PUBG-Projekt mit vorzeitigem Ende
Black Budget ist nicht das einzige Experiment mit der PUBG-Marke, das 2026 beendet wurde.
Bereits PUBG: Blindspot, ein taktischer 5-gegen-5-Shooter aus der Vogelperspektive, stellte seinen Betrieb ein.
Das Entwicklerteam kam dort zu dem Schluss, dass sich die geplante Early-Access-Erfahrung langfristig nicht nachhaltig weiterführen ließ.
Damit sind innerhalb eines Jahres gleich zwei Versuche gescheitert, PUBG deutlich außerhalb des klassischen Battle-Royale-Formats zu etablieren.
Krafton gibt diese Strategie trotzdem nicht vollständig auf.
PUBG: DED.NET bleibt in Entwicklung
Mit PUBG: DED.NET hat Krafton bereits ein weiteres Projekt angekündigt.
Auch dieses Spiel soll die PUBG-Marke in eine andere Richtung führen.
DED.NET kombiniert Mehrspieler-Shooter-Elemente mit Roguelite-Fortschritt und zeigt damit, dass Krafton weiterhin versucht, neue Spielkonzepte unter der PUBG-Marke zu entwickeln.
Die Einstellung von Black Budget bedeutet also nicht das Ende neuer PUBG-Projekte.
Sie zeigt aber, dass Krafton inzwischen offenbar bereit ist, große Entwicklungen zu stoppen, wenn die langfristigen Aussichten nicht überzeugen.
Für Black Budget gibt es keinen Release mehr
Für Spieler, die auf Black Budget gewartet haben, ist die Lage eindeutig.
Das Projekt wurde nicht verschoben und auch nicht nur pausiert.
Die Entwicklung ist offiziell beendet.
Ein regulärer Release ist damit nicht mehr vorgesehen.
Ob einzelne Mechaniken, Technologien oder Ideen später in anderen PUBG-Projekten wieder auftauchen, ist derzeit unbekannt.
PUBG Studios erklärte lediglich, dass die Erkenntnisse aus Entwicklung und Tests in zukünftige Spiele einfließen sollen.
Damit endet PUBG: Black Budget nach mehreren Jahren Planung und mehreren öffentlichen Testphasen noch vor dem eigentlichen Marktstart.

