Zum Inhalt springen
DE LIVE
Aktuelle News

PS5 Slim: Neue Überarbeitung bringt die Kühlung der Pro und eine tauschbare Batterie

Armin Schwarz
Armin Schwarz Redakteur & Themenexperte

Sony hat die PS5 Slim erneut im Inneren verändert, ohne das öffentlich mitzuteilen. Eine Zerlegung der Wolverine-Ausgabe zeigt eine überarbeitete Kühlung und eine leicht zugängliche Knopfzelle. Beide Änderungen folgen dem Vorbild der PS5 Pro.

Eine Zerlegung bringt die Änderungen zutage

Aufgefallen sind die Neuerungen einem Fachmann für Konsolenreparaturen. Veröffentlicht hat er seine Erkenntnisse unter dem Namen Modyfikator89.

Geöffnet wurde dafür die Limited Edition zu Marvel’s Wolverine. Verbaut ist in dieser Ausgabe die Fassung ohne Laufwerk.

Gefunden hat er darin eine überarbeitete Hauptplatine mit der Bezeichnung EDM-051. Verändert wurden gegenüber früheren Platinen mehrere Bereiche gleichzeitig. Vereinfacht wirkt der innere Aufbau zudem insgesamt.

Sony äußert sich dazu nicht

Bemerkenswert ist das Vorgehen des Konzerns. Eine Mitteilung zu diesen Änderungen gibt es nicht.

Selbst die beigelegte Anleitung blieb unverändert. Erwähnt wird die neue Zugänglichkeit der Batterie dort nirgends.

Genau dieses Muster begleitet die Konsole seit Jahren. Mehrere Überarbeitungen der PS5 Slim liefen bislang ohne öffentliche Ankündigung. Erfahren haben Käufer davon stets über Zerlegungen durch Dritte. Eine Auskunft über die verbaute Fassung erhältst du beim Kauf also nicht.

Die Kühlung folgt dem Vorbild der Pro

Der größte Eingriff betrifft die Wärmeabfuhr. Verändert wurden Aufbau und Werkstoff des Kühlkörpers.

Übernommen hat Sony dabei Lösungen aus der PS5 Pro. Betroffen ist vor allem die Abschirmung rund um den Hauptprozessor.

Verwendet wird in beiden Geräten Flüssigmetall als Wärmeleitmittel. Näher am Prozessor sitzt dieses nun, was die Wärmeabfuhr verbessern soll. Gleichzeitig liegt eine geringere Fläche unmittelbar frei.

Warum Flüssigmetall ein Problem darstellt

Hinter dieser Änderung steckt ein bekannter Schwachpunkt. Flüssigmetall leitet Wärme ausgezeichnet, bleibt aber beweglich.

Wandert der Stoff über Jahre aus seiner Position, drohen Schäden. Berührt er benachbarte Bauteile, kann es zu Kurzschlüssen kommen.

Gemeldet wurden solche Fälle bei früheren Geräten mehrfach. Betroffene Konsolen fielen teils vollständig aus. Verhindern soll die neue Abschirmung genau diesen Verlauf. Erprobt hat Sony dieses Verfahren zuvor bereits in der Pro.

Die Knopfzelle lässt sich endlich tauschen

Für Besitzer wiegt eine andere Änderung schwerer. Betroffen ist die Pufferbatterie der Hauptplatine.

Verbaut ist dort eine handelsübliche Knopfzelle des Typs CR2032. Erreichbar ist diese nun ohne großen Aufwand.

MerkmalFrühere FassungenNeue Fassung
BatterietypCR2032CR2032
ZugangUmfangreiche Demontage nötigOhne großen Aufwand erreichbar
VorbildKeinesLösung der PS5 Pro
KühlkörperLag teils über der BatterieBehindert den Zugang nicht mehr

Beschrieben hat der Fachmann diesen Punkt als kundenfreundlichste Neuerung der Überarbeitung. Nachvollziehbar ist dieses Urteil durchaus.

Warum diese Batterie überhaupt wichtig ist

Ihre Aufgabe klingt zunächst unspektakulär. Gespeichert wird damit die Uhrzeit der Konsole.

Entleert sich die Zelle, verliert das Gerät diese Angabe. Aufgetreten sind daraus in der Vergangenheit erhebliche Schwierigkeiten.

Berichtet wurde unter anderem über Probleme beim Starten von Spielen. Behoben hat Sony einen Teil davon über die Systemsoftware. Bestehen bleibt dennoch die Notwendigkeit eines Austauschs nach Jahren. Ausgelegt sind solche Zellen üblicherweise auf etwa zehn Jahre.

Eine frühere Überarbeitung machte es schlimmer

Besonders aufschlussreich wird die Änderung im Rückblick. Bei einer früheren Fassung verschlechterte Sony genau diesen Punkt.

Gewandert war die Knopfzelle dort unter den Kühlkörper. Nötig wurde für einen Austausch deshalb eine weitreichende Demontage.

Kritisiert hatten Fachleute diese Entscheidung damals deutlich. Ein Bauteil mit begrenzter Lebensdauer hinter dem Kühlsystem zu verstecken, erschwert jede Reparatur. Zurückgenommen hat Sony diesen Schritt nun stillschweigend.

Erfreulich ist diese Richtung in jedem Fall. Reparierbarkeit gilt bei Konsolen traditionell als nachrangig. Gerade bei einem Gerät mit mehreren Jahren Lebensdauer zählt dieser Punkt jedoch. Behoben wird damit ein Fehler, den Sony selbst verursacht hatte.

Der Baustein für Bild und Ton wurde günstiger

Nicht jede Änderung dient den Besitzern. Eine betrifft die Ausgabe des Bildsignals.

Ersetzt wurde der zuständige Baustein durch ein neueres und günstigeres Modell. Dieser Baustein bereitet das Signal für den Anschluss zum Fernseher auf.

Nach Einschätzung des Fachmanns arbeitet die neue Lösung dennoch besser abgestimmt. Störungen im Signal soll sie wirksamer unterdrücken.

Günstiger in der Herstellung bedeutet hier also nicht zwangsläufig schlechter. Belastbare Messungen zur Bildqualität liegen allerdings nicht vor. Beurteilen lässt sich dieser Punkt daher bislang nicht abschließend. Spürbare Unterschiede im Alltag sind eher unwahrscheinlich.

Erkennbar wird an diesem Detail die eigentliche Absicht. Senken will Sony die Herstellungskosten der PS5 Slim. Jede Überarbeitung einer Konsole verfolgt dieses Ziel in erster Linie. Verbesserungen für Käufer fallen dabei gelegentlich als Nebeneffekt ab.

Das Paket kostet 649,99 Euro

Erhältlich ist die überarbeitete Fassung derzeit über ein bestimmtes Angebot. Verkauft wird sie als Teil der Limited Edition zu Marvel’s Wolverine.

AngabeWert
Preis649,99 Euro
Speicherplatz825 Gigabyte
LaufwerkNicht enthalten
HauptplatineEDM-051
Ausgelieferte SystemsoftwareFassung 13.20

Auffällig ist der Zustand bei der Lieferung. Installiert ist zunächst eine ältere Systemsoftware.

Aktualisieren musst du das Gerät daher bei der Einrichtung. Vorgesehen ist dafür die Fassung 14.00. Ohne Verbindung zum Netz lässt sich die Konsole kaum sinnvoll nutzen. Üblich ist dieses Vorgehen bei Konsolen inzwischen allerdings.

Beachten solltest du den fehlenden Platz für Spiele. Mit 825 Gigabyte fällt der Speicher dieser PS5 Slim knapp aus. Belegt sind davon zudem mehrere Gigabyte durch die Systemsoftware. Nachrüsten lässt sich zusätzlicher Speicher über den vorhandenen Steckplatz. Geführt wird die Gestaltung dieser Ausgabe unter dem Namen Battle Yellow.

Was offen bleibt

Trotz der Zerlegung sind mehrere Fragen unbeantwortet:

  • Ob die Überarbeitung auch in gewöhnlichen Fassungen steckt, ist unklar
  • Messwerte zu Temperaturen und Lautstärke fehlen vollständig
  • Eine Angabe zum Stromverbrauch liegt nicht vor
  • Ob Sony die Anleitung nachträglich anpasst, bleibt offen
  • Welche Modellnummer die Fassung trägt, nennen die Berichte nicht einheitlich

Beantworten lassen sich diese Punkte erst durch weitere Zerlegungen. Erfahrungsgemäß folgen solche Prüfungen innerhalb weniger Wochen.

Aufschlussreich wären vor allem Messungen unter Belastung. Eine veränderte Kühlung zeigt ihre Wirkung ausschließlich im Dauerbetrieb. Angaben dazu liefert eine reine Betrachtung der Bauteile nicht.

Unklar bleibt zudem der Zeitpunkt der Umstellung. Produziert wird die PS5 Slim an mehreren Standorten gleichzeitig. Parallel laufende Fassungen sind bei Konsolen deshalb die Regel. Rechnen darfst du mit einem schrittweisen Übergang über mehrere Monate.

Stiller Wandel hat bei Sony Tradition

Ungewöhnlich ist dieser Vorgang keineswegs. Hersteller verändern Konsolen über ihre Laufzeit regelmäßig.

Günstigere Bauteile, kleinere Platinen und angepasste Kühlung senken die Herstellungskosten. Verschwiegen werden solche Schritte üblicherweise, um Verwirrung im Handel zu vermeiden.

Problematisch wird das für Käufer mit besonderen Ansprüchen. Wer gezielt eine bestimmte Fassung sucht, erkennt diese am Karton nicht.

Erkennbar sind Unterschiede allenfalls an der Modellnummer auf der Verpackung. Selbst diese Angabe hilft nur bedingt weiter, denn Sony kommentiert die Unterschiede nicht. Angewiesen bleiben Interessierte deshalb auf Prüfungen durch Dritte. Verlässlichkeit bietet dieses System niemandem.

Diesmal profitieren die Käufer

Stille Überarbeitungen bedeuten für Käufer oft nichts Gutes. Weniger Speicherplatz, einfachere Kühler und günstigere Bauteile prägten solche Änderungen in der Vergangenheit. Diesmal fällt die Bilanz erfreulich anders aus.

Eine zugängliche Knopfzelle verlängert die nutzbare Lebensdauer der Konsole erheblich. Ein Bauteil, das nach Jahren ausfällt, gehört nicht hinter das Kühlsystem. Dass Sony diesen eigenen Fehler korrigiert, verdient Anerkennung.

Mindestens genauso wichtig wirkt die neue Abschirmung des Flüssigmetalls. Ausgefallene Konsolen durch wandernde Wärmeleitpaste beschäftigten Werkstätten über Jahre. Übernimmt Sony hier die Lösung der Pro, sinkt dieses Risiko deutlich.

Ärgerlich bleibt allein das Schweigen dazu. Eine Überarbeitung, die ausdrücklich die Reparierbarkeit verbessert, wäre ein gutes Argument für den Verkauf. Stattdessen erfahren Käufer davon durch einen Fachmann mit Schraubendreher. Verdient hätte diese Änderung eine eigene Mitteilung.

Für dich ausgewählt

Das könnte dich auch interessieren

Armin Schwarz

Über den Autor

Armin Schwarz

Armin Schwarz schreibt für Fragster über Gaming und Esports.

Alle Artikel ansehen →
Gerade veröffentlicht

Neueste News

Alle ansehen →